Die sechste Generation des Opel Astra ist tatsächlich ein großer Wurf in der Kompaktklasse.

Anfang Februar 2022 konnten wir uns wenige Wochen vor der Markteinführung bei der Presseveranstaltung in der Nähe von Lissabon von den Qualitäten überzeugen. Drei Motoren standen für die Ausfahrten zur Wahl. Der 96 kW (130 PS) starke Dreizylinder-Benziner mit manueller Sechsgang-Schaltung. Dazu der gleich starke Vierzylinder-Diesel mit Achtgang-Automatik und der 133 kW (180 PS) leistende Plug-in-Hybrid.

Außen und innen

Die fein gezeichnete Karosserie wirkt zierlich. Gleichzeitig dynamisch und sportlich sowie elegant. Eines der wesentlichen Merkmale ist das Opel Vizor Gesicht, das wir unter anderem bereits beim Corsa und Mokka vorstellten. Am Heck fällt die senkrecht stehende dritte Bremsleuchte im Dachspoiler auf.

Die 4 Millimeter mehr an Länge gegenüber dem Vorgänger sind marginal. Der Radstand ist um 13 Millimeter gewachsen, der Gepäckraum fasst zwischen 422 und 1.339 Litern. Der Eyecatcher im Innenraum ist das Pure-Panel-Cockpit, dessen zwei Bildschirme je nach Varianten unter einer verglasten Oberfläche integriert sind. Beide Bildschirme sind nach eigenem Gusto mit den entsprechenden Anwendungen konfigurierbar.

Der 1,5-Liter-Diesel im neuen Opel Astra

Die Kombination Selbstzünder und Achtgang-Automatik ist unsere Empfehlung für Vielfahrer. Wir sind mit dieser Variante vom Flughafen in Lissabon Richtung Cascais und dann die Küstenstraße in Richtung Norden gefahren. Der Motor hängt mit seinem Drehmoment von 300 Nm gut am Gas und der Achtgang-Automat arbeitet effizient und zügig.

Nach unserem Videodreh sind wir zusammen mit dem Fotografen Dani Heyne und einem weiteren Kollegen in einem Astra Plug-in-Hybrid zum Fotoshooting runter ans Meer. Nach diversen Fahrzeugwechseln sind wir vorbei an dem westlichsten Punkt Europas, dem Cabo da Roca mit seinem weithin sichtbaren Leuchtturm, in Richtung Norden gedüst.

Voller Begeisterung, da sich unser Spritverbrauch bei durchwegs zügiger Fahrweise deutlich nahe an dem WLTP-Wert des Herstellers von 4,5 Litern auf 100 Kilometer orientierte. Dazu kamen die herausragende Fahrdynamik sowie ein perfekt gedämmter Innenraum.

Unterwegs mit dem 130-PS-Benziner

Optional ist dieser Motor ebenfalls mit der Achtgang-Automatik zu ordern. Unser Testwagen verfügte aber über das serienmäßige und leicht zu schaltende Sechsgang-Getriebe. Mit dieser Kombination und der Ausstattungslinie GS-Line mit dem schwarzen Dach fuhren wir am Samstagvormittag auf kleinen Umwegen zum Flughafen.

Der Dreizylinder-Turbobenziner verfügt über ein ordentliches Drehmoment von 230 Nm, was immer für genügend Vortrieb sorgt. Wenn dann die Schaltempfehlung berücksichtigt wird, sinkt der Spritverbrauch deutlich unter 6 Liter auf 100 Kilometer. Schade nur, dass es die 110-PS-Version nicht mit der Automatik gibt. Diese Kombination gepaart mit der Ausstattungsvariante Business Edition wäre dann einer unserer Favoriten beim neuen Opel Astra.

Mehr Schmackes

Die Kombination aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner mit 110 kW (150 PS) und einem 81,2 kW (110 PS) starkem Elektromotor ergibt beim Plug-in-Hybrid eine Systemleistung von 133 kW (180 PS). Ordentlich Schmackes, um den elektrifizierten Opel Astra aus dem Stand in 7,6 Sekunden auf 100 km/h zu treiben. Geschaltet wird übrigens ebenfalls mit der Achtgang-Automatik.

Wie immer, so geben wir bei all den Fördermaßnahmen immer zu bedenken, dass ein Plug-in-Hybrid immer geladen werden sollte. Apropos Förderung: Bis zu 7.177,50 Euro sind abziehbar, sodass der Einstiegspreis von 36.710 Euro deutlich verringert. Zum Laden sei gesagt, dass die serienmäßige Ladekapazität bei 3,7 kW liegt.

Wer mehr will kann für 500 Euro Aufpreis auf 7,4 kW aufrüsten, um beispielsweise die Kapazität einer Wallbox besser zu nutzen. Das dazu passende Mode-3-Ladekabel kostet allerdings weiter 250 Euro. Im Laufe des Jahres kommt zudem eine 45 PS stärkere PHEV-Version des Astra und 2023 zudem der vollelektrische Astra e.

Ausstattungsvarianten des neuen Opel Astra

Die Basisausstattung ohne Zusatzbezeichnung ist ausschließlich mit dem 81 kW (110 PS) leistenden Benziner mit manuellem Sechsgang-Getriebe für 22.465 Euro zu bekommen. Es geht weiter mit dem Edition, dem Elegance, der GS-Line und dem Ultimate. Ein Blick lohnt sich immer auf die Business Edition und den Business Elegance, die trotz ihrer Namen nicht nur Geschäftskunden vorbehalten sind.

Die Diesel ist leider sehr teuer. Der Edition startet bei 28.660 Euro, der Benziner kostet „nur“ 25.560 Euro. Warum Opel 3.100 Euro mehr gegenüber einem gleich leistenden und ausgestatteten Benziner verlangt, ist nicht nachvollziehbar. Somit lohnt sich der Kauf nur für Vielfahrer. Die werden aber ob der Fahrleistungen und des günstigen Verbrauchs erfreut sein. Ein CNG-Antrieb ist leider (mehr) nicht im Programm, die Konzernpolitik steht leider dagegen.

Fazit

Der neue Opel Astra sieht nicht nur gut aus. Mit einer Fülle von Innovationen, einer guten Verarbeitungsqualität, einem hübschen Materialmix und effizienten Motoren müsste der Erfolg vorprogrammiert sein. Wenn im Lauf des Jahres der Sports Tourer (1.100 Aufpreis) das Portfolio erweitert, dürfte die ehemalige Kombi-Nation Deutschland auch glücklich sein.

Ob er aber den VW Golf vom Platz 1 im Segment verdrängt, wird sich zeigen. Das Angebotsportfolio des Wolfsburgers ist unter anderem mit dem Mild-Hybrid, dem GTI und dem R um ein vielfaches größer.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Opel Astra 1.5 Diesel Elegance (Referenzmodell)

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 1.498

Leistung in kW (PS) bei U/min: 96 (130) 3.750

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 300/1.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 10,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 209

Tankinhalt: 52 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,5 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km:  119

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.374/1.470/1.860

Radstand in mm: 2.675

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.438

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.940

Kofferrauminhalt in l: 422 – 1.339

Bereifung: 225/45 R17

Felgen: 7 ½ x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 33.450

 

Dietmar Stanka