Obwohl Opel beim facegelifteten Astra zu unserem großen Bedauern auf den CNG-Antrieb verzichtet, unterbietet der Rüsselsheimer mit fünf der sieben Antriebsarten die 100-Gramm-Marke beim CO2-Ausstoß.

Der Opel Astra wurde einem aerodynamischen Prozess unterzogen und erreicht als Sports Tourer nun einen cw-Wert von 0,225, als Fünftürer 0,26. Bis heute hielt diesen Rekord der Opel Calibra, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feierte.

Die Feinarbeiten am neuen Opel Astra

Rund 40 bis 50 Prozent des Luftwiderstands bei einem Automobil werden vom Unterboden, den Rädern und den Radhäusern verantwortet. Im Detail verbessern Abdeckungen unter Motor, Getriebe und im vorderen Bodenbereich den Luftfluß. Ebenso ein vergrößerter Hitzeschild für den Tank und aerodynamisch geformte Querlenker an der Hinterachse.

Besonders aufwändig ist die Kühlerjalousie konstruiert worden. Mit einer intelligenten Steuerung werden die notwendigen thermischen, elektrischen und aerodynamischen Parameter kombiniert. Dieser Vollflächen-Aero-Shutter bietet zudem noch die Vorteile eines langsameren Abkühlens des Motors nach dem Ausschalten und zudem eine schnellere Aufwärmphase nach einem Kaltstart.

Motoren und Getriebe

Drei Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum mit entweder 81 kW (110 PS), 96 KW (130 PS) und 107 KW (145 PS) sowie ein 1,4-Liter-Benziner mit ebenfalls drei Zylindern und 107 kW (145 PS) stehen zur Wahl. Zudem sind Dreizylinder-Diesel mit jeweils 1,5 Litern Hubraum und 77 kW (105 PS) und 90 kW (122 PS) im Angebot. Sämtliche Motoren erfüllen die Euro 6d-Norm.

Die 1,2-Liter-Triebwerke werden ausschließlich mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung angeboten, der 1,4-Liter nur mit einem stufenlosen Getriebe. Der stärkste Diesel rollt optional mit einer 2.400 Euro teuren 9-Stufen-Automatik vor, ansonsten wird mit sechs manuellen Gängen geschaltet.

Die klare Reduzierung der Motoren auf die komplett neu entwickelten Dreizylinder ist eine klare Ansage in Richtung CO2-Reduzierung. Opel-Chef Michael Lohscheller hat immer wieder betont, dass der Flottenverbrauch soweit gesenkt wirkt, dass definitiv keine Strafzahlungen fällig werden.

Unsere erste Ausfahrt mit dem neuen Opel Astra

Ende August, rund zwei Wochen vor der Publikumspremiere des Opel Astra auf der IAA 2019 in Frankfurt, konnten wir den kompakten Rüsselsheimer in seiner hessischen Heimat fahren. Wir wählten den 145 PS starken Benziner mit dem stufenlosen Getriebe. Einer Turbine gleich gewinnt der neue Opel Astra damit äußerst flott Tempo auf.

Die Ausgleichswelle, die in allen Motoren verbaut ist, sorgt für ein ungemein niedriges Geräuschniveau. Komplett unaufgeregt beschleunigte unser Testwagen auf dem kurzen freien Autobahnstück in Richtung Bad Homburg in Richtung seiner Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Das hohe Tempo quittiert der rund 1,4 Tonnen schwere 1,4-Liter mit einem ordentlichen Durst. Gute 8 Liter liegen damit deutlich über den von Opel angegebenen kombinierten Wert von 6,1 Litern nach WLTP. Was aber nicht erstaunlich ist, da sich kleine Turbomotoren im Volllastbereich gerne als Schluckspechte zeigen.

Beim Cruisen über die Landstraßen im Taunus pendelte sich der Verbrauch dann bei guten 6 Litern ein und im täglichen Mix könnten es je nach Fahrprofil noch einmal deutlich weniger werden.

Für Vielfahrer sind die Selbstzünder weiterhin die erste Wahl. Zumindest so lange, bis Opel sich einmal mehr für einen CNG-Antrieb für den Astra entscheidet. Unsere Wahl fällt bei den Dieseln auf den mit 122 PS und der Sechsgang-Schaltung, der mit 300 Nm an Drehmoment viel Kraft besitzt.

Ausstattungsfeatures

Der Einstieg beginnt bei dem nur Astra getauften Basismodell in der fünftürigen Version bei 19.990 Euro. Der Sports Tourer ist immer 1.000 Euro teurer. Der günstigste Diesel liegt in der Basisversion bei satten 24.385 Euro. Diese Preispolitik finden wir definitiv fragwürdig.

Edition, 120 Jahre, GS Line, Elegance und Ultimate ergänzen die Angebotsvielfalt der Ausstattungslinien. Allerdings lohnt unserer Ansicht nach ein Blick auf die Versionen Business Edition und Business Elegance. Letztgenannte startet mit dem 110-PS-Benziner bei 25.745 Euro und hat unter anderem die empfehlenswerten LED-Matrix-Scheinwerfer sowie die von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) ausgezeichneten Sitze an Bord.

Zudem das Navigationssystem Pro und das Digitalradio DAB, einen acht Zoll großen Touchscreen, eine Zweizonen-Klimaautomatik, schlüssellosen Zugang, die Einparkhilfe vorn und hinten sowie 16 Zoll große Leichtmetallfelgen mit rollwiderstandsoptimierten Reifen.

Fazit

Der Opel Astra wurde für seinen zweiten Lebensabschnitt deutlich verbessert. Verwundert hat uns der der extrem große Preisunterschied zwischen Benzin- und Dieselmotoren. Überzeugt hat uns die hohe Laufruhe, die gute Verarbeitung und das herausragend abgestimmte Fahrwerk.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Opel Astra 1.4 Business Elegance

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Stufenlose Automatik

Hubraum in ccm: 1.342

Leistung in kW (PS) bei U/min: 107 (145)/5.000 – 6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 236/1.500 – 3.500

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 9,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 210

Tankinhalt in l: 48

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km nach WLTP: 6,1

CO2-Emission kombiniert in g/km: 140

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.370/1.871/1.485

Radstand in mm: 2.662

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.395

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.910

Kofferrauminhalt in l: 370 – 1.210

Bereifung: 205/55 R16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 30.595

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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