Mitte Februar 2022 stellten wir den neuen Opel Astra bereits ausführlich vor.

Nun folgt Ende Juni der Bericht über die erste Ausfahrt des neuen Opel Astra Sports Tourer. Dieser steht in der Tradition des Kadett Caravan, der vor über 60 Jahren der erste kompakte Kombi aus Deutschland war. Trotz eines um 5,7 Zentimeter auf 2,73 Meter gewachsenen Radstand ist der neue Astra Sports Tourer um sechs Zentimeter kürzer als sein Vorgänger. Gleich vorneweg. Die Fahrdynamik hat trotz mehr Länge und ein bisschen mehr Gewicht nicht gelitten. Deshalb widmen wir uns im Fahrbericht den Besonderheiten des Sports Tourer sowie der neuen Spracherkennung.

Viel Platz dank justierbarem „Intelli-Space“-Ladeboden

597 Liter Ladevolumen sind das Maß der Dinge beim neuen Opel Astra Sports Tourer. Werden die Sitze umgeklappt entstehen mehr als 1.634 Liter. Die serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 klappbaren Rücksitze ermöglichen in diesem Fall zusammen mit dem Heckabteil eine vollkommen ebene Ladefläche. Die Plug-in-Hybrid-Varianten mit den im Unterboden verbauten Lithium-Ionen-Batterien müssen mit 516 respektive 1.553 Litern auskommen.

Bei den klassischen Verbrennern  wird der Kofferraum mit dem auf Wunsch erhältlichen „Intelli-Space“-Ladeboden noch variabler. Der bewegliche Boden lässt sich mit nur einer Hand ganz einfach in zwei Höhen justieren und in einem 45-Grad-Winkel arretieren.

Den Komfort steigert auch die einfahrbare Laderaumabdeckung. Die einfahrbare Laderaumabdeckung lässt sich bei Bedarf unabhängig von der eingestellten Höhe des Ladebodens darunter verstauen. Darüber hinaus ermöglicht „Intelli-Space“ auch den direkten Zugriff auf das Reifenreparatur-Kit. Dieses Kit ist, wie auch der Erste‑Hilfe-Kasten so im Heck untergebracht, dass sowohl vom Rücksitz aus als auch über den Kofferraum Zugriff besteht, ohne Gepäck ausräumen zu müssen.

Antriebsarten des neuen Opel Astra Sports Tourer

Mit dem 1,2-Liter-Turbo mit 81 kW (110 PS) startet der Opel Astra Sports Tourer in den Markt. Immer gekoppelt an ein manuelles Sechsgang-Getriebe. 20 PS mehr und die Wahl zwischen manueller Schaltung oder der empfehlenswerten Achtgang-Automatik sind die nächste Stufe.

Die Benziner sind immer Dreizylinder-Motoren während der Diesel mit 1,5 Litern Hubraum seine Leistung von 96 kW (130 PS) aus vier Zylindern schöpft. Bei diesem Modell besteht ebenfalls die Möglichkeit, die manuelle Schaltung abzuwählen und der Achtgang-Automatik die Gangwechsel zu überlassen.

Die Kombination aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner mit 110 kW (150 PS) und einem 81,2 kW (110 PS) starkem Elektromotor ergibt beim Plug-in-Hybrid eine Systemleistung von 133 kW (180 PS). Ordentlich Schmackes, um den elektrifizierten Opel Astra aus dem Stand in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu treiben. Geschaltet wird übrigens ebenfalls mit der Achtgang-Automatik. Ein weiterer PHEV (Plug-In-Hybrid) mit mehr Leistung ist ebenso in Planung, wie ein rein elektrisches Modell.

Ausstattungsoptionen des neuen Opel Astra Sports Tourer

Wie auch beim fünftürigen Astra wird der Sports Tourer als Elegance, GS Line, Ultimate angeboten. Der Aufpreis für den Kombi beträgt jeweils 1.100 Euro, sodass der 1,2-Liter mit 81 kW (110 PS) und manueller Handschaltung 27.750 Euro kostet.

Teuerster Vertreter der Sports Tourer Baureihe ist der 1,5-Liter-Diesel mit 96 kW (130 PS), der als Ultimate 39.780 Euro kostet. Sagenhafte 3.100 Euro günstiger ist der gleich starke und ebenfalls mit der Achtgang-Automatik ausgestattete 1,2-Liter-Turbo-Benziner. Da stellt sich die Frage nach dem Kauf eines Selbstzünders wohl leider nicht mehr.

Unsere Empfehlung ist wie so oft entweder die sportliche GS Line oder aber der Business Elegance, der als Benziner mit 130 PS 28.600 Euro und mit der Automatik 31.000 kostet. Die beiden Diesel-Versionen sind bekanntermaßen um 3.100 teurer. Unter anderem kommt diese Version mit Multimedia Navigationssystem inklusive Connected Navigation Paket Plus samt TomTom Online Traffic, Online-POI-Suche und –Routenführung. Dazu sind Informationen zu Parkmöglichkeiten und Kraftstoffpreisen, Ladestationsfinder sowie Over-the-Air-Kartenupdates verfügbar.

Der Plug-in-Hybrid startet als Elegance bei 40.200 Euro, kostet als GS Line 41.430 Euro und als Ultimate 45.510 Euro. Der Business Elegance liegt bei 39.750 Euro.

Zur Serienausstattung gehören in jeder Variante Assistenzsysteme wie der Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung, die Fußgängererkennung, der Spurhalte- und Verkehrsschild-Assistent, die Müdigkeitserkennung sowie der automatische Geschwindigkeit-Assistent. (bei Automatikgetriebe mit Stoppfunktion). Zudem sind der Parkpilot für Front und Heck sowie die 180-Grad-Rückfahrkamera Serie. Daneben noch die Zwei-Zonen-Klimatisierungsautomatik der AGR-zertifizierte ergonomische Aktiv-Sitz für den Fahrer.

„Hey Opel“, die natürliche Spracherkennung

Beide Varianten des neuen Opel Astra sind mit der natürlichen Spracherkennung ausgestattet. Mit der Ansage „Hey Opel“ wird sie aktiviert und es lassen sich einfach Befehle eingeben. Die Basis bildet dabei das Pure Panel-Cockpit wie es bereits beim Opel Mokka, dem neuen Grandland und dem Astra verfügbar ist.

Das Infotainment erkennt Fahrer oder auch Passagiere anhand des Smartphones. So können unterschiedliche Personen ihre individuellen Einstellungen mit einer Berührung auf dem Widescreen aktivieren.

Wird im Pure Panel die Navigation aufgerufen, so erfolgt diese online-unterstützt in Echtzeit (Connected Navigation Plus) und erkennt damit beispielsweise Staus bereits in der Entstehung. Karten-Updates gibt es ebenfalls „over the air“, sodass der Kunde jederzeit und überall über die aktuelle Straßenführung informiert ist. Der neue Astra verfügt zudem über die jüngste Generation von voll vernetzten Assistenzsystemen.

Fazit

Die uferlos teureren Dieselmodelle werden beim Opel Astra Sports Tourer genauso wie beim Fünftürer eine untergeordnete Rolle spielen. Dafür ist der 130 PS starke Benziner mit der Achtgang-Automatik eine gute Wahl. Ob sich aber ein Plug-in-Hybrid rentiert, ist erstens eine Frage der Fahrzeugnutzung, zweitens der Lademöglichkeiten und drittens der Fördermaßnahmen.

Der Aufpreis von 1.100 Euro ist für Menschen mit höherem Platzbedarf sinnvoll angelegtes Geld. Wer das höhere Ladevolumen nicht benötigt, ist mit dem auch nicht gerade kleinen Fünftürer bestens bedient. Schade ist nur, dass aufgrund der Konzernpolitik und der deshalb eingeschränkten Auswahl an Antrieben weder ein Mild-Hybrid mit 48-Volt-Technologie oder aber ein Voll-Hybrid und noch ein CNG-Motor zur Wahl stehen.

Opel Astra Sports Tourer

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Opel Astra Sports Tourer 1.2 Turbo GS Line (Referenzmodell)

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 1.199

Leistung in kW (PS) bei U/min: 96 (130) 5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 230/1.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 9,9

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 210

Tankinhalt: 52 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,5 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km:  119

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.642/1.480/1.860

Radstand in mm: 2.732

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.438

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.940

Kofferrauminhalt in l: 587 – 1.634

Bereifung: 225/45 R17

Felgen: 7 ½ x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 32.680

 

Dietmar Stanka