Steckbrief Opel Grandland X

Um die Jahreswende 2016/2017 fuhr ich das französische Pendant des neuen Opel Grandland X, den Peugeot 3008. Ende September konnte ich mich von den Qualitäten des Rüsselsheimer überzeugen, nach dem Crossland X das zweite Produkt aus der Kooperation mit der PSA-Gruppe. Die übrigens bereits seit 2012 besteht, fünf Jahre vor dem Kauf von Opel durch PSA.

Die Formensprache des Opel Grandland X

Optisch zeigt sich der Opel wie ein echter SUV. Er ist rund 20 Zentimeter länger als sein kleiner Bruder Crossland X und der dritte der X-Familie, die vom Opel Mokka X begründet wurde. Auch wenn sich der Opel Grandland X und der Peugeot 3008 die gleiche Basis teilen, sind sie in ihrem Aussehen deutlich verschieden.

Der etwas mehr als 4,47 Meter lange Opel zeigt seine Familienzugehörigkeit an der Front durch den mittig positionierten Opel-Blitz, der von Chromflügeln flankiert ist. Diese münden in schmale Scheinwerfer mit dem markanten LED-Doppelschwingen-Motiv. Die Motorhaube trägt Opel-typisch die Bügelfalte im Blech.

Wird die optionale zweifarbige Lackierung gewählt, verstärkt sich der Eindruck eines schwebenden Daches beim Anblick der Seitenlinie. Das Heck ist betont kräftig und breit ausgelegt, was dem Opel Grandland X einen besonders festen und muskulösen Stand verleiht.

Das Interieur zeigt sich aufgeräumt, übersichtlich und ergonomisch. Die horizontale Ausrichtung auf den Fahrer ist mittlerweile in allen neuen Opel-Automobilen zu finden. Klar strukturiert sind auch die auf drei Ebenen in der Mittelkonsole angeordneten Bedienelemente für das Infotainment, die Klimatisierung sowie für das Chassis.

Der lange Radstand von über 2,67 Metern ist für den großzügigen Passagierraum genauso verantwortlich wie für das Volumen für das Gepäck, das von 514 mit 1.652 Liter reicht. Je nach gewählter Ausstattungsvariante genügt zudem ein Fußkick, um die Heckklappe automatisch zu öffnen.

Fahrvergnügen

Zum Verkaufsstart des neuen Opel Grandland X am 21. Oktober 2017 stehen zwei Triebwerksvarianten zur Wahl. Ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 96 kW (130 PS) sowie ein 1,6-Liter-Diesel mit 88 kW (120 PS). Ich bin sie Ende September beide gefahren und war in erster Linie von der hohen Laufruhe und den agil zu Werke gehenden Triebwerke überrascht.

Beide Motoren sind entweder an ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder an eine ebenfalls so viele Gänge verfügende Automatik gekoppelt. Der Aufpreis für den Automaten beträgt jeweils 1.600 Euro.

In Sachen Fahrwerk müssen sich die Rüsselsheimer definitiv nicht verstecken. Der Opel Grandland X liess sich zügig durch die hübschen Ecken Rheinhessens zirkeln. Beim Verbrauch hielten sich beide Motoren zurück. Beim Benziner flossen rund 7 Liter durch die Einspritzdüsen, der Diesel lag bei 5,5 Litern.

Wer mehr Leistung oder eine größere Auswahl an schwächeren Triebwerken möchte, muss sich ein klein wenig gedulden. Opel verspricht unter anderem den neuen BiTurbo-Diesel aus dem Opel Insignia, eine Achtgang-Automatik sowie bald auch einen Plug-in-Hybrid. Dieser wird den auf Frontantrieb ausgelegten Opel Grandland X in ein Allrad-Fahrzeug verwandeln. Vorne treibt der Benziner die Achse an, hinten sorgt der Elektromotor für mehr Traktion.

Ausstattungsversionen

Der Opel Grandland X startet mit dem Selection bei 23.700 Euro und hat serienmäßig bereits das LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten, den Spurhalteassistenten, die Verkehrsschilderkennung, den Berganfahr-Assistenten, Radio und Bluetooth sowie eine Klimaanlage mit Partikel- und Geruchsfilter und eine Geschwindigkeitsregelanlage an Bord.

Der Diesel ist mit einem Aufpreis von 2.800 Euro und einem Einstiegspreis von 26.500 Euro deutlich teurer. Mit dem Edition, der als Benziner mit 26.200 Euro in der Liste steht, verfügt der Grandland X über den außergewöhnlichen Top-Service Opel OnStar, die hintere Einparkhilfe und das Sichtpaket mit Regensensor, Fernlicht-Assistenten und automatisch abblendbaren Innenspiegel.

Der Dynamic ist ab 28.950 Euro zu erwerben, verfügt über einen schlüssellosen Zugang, den Parkpiloten vorne inkl. Rückfahrkamera, Sitz- und Lenkradheizung sowie den Frontkollisionswarner mit Fußgänger-Erkennung sowie automatischer Gefahrenbremsung und den Spurhalte-Assistenten.

Mit dem Innovation hält ab einem Preis von 30.700 Euro das adaptive LED-Fahrlicht genauso Einzug in den Opel Grandland X, wie die beheizbare Frontscheibe, der automatische Parkassistent sowie die empfehlenswerten Ergonomiesitze mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR).

Neben den eben genannten Ausstattungslinien lohnt ein Blick auf die Business Edition und die Business Innovation. Trotz des Namenszusatzes sind diese Modelle nicht nur für Geschäftskunden reserviert. Interessante Packages machen diese Versionen besonders attraktiv.

Fazit

Es sei das neue “normal”, sagte Christian Löer, Marketing-Direktor von Opel Deutschland und meinte damit den ungebrochenen Trend zu SUV. Dass diese sozialverträglich, kompakt, effizient und praktisch sind, beweist Opel mit der gesamten X-Familie. Oder auch mit den Leergewichten des Grandland X, die in der Benziner-Version bei gerade einmal 1.350 und für den Diesel bei 1.392 kg liegen.

Fotos: Thorsten Weigl

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Opel Grandland X 1.2 Business Innovation

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.199

Leistung in kW (PS) bei U/min: 96 (130)/5.550

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 230/1.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 11,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 188

Tankinhalt: 53 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,4 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 124

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.477/1.856/1.609

Radstand in mm: 2.675

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.350

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.930

Kofferrauminhalt in l: 514 – 1.652

Bereifung: 225/55 R 18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 30.165

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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