Der neue Opel Mokka fährt entweder mit Benzin, Diesel oder rein elektrisch.

So tritt er allein schon wegen seiner äußerst gelungenen Optik selbstbewusst in die technischen Fußstapfen des erfolgreich gestarteten Opel Corsa. Kein Wunder, teilen sich doch die beiden Rüsselsheimer zusammen mit weiteren Fahrzeugen des Stellantis-Konzerns die Multi-Energy-Plattform CMP.

Wir sind bei der ersten Fahrvorstellung Anfang Februar mit dem 96 kW (130 PS) starken Benziner und mit dem 100 kW (136 PS) leistenden Mokka-e gefahren.

Ein echter Hingucker

Dass den Designern bei Opel mit dem Opel Mokka ein großer Wurf gelungen ist, beschrieben wir bereits im September vergangenen Jahres bei der Weltpremiere des Crossovers. Das muskulöse Äußere ist auf einer Länge von etwas mehr als 4,15 Metern verpackt. Die kurzen Überhänge und der daraus umsetzbar gewordene Radstand von über 2,56 Metern sind perfekt für viel Raum im Inneren.

Das Interieur überzeugt mit guter Verarbeitung und durchwegs hochwertigen Materialien. Auf dem großen Opel Panel sind je nach Ausführung entweder 7, 10 oder 12 Zoll große Monitoren zu sehen. Die Bedienung wird aus einem sinnvollen Mix aus analogen wie digitalen Elementen zum Kinderspiel.

Die Fahreigenschaften des Opel Mokka-e

Drei Fahrmodi stehen für den Opel Mokka-e zur Auswahl. Normal mit einer Leistung von 80 kW und 220 Nm Drehmoment. Eco mit mageren, aber für den urbanen Verkehr ausreichenden 60 kW und 180 Nm. Sport steht für die volle Leistung von 100 kW und starken 260 Nm Drehmoment. Keine Frage also, in welchem Modus die effizienteste Fortbewegung möglich ist.

Im Allgemeinen empfiehlt sich unserer Erfahrung nach der Normal-Modus. Eine kluge und vorausschauende Fahrweise führt bei Gaswegnahme oder Bremsen zu einer deutlichen Rückgewinnung von Energie. Mit dieser Rekuperation wird der Akku sukzessive beladen, sodass eine Erhöhung der Reichweite umsetzbar ist.

Der Akku des Opel Mokka-e verfügt über eine Kapazität von 50 kWh. Bei einem Verbrauch von 18 kWh auf 100 Kilometer ist laut WTP eine Reichweite von 324 Kilometer möglich. Sind Verbraucher, wie beispielsweise die Klimaautomatik oder die Audioanlage nicht in Betrieb und wird zudem auf eine nur mäßige Beschleunigung und eine relativ niedrige Dauergeschwindigkeit geachtet, kann dieser Wert erreicht oder sogar getoppt werden.

Eco-Modus und frieren?

Aber nicht bei unseren Testfahrten bei unangenehm eisigen Temperaturen. Heizung an, Licht an, Musik an und ab die Post. Einmal, kurz der Erfahrung wegen, den Eco-Modus eingeschaltet. War aber nix, da nicht nur die Leistung sinkt, sondern auch die Heizleistung. So blieben wir meistens im Normal-Modus, der übrigens nach jedem Fahrzeugstart aktiviert ist.

Rund um Rüsselsheim war die Ausfahrt mit dem neuen Mokka-e zwar nicht spektakulär, aber durchaus im Sinne einer Pendelfahrt mit einem rein elektrisch angetriebenen Automobil. Ergo innerstädtischer Verkehr, ein paar Kilometer Autobahn und viel Landstraße mit einigen Ortsdurchfahrten. Das Resultat war ein Verbrauch von rund 23 kWh auf 100 Kilometer, was die Reichweite auf rund 218 Kilometer reduzierte.

Wo wir einmal mehr bei der Sinnhaftigkeit eines Elektrofahrzeugs ankommen. Für den urbanen und suburbanen Einsatz mit der Möglichkeit zuhause oder/und am Arbeitsplatz zu laden, ist es ideal. Dann sind es Autos wie der Mokka-e oder auch der Corsa-e mit seiner nahezu optimalen Konfiguration mit relativ niedrigem Gewicht und einer sinnvollen Größe des Akkus.

Der Opel Mokka mit Benziner

Eine weitere Runde drehten wir mit einem Mokka mit 130 PS und Achtgang-Automatik, verpackt als GS-Line. Sportlich grummelig meldete sich den Dreizylinder mit einem Hubraum von 1,2 Litern zu Wort. Ein ganz anderes Gefühl, als das leise Summen des Mokka-e. Wie es euch gefällt, wusste schon William Shakespeare in seinem Theaterstück zu vermelden.

Der kleine Motor verfügt ebenfalls über die drei Fahrmodi Eco, Normal und Sport lässt sich durchaus sparsam bewegen. Wir wollten aber mal die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h anpeilen, sodass der Verbrauch kurzfristig in den niedrigen zweistelligen Bereich hochschoss. Kein Wunder, denn hubraumschwache Motoren mit Turbo sind bei hohen Drehzahlen für ihren Durst berüchtigt.

Es geht aber auch durchaus sparsamer und damit effizienter. Bei einem Mix aus Landstraßen sowie innerstädtischen Verkehr sinkt der Verbrauch deutlich auf rund 6 bis 7 Liter. Beide Antriebsvarianten überzeugten mit einem guten Fahrwerk, das eher straff, aber dennoch komfortabel ausgelegt ist.

Ausstattungsversionen

Der Mokka startet ohne Beinamen mit 74 kW (100 PS) bei 19.990 Euro. Wir gehen davon aus, dass dieses Modell selten bis gar nicht produziert wird, obwohl es eine ansehnliche Serienausstattung vorweisen kann. Beispielsweise den Frontkollisionswarner mit City-Notbremsung und Fußgängererkennung, den Spurhalteassistenten und die Verkehrsschild- und Müdigkeitserkennung.

Weiter geht es mit dem Edition, der mit gleicher Motorisierung 20.800 Euro kostet. Für 96 kW (130 PS) und manuellem Sechsgang-Getriebe müssen 22.815 Euro investiert werden. Die Version mit Achtgang-Getriebe liegt bei 24.765 Euro. Der 1,5-Liter-Diesel mit 81 kW (110 PS) kostet manuell geschaltet 23.595 Euro, der Mokka-e 34.110 Euro.

Der Elegance ist ab 23.990 Euro erhältlich, der Business Elegance ab 22.600 Euro. Letztgenannter ist mit einer interessanten Konfiguration versehen, die einen zweiten Blick definitiv lohnt. Die sportliche angehauchte Version ist die GS-Line ab 25.670 Euro und volle Hütte bietet der Ultimate ab 28.210 Euro.

Erwähnenswert ist unter anderem, dass LED-Leuchten rundum zum Serienumfang gehören. Das herausragende IntelliLux LED Matrix Licht wird ab dem Elegance für 600 Euro angeboten, im Ultimate ist es Serie.

Fazit

Mit dem Opel Mokka können die Rüsselsheimer die Erfolgsgeschichte des Corsa fortschreiben. Mit den drei Antriebsarten, einem fantastischen Design, das Puristen und farbenfroh gestimmte Menschen gleichermaßen überzeugt sowie einer sehr guten Verarbeitung ist der kompakte Crossover für Jung und Alt eine gute Wahl. Produziert wird der neue Opel Mokka in Poissy in der Nähe von Paris.

Opel Mokka GS-Line

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Opel Mokka-e Ultimate (Referenzmodell)

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motorbauart:  1 Elektromotor, Permanent erregt (PSM)

Getriebe: Automatik mit fester Übersetzung

Leistung in kW/ (PS): 100 (136 PS)

Maximales Drehmoment in Nm: 260 Nm

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 9,0

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 150

Batteriekapazität in kWh: 50

Stromverbrauch (WLTP) in kWh/100 km: 18

Reichweite (WLTP) in km: 324

Ladetechnik

DC-Ladesystem: CCS

Ladeleistung in kW: 100

Ladezeit (Schnelllader 0-80 Prozent) in min: 30

Ladezeit  (Wechselstrom 11 kW von 0 auf 100 Prozent) in h:  5:15

Abmessungen, Gewichte

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.151/1.791/1.534

Radstand in mm: 2.561

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.598

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.015

Kofferrauminhalt: 310 – 1.060 l

Bereifung: 215/55 R 18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 41.220 Euro minus staatliche Förderung in Höhe von 9.750 Euro

Dietmar Stanka