Der neue Opel Vivaro-e ist als leichtes Nutzfahrzeug mit verschiedenen Konfigurationen für den urbanen und suburbanen Verkehr konzipiert.

Alle Varianten sind bis zu einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro mit 9.000 Euro voll förderfähig. Bei einem höheren Listenpreis sind es, befristet bis zum 31.12.2021, immerhin noch 7.500 Euro.

Versionen und Aufbauten

Für den neuen Opel Vivaro-e stehen die Versionen Kastenwagen Cargo, die Doppelkabine, die Flex Space Doppelkabine, der Kombi fürs Team sowie die Basis für Sonderaufbauten zur Wahl. Je nach Variante sind bis zu 1.200 Kilogramm an Nutzlast respektive 1.000 Kilogramm an Anhängelast möglich. Die Ladelänge beträgt bis zu 3,93 Metern, das Ladevolumen bis zu 6,6 Kubikmetern.

Mit dem 4,60 Meter kurzen Vivaro-e S (Small) will Opel die Lücke zwischen dem Opel Combo und dem Transporter-Segment schließen. Da der S mit einem Wendekreis von 11,30 Metern punktet, ist er besonders für den innerstädtischen Verkehr geeignet.

Der Vivaro-e M (Medium) ist bereits 4,95 Meter lang, die Variante L sogar 5,30 Meter. Die beiden größeren Exemplare verfügen über Ladevolumina in Höhe von 5,8 respektive der bereits genannten 6,6 Kubikmeter.

Antrieb und Batterie

Die Leistung von 100 kW (136 PS) und das Drehmoment von 260 Nm des Elektromotors werden aufmerksamen Lesern vom Corsa-e bekannt vorkommen. Der große Unterschied zwischen dem Kleinwagen und dem leichten Nutzfahrzeug sind die Batteriekapazitäten.

Zur Auswahl stehen ein 50 kWh-Batteriepack mit 18 Modulen sowie ein Akku mit 75 kWh und 27 Modulen. Platzsparend im Unterboden eingebaut beträgt die Reichweite nach WLTP entweder 230 oder bis zu 330 Kilometer.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h, flott genug, um auf Stadtautobahnen zügig unterwegs zu sein. Bei höheren Tempi muss aber mit einer deutlich verringerten Reichweite gerechnet werden.

Am schnellsten sind die Akkus an einer 100 kW-Gleichstrom-Schnellladesäule wieder voll. 80 Prozent Ladezustand werden in rund 30 Minuten bei dem kleineren Package erreicht, 45 Minuten dauert es bei dem größeren. Laut Opel finden die Ladevorgänge effizient und schonend statt, sodass für die Akkus acht Jahre Garantie oder 160.000 Kilometer Laufleistung gewährt werden.

In der täglichen Praxis wird man sich meist mit einer Wallbox oder sogar nur einer regulären Steckdose bedienen können. Serienmäßig hat Opel deshalb einen dreiphasigen 11 kW-On-Bord-Charger spendiert. Mit dem steigen die Ladezeiten deutlich an, sodass ein Vivaro-e wohl meistens in der Nacht geladen wird.

Fahreindrücke

Bei unseren ersten Testfahrten wählten wir einen Opel Vivaro-e in der Version Doppelkabine M, den es mit fünf oder sechs Sitzplätzen gibt. Ideal für kleinere Transportaufgaben von Gütern, dafür mehr Raum für Passagiere.

Mit der größeren Batterie liegt der Preis bei 44.900 Euro, mit der kleineren ist er für 39.900 Euro zu bekommen. Damit wird unser Testwagen nur mit der geringeren Förderung bedacht.

Die klassischen Fahrprofile wie beispielsweise die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h oder den Elastizitätswert erledigt dieser Vivaro-e in 12,1 respektive 13,3 Sekunden. Damit ist er schneller als die Diesel-Fraktion bis 122 PS.

Vom stärksten Diesel mit 177 PS muss er sich in allen Belangen schlagen lassen. Das gilt übrigens auch für den Preis, der in der Version Elegance 36.850 Euro für den Diesel und 46.400 für den Stromer beträgt. Da hilft auch der Abzug der Förderung in Höhe von 7.500 Euro nicht weiter.

In der Summe ist das nahezu lautlose Dahingleiten eine feine Sache. Den kombinierten Stromverbrauch beziffert Opel je nach Version zwischen 21,7 und 27,3 kWh auf 100 Kilometern. War der Gasfuß nicht allzu schwer, erreichten wir ein Mittel dieser Werte problemlos.

Fazit

Auch wenn beispielsweise ein Opel Vivaro-e Cargo S Selection nach Abzug der Förderung „nur“ 26.650 Euro kostet, sollte die Anschaffung eines rein elektrischen Nutzfahrzeugs genau geprüft werden. Denn die Diesel-Versionen sind durch die Bank günstiger in der Anschaffung. Urbane Lieferdienste oder Handwerksbetriebe können mit einem Vivaro-e möglicherweise günstiger unterwegs sein. Vor allem dann, wenn im eigenen Betrieb eine Solaranlage für den notwendigen Strom sorgt.

Fotos: Thorsten Weigl

Opel Vivaro-e Doppelkabine M

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Opel Vivaro-e Doppelkabine M

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motorbauart:  1 Elektromotor, Permanent erregt (PSM)

Getriebe: Automatik mit fester Übersetzung

Leistung in kW/ (PS): 100 (136 PS)

Maximales Drehmoment in Nm: 260 Nm

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 13,3

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 130

Batteriekapazität in kWh: 75

Stromverbrauch (WLTP) in kWh/100 km: 27,3

Reichweite (WLTP) in km: 330

Ladetechnik

DC-Ladesystem: CCS

Ladeleistung in kW: 100

Ladezeit (Schnelllader 0-80 Prozent) in min: 48

Ladezeit  (Wechselstrom 11 kW von 0 auf 100 Prozent) in h:  4:45 h

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.959/2.010/1.935

Radstand in mm: 3.275

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.151

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.090

Ladevolumen in m³: bis zu 3,2

Bereifung: 215/65 R 16

Felgen: 7 x 16″ Stahl

Preis

Listenpreis in Euro exklusive Mehrwertsteuer: 44.900

Dietmar Stanka
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