Knapp sechs Meter Länge sind eine echte Herausforderung. Der neue Ram 1500 Sport vom Importeur AEC kratzt knapp an dieser Marke.

Unter der Haube schlägt ein echtes US-amerikanisches V8-Herz. Der Hemi mit einem Hubraum von 5,7 Litern ist ein reiner Sauger mit einer sagenhaften Laufruhe. Basierend auf der Ausstattungslinie Laramie ist dieser Ram 1500 Sport nach  Kundenwünschen konfiguriert worden.

Shortbed mit 1,70 Meter Länge

Zwei Euro-Paletten und ein Gewicht von 3,5 Tonnen verträgt die mit einer Schutzwanne versehene Ladefläche des Ram 1500 Sport. Es ist das Shortbed, also die kurze Variante, die bei uns in Europa mehr gefragt ist. Definitiv ist dieses Ladevolumen riesig und für die meisten Transportfragen mehr als nur ausreichend.

Auch weil die Nutzlast sagenhafte 3,5 Tonnen beträgt. Zusammen mit der gleichgroßen Anhängelast ist der Ram 1500 Sport das Arbeitstier schlechthin. Den kräftigen Auftritt unterstreichen einige Details wie beispielsweise die schwarz umrandeten Lufteinlässe auf der Motorhaube sowie der in Wagenfarbe lackierte Rahmen des Kühlergrills.

Gut mitgedacht haben die Entwickler bei der Verlängerung der breiten Trittbretter bis hin zur Ladefläche. Dadurch wird es wesentlich einfacher, schnell Gegenstände auf- oder abzuladen, ohne die Heckklappe öffnen zu müssen. Apropos Heckklappe, diese lässt sich einfach durch Druck auf den Schlüssel öffnen.

Edles Interieur und feine Ausstattung

Leder wohin das Auge blickt. Feinste gegerbte Tierhaut überzieht nicht nur die Sitze, sondern auch das Armaturenbrett und die breite Mittelkonsole und die Türen. Die Vordersitze sind zudem beheiz- und belüftbar. Sinnvoll, da das schwarze Gestühl im Sommer recht heiß werden kann.

Über die Ergonomie des US-Pickups schrieben wir bereits im Fahrbericht des Ram 1500 Rebel. Ein senkrecht stehender 12-Zoll-Touchscreen ist der Dreh- und Angelpunkt einer Reihe von Einstellungen. Darunter das für ganz Europa geltende Navigationssystem mit einer sehr guten Kartenauflösung.

Der Antrieb des Ram 1500 Sport

295 kW (401 PS) lassen den Ram 1500 Sport in sportwagenverdächtigen 7 Sekunden von 0 auf 100 km/h stürmen. Für knapp 2,5 Tonnen Leergewicht ein beeindruckender Wert. Würde man sich aber öfter auf solche Kavalierstarts einlassen, hätte nur der Tankstellenpächter große Freude.

Gemächliches Cruisen und entspanntes Dahingleiten sind da eindeutig die bessere Alternative. Vor allem, wenn man sich für die rund 3.000 Euro teure Autogas-Anlage entschiedet. Mit dem Tanken von LPG sinken die Kosten fast um die Hälfte, sodass sich die Investition schnell amortisiert.

Dem Fahrspaß tut der alternative Kraftstoff keinen Abbruch. Einzig der Tankwart dürfte sich grämen. Aber auch der Benzin-Antrieb ist bei sinnvoller und vorausschauender Fahrweise fast schon sparsam zu nennen. Der Ram 1500 Sport lässt sich tatsächlich mit einem kombinierten Verbrauch von rund 14 Litern sehr gut bewegen.

Im Gelände

Der europäische Importeur von Dodge und Ram AEC lud Ende Januar 2020 in die Nähe von Ingolstadt zu ersten Testfahrten auf der Straße und im Gelände ein. Die Fahreigenschaften auf befestigten Untergrund sind tadellos, aber wie bewährt sich der Ram 1500 Sport auf Matsch und Geröll oder Eis und Schnee? Der Regen vergangener Tage bot tatsächlich nur Matsch. Den aber einer unglaublichen Intensität und damit extrem schwer beherrschbar.

Noch dazu wenn reguläre Straßenreifen auf den großen 20-Zöllern montiert sind. Dann half auch manchmal die zugeschaltete Untersetzung nicht, um ein sicheres Fortkommen auf einem geraden Wege zu absolvieren. Kriechfahrt war angesagt und bei so mancher Rampe war vorher zu überlegen, ob der Ram 1500 Sport mit seinem langen Radstand von über 3,67 Metern diesen überhaupt bewältigen kann.

Deshalb empfiehlt es sich immer, das Gelände vorher zu sondieren und sich über den Rampenwinkel von 17,5 Grad mit und 19,5 Grad ohne Unterfahrschutz bewusst zu sein. Weitere zwei Gradmaße sind wichtig für den Offroad-Ausritt: Der Auffahrtswinkel liegt bei 19, der Abfahrtswinkel bei 24,9 Grad.

Fazit

Mehr Kraft, Zuladung und gleichzeitig Komfort für einen angemessenen Preis bietet in Europa kein anderer Pickup. Der VW Amarok in der Top-Ausstattung Aventura mit 258 PS aus dem Dreiliter-Diesel als stärkster Mitbewerber kratzt locker an der 60.000-Euromarke.

Gute Argumente also, sich mal einen echten Ami auf den Hof zu stellen. Dieser Hof sollte übrigens groß genug sein, um rund 6 Meter unterzubringen. Tiefgaragen oder klassischen Einzelgaragen deutscher Produktion sind übrigens nicht geeignet. Somit ist das Revier des Arbeitstiers eindeutig auf dem Land zu finden.

Fotos: John Unseld

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ram 1500 Sport

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: V8-Benziner Hemi

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 5.654

Leistung in kW (PS) bei U/min: 295 (401)/5.600

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 556/3.950

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,0

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 170

Tankinhalt: 98 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 14,9 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 352

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 5.916/2.084/1.971

Radstand in mm: 3.672

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.405

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.500

Ladefläche in l: 1.526

Anhängelast in kg: 3.500

Bereifung: 275/65 R20

Felgen: 10 x 20″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 60.000

Dietmar Stanka