Steckbrief Renault Grand Scénic

SUV an allen Ecken. Nahezu jeder will die hochgesetzten und durch die Bank nicht einmal ansatzweise geländegängigen Automobile besitzen. Es wird deshalb Zeit, für eine Trendwende zu sorgen. In Richtung genauso nutzwertiger Fahrzeuge. Die mindestens so viel Platz bieten wie ein SUV. In denen man ähnlich hoch sitzt und die zudem oftmals über eine bessere Rundumsicht verfügen. So wie der Renault Grand Scénic. Eine Art von Benchmark in diesem Segment.

Nomen est Omen

Der Renault Grand Scénic trägt seinen Namenszusatz mit Fug und Recht. Die auf dem modularen CMF-Baukasten der Renault-Nissan Allianz aufgebaute Minivan überzeugt mit einem mächtigen Radstand von über 2,80 Metern. Platz für bis zu sieben Sitzen und einem Gepäckvolumen von bis zu 1.737 Litern.

Die 4,63 Meter lange Karosserie strotzt vor Selbstbewusstsein. Das darf sich Renault auch leisten. Schließlich waren die Franzosen vor einer kleinen Ewigkeit die Erfinder der europäischen Minivan-Kultur. Den Espace gibt es heute noch, unverkennbar moderner geworden und in mancherlei Hinsicht das große Vorbild der Renault  Grand Scénic.

Bedienkomfort des Renault Grand Scénic

Französische Automobilhersteller gestalten das Cockpit gerne ganz anders als andere Hersteller. Das gilt auch für den Grand Scénic, dessen Ergonomie sich aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase erschließt. Im Zentrum steht im Fall unseres Testwagens ein senkrecht stehender Touchscreen, der mit seinen 8,7 Zoll der Dreh- und Angelpunkt der meisten Fahrzeuganwendungen ist.

Der Aufpreis beträgt für diesen Bildschirm in der von uns getesteten Ausstattungslinie Intens gerade einmal 790 Euro. Inkludiert sind neben dem Europa-Navi zudem eine Onlineverbindung und die Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner. Serienmäßig ist bei der mittleren Ausstattungsvariante das 11,5 Liter fassende Easy-Life-Schubfach. Dieses fährt auf Tastendruck aus und öffnet eine beleuchtete und kühlbare Megabox.

Ausstattungslinien

Fünf Versionen sind für den Franzosen verfügbar. Wobei die Einstiegsvariante Life dem kürzeren Scénic vorbehalten ist und mit dem 85 kW (115 PS) starken Benziner motorisiert, bei 19.990 Euro startet. Mit dem gleichen Motor geht der Grand Scénic in der Version Experience bei 23.690 Euro ins Rennen.

Unser Intens startet wiederum mit dem 115-PS-Benziner bei 25.990 Euro. Die Bose Edition kostet mit dem stärksten Benziner mit 130 PS 28.790 Euro und in der Top-Linie Initiale Paris 34.190 Euro. Die Selbstzünder leisten 81 kW (110 PS), 96 kW (130 PS) und 118 kW (160 PS). Preislich positionieren sie sich zwischen 26.090 und 40.390 Euro.

Serienmäßig rollen alle Renault Grand Scénic auf 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen, die mit 195er Pneus bezogen sind. Diese Felgen sind aerodynamisch geformt und sorgen ebenso wie die rollwiderstandsoptimierten Reifen für einen niedrigen Verbrauch.

In dem von Auto360.de getesteten Intens für 30.290 Euro sind serienmäßig das Famliy- sowie das Komfort-Paket an Bord. Erstes überzeugt mit dem bereits erwähnten Riesenschubfach sowie einem höhenverstellbaren und umklappbaren Beifahrersitz.

Im Komfort-Paket sind die Außenspiegel elektrisch anklappbar, die 13 Liter fassende Mittelkonsole verschiebbar und mit Armlehne versehen und Sonnenjalousien an den hinteren Seitenfenstern befestigt.

Fahrverhalten

Zwei Wochen waren wir mit einem 110-PS-Diesel mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe unterwegs. Eines vorweg. Trotz des Leergewichts von über 1,6 Tonnen ließ sich dieser Renault Grand Scénic zügig, agil und effizient bewegen. Ein mittlerer Verbrauch von etwas mehr als sechs Litern, ermittelt bei flotten Autobahnfahrten, reichlich Stadtverkehr und einigen Landstraßenpassagen mag dies belegen.

Bedingt durch den langen Radstand und den bequemen Fahrersitz legte ich innerhalb der Testwagenphase ermüdungsfrei auch längere Strecken zurück. Wollte ich einmal zügiger unterwegs sein, wechselte ich in den Fahrmodus Sport und schaltete die sieben Gänge manuell.

Fazit

Der Renault Grand Scénic ist mehr als nur eine Alternative zu den SUV. Die hohe Sitzposition ist in diesem siebensitzigen Minivan genauso gegeben, wie der immense Stauraum, eine tolle Rundumsicht, verdammt viel Platz für alle Passagiere sowie ein hohes Maß an Sicherheit. Dazu kommen der niedrige Spritverbrauch und der selbst mit 110 PS kraftvoll agierende Motor. Zudem hat er ein hervorragendes Preis- Leistungsverhältnis und die Renault-Händler warten immer wieder mit interessanten Angeboten auf.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Renault Grand Scénic dCi 110 EDC Intens

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 1.461

Leistung in kW (PS) bei U/min: 81 (110)/4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 260/1.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 12,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 184

Tankinhalt: 53 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 4,0 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 104

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.635/1.866/1.653

Radstand in mm: 2.804

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.615

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.306

Kofferrauminhalt in l: 189 – 1.737

Bereifung: 195/55 R20

Felgen: 7 x 20″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 30.290 Euro

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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