Der Tarraco komplettiert das SUV-Trio von Seat. Bis zu sieben Plätze bietet das neue Modell und zeigt sich damit als Familienauto mit sportlichem Flair.

Lange Zeit war Seat das Sorgenkind des Volkswagen-Konzerns. Das ändert sich gerade grundlegend. Die Marke setzt nicht mehr nur überwiegend auf die Karte kompakter, gerne auch sportlich angehauchter Modelle, sondern ist seit knapp drei Jahren auch in dem Wachstumssegment schlechthin vertreten: kompakte bis mittelgroße SUV. Mit dem Tarraco bringt Seat einen weiteren Player in diesem Marktsegment.

Rekordjahr in Deutschland für Seat mit mehr als 121.000 verkauften Autos

Mit Ateca und Arona hat die spanische VW-Tochter bereits zwei SUV im Programm, die nicht unerheblich am erneuten Rekordjahr des Herstellers in Deutschland beteiligt sind. Exakt 121.724 Neuzulassungen registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt im ganzen Jahr 2018. Das schraubte den bisherigen Rekordwert von 2017 um 12,5 Prozent weiter nach oben. Und das, obwohl der Markt insgesamt stagnierte und die Probleme beim Umstellen auf den WLTP-Messzyklus gegen Ende des Jahres massive Dellen in die Absatzkurven hineinkerbten. Mit dem Tarraco will Seat im neuen Jahr noch einmal kräftig Gas geben. Nach Ateca und Arona komplettiert der Tarraco das SUV-Trio des Herstellers – und gleichzeitig ist es das dritte SUV-Modell auf Basis der Volkswagen-Plattform MQB-A-LWB. Auf dieser Plattform mit langem Radstand  (2,79 Meter) bauen schon VW Tiguan und Skoda Kodiaq auf.

Tarraco als Fünf- oder Siebensitzer zu haben

Wie diese wird es den Seat Tarraco als Fünf- und als Siebensitzer geben. Als Fünfplätzer punktet der Wagen mit dem beachtlichen Kofferraumvolumen von 760 Litern, das sich auf bis zu 1920 Liter erweitern lässt. Entscheidet man sich für die optionalen sieben Sitze (800 Euro Aufpreis), schrumpft der Kofferraum bei voller Bestuhlung auf das Niveau eines Seat Mii, es bleiben bescheidene 230 Liter übrig. Das ist dann mehr Kurzurlaub als Sommerferien. Braucht man aber die sieben Sitze nicht und klappt die hinterste Sitzreihe um, sind es immerhin 700 Liter, jedoch mit unebenem Boden.

Selbstbewusster Auftritt des Seat Tarraco

Der optische Auftritt des Tarraco lässt sich mit «selbstbwusst» beschreiben. Vor allem der kräftige Kühlergrill fällt auf. Alle Lichtelemente sind in LED-Technik ausgeführt, auffällig ist das durchgehende Leuchtband am Fahrzeugheck. Nimmt man hinter dem Lenkrad Platz, gibt es keinen Anlass zum Fremdeln. Wie auch bei den anderen Mitgliedern der Volkswagen-Familie sind die Bedienelement dort, wo man sie erwartet und auch gut erreicht. Die Sitze sind bequem, die Materialien machen einen sehr guten Eindruck, die Verarbeitung ist gut. Die erhöhte Sitzposition erlaubt gute Übersicht nach vorn. Navigation, Entertainment und Fahrzeugfunktionen werden über einen acht Zoll großen Touchscreen gesteuert, einzelne Bedienschritte wie das Wechseln von Radiosendern können über freihändige Gesten erledigt werden. Für Navigationshinweise vertraut sich der Fahrer aber besser dem 10,25 Zoll großen Digitalen Cockpit an, das in direkter Blickachse nach vorne platziert ist und wesentlich intuitiver anzeigt, wann man wohin abzubiegen hat. Sicherheitssysteme wie der Spurhalteassistent oder Front Assist mit City-Notbremsfunktion, Radfahrer- und Fußgängererkennung sind serienmäßig an Bord. Totwinkelassistent, Verkehrszeichenerkennung, Stauassistent, automatische Distanzregelung (ACC) Fernlicht- und Notfallassistent sind optional erhältlich – da bietet der Tarraco also ein zeitgemäßes Angebot.

Vier Motoren zum Markstart des Tarraco

Zum Start tritt der Seat Tarraco mit vier Motoren an, die alle die Euro 6d-Temp-Norm erfüllen. Die Modellpalette beginnt mit dem 1,5 Liter großen TSI, der 150 PS leistet, als 6-Gang-Handschalter erhältlich ist und die Vorderräder antreibt.  Der 190 PS starke TSI  wird mit 7-Gang-DSG gekoppelt und verfügt über den bei Seat 4Drive genannten Allradantrieb. Die Diesel haben 2,0 Liter Hubraum. Die 150-PS-Version wird mit Frontantrieb und 6-Gang-Handschaltung oder mit Allradantrieb und 7-Gang-DSG, das 190 PS starke Topmodell ausschließlich mit 4Drive und DSG angeboten. Bei ersten Ausfahrten der 190-PS-Versionen präsentierte sich der Benziner als sehr angenehmer Cruiser, der vor allem bei Landstraßentempo und Autobahnrichtgeschwindigkeit leise und soft zu Werke geht. Nominell gleich stark, macht der Diesel einen kräftigeren und souveräneren Eindruck und fühlt sich vor allem dank seines höheren Drehmoments (400 Nm zu 320 Nm beim Benziner) den Tick bissiger an.  Dabei haben die Fahrwerkstechniker von Seat einen sehr angenehmen Mix aus Sportlichkeit und Komfort hinbekommen.

Die Preise für den Tarraco starten bei rund 30.000 Euro

Die Preisliste des Seat Tarraco beginnt bei 29.980 Euro für den 150-PS-Benziner mit Handschaltung, der stärkste Diesel (ausschließlich in der obersten Excellence-Ausstattung) liegt bei 43.800 Euro. Die ersten Fahrzeuge stehen im Februar 2019 beim Händler.

Technische Daten

Wie gut ist der neue Seat Tarraco? Im Auto360.de Test: Seat Tarraco 2.0 TDI 4Drive DSG7  

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder, Diesel (Common Rail)

Getriebe: Siebengang-Doppelkupplung-Automatik

Hubraum in ccm: 1.968

Leistung in kW (PS) bei U/min: 140 (190)/3.500-4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 400/1.750 – 3.250

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 8,0

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 210

Tankinhalt: 60 l (Frontantriebsmodelle: 58)

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,6 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 147

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.735/2.1184/1.674

Radstand in mm: 2.790

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.816

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.410

Kofferrauminhalt in l: Siebensitzer 700 – 1.920, Fünfsitzer 760 – 1.920

Bereifung: 235/50 R 19

Felgen: 7 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 43.800

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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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