In Bayern ist die Redewendung “Passt scho” Ausdruck höchster Perfektion. Genau das soll auch der Name des neuen Skoda Kamiq ausdrücken.

Dieser stammt aus der Sprache der Inuit, die im Norden Kanadas und Grönland leben und steht für etwas, das perfekt passt. So setzt auch der kleinste SUV aus Mladá Boleslav die Namensgebung von Kodiaq und Karoq nahtlos fort.

So viel Raum

Ist es die hohe Kunst der perfekten Raumausnutzung, die Skoda beherrscht. Ganz nach dem Motto, “Platz ist in der kleinsten Hütte”, sind nicht nur bis zu fünf Passagiere komfortabel untergebracht, sondern auch bis zu 400 Litern an Gepäck. Möglich macht die bei einer Fahrzeuglänge von etwas mehr als 4,24 Metern, ein Radstand von über 2,65 Metern.

Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt entsteht ein Volumen von bis zu 1.395 Litern. Wer ab und an mal ganz lange Gegenstände transportieren möchte, der sollte 80 Euro in den umklappbaren Beifahrersitz investieren. Damit entsteht eine mögliche Ladelänge von über 2,44 Metern.

Exterieur und Interieur

Der Kamiq baut technisch auf dem Scala auf. Gegenüber dem neuen Kompaktmodell verfügt der kleine SUV, oder besser gesagt Crossover, um 37 Millimeter mehr Bodenfreiheit.

Der Skoda Kamiq zeigt mit der zweigeteilten Anordnung der Teil-LED-Frontleuchten seine ganz eigene Optik. Dreidimensional und der böhmischen Tradition der Glaskunst folgend, mit kristallinen Effekten versehen, das Fahrlicht.

Darüber, jeweils vier Edelsteinen gleich das Tagfahrlicht. Die Nebelscheinwerfer dienen zudem als Abbiegelicht und die Blinker sind vorne wie hinten, erstmals bei einem Skoda, dynamisch. Apropos hinten: Die Skoda-typische C-Form der Rückleuchten erfuhr ebenfalls eine neue Interpretation.

Ähnlich wie beim Skoda Scala sind auch für den Kamiq eine Reihe von hübschen Stoffbezügen und je nach Trimlevel und Außenfarbe diverse Dekorelemente für das Interieur verfügbar.

Motorisierungen und Preise

Keine Überraschungen bietet der neue Skoda Kamiq bei den Ausstattungslevels. Los geht’s mit dem 1-Liter-TSI mit 70 kW (95 PS) als Active bei 17.950 Euro. Als Ambition kostet er 20.750 Euro, als Style 22.750 Euro. Mehr Power, will heißen 85 kW (115 PS) kosten mindestens 19.150 Euro. Der gleiche Motor mit DSG ist 1.800 Euro teurer.

Der 1,6-Liter-Diesel mit 85 kW (115 PS) liegt handgeschaltet als Active bei mindestens 22.100 Euro, als Style mit DSG sage und schreibe 28.700 Euro. Kommen werden ein 1,5-Liter mit 110 kW (150 PS) sowie der CNG-Antrieb mit 68 kW (90 PS).

Das ist wie wir schon bei unserem Praxistest mit dem Seat Arona TGI festgestellt haben, die eindeutig falsche Wahl. Wesentlich effizienter wäre der 1,5-Liter-CNG, den wir im Seat Leon TGI getestet haben.

Ausstattungsfeatures

Es mutet für Skoda seltsam an, dass für die Klimaanlage in der Basisversion Active ein Aufpreis von gewaltigen 1.110 Euro fällig wird. Da wirken die 520 Euro, die Skoda für die Zweizonen-Klimaautomatik für den Ambition aufruft, fast schon preiswert. Und der nützliche Türkantenschutz ist für den Active gar nicht bestellbar, für die beiden anderen Varianten kostet er jeweils 150 Euro.

Genau wie sein technischer Zwillingsbruder Scala verfügt auch der Kamiq über den trichterförmigen Einfüllstutzen für den Wischwasserbehälter. Und zudem ab dem Ambition über die beiden Regenschirme in den vorderen Türen und die abnehmbare LED-Taschenlampe im Kofferraum.

Fahrdynamik des Skoda Kamiq

Unsere ersten Testfahrten führten uns von Flughafen Basel durch das Elsass und die Vogesen nach Straßburg und wieder zurück. Auf dem Weg in Richtung Norden bewegten wir uns hauptsächlich auf den traumhaften Bergstraßen, den Rückweg absolvierten wir auf der französischen Autobahn in der Rheinebene.

Für beiden Fahrten stand uns der 115 PS starke Dreizylinder mit DSG zur Verfügung. In Verbindung mit der für 150 Euro verfügbaren Fahrprofilauswahl mit den Modi Eco, Individual, Normal und Sport werden die Kennlinien der Schaltung angepasst. Für den dynamischen Ritt in den Vogesen bevorzugten wir deshalb die Einstellung Sport.

Der Motor mit einem Drehmoment von 200 Nm hatte mit den gut 1,2 Tonnen schweren recht leichtes Spiel, sodass der Fahrspaß nicht zu kurz kam. In der Summe aller Fahrten mit einer Strecke von mehr als 300 Kilometern kamen wir auf einem Durchschnittsverbrauch von 6,8 Litern.

Fazit

Ein feiner kleiner SUV, der auch in das urbane Umfeld passt. Der Skoda Kamiq kommt zwar nur mit Frontantrieb, wird aber wohl dennoch ein Erfolgsschlager den tschechischen Automobilhersteller. Nach Aussagen eines Sprechers von Skoda Deutschland wird der 150 PS starke Benziner einen Marktanteil von 50 Prozent erobern. Gefolgt von der von uns gefahrenen 115-PS-Version. Sobald die starke Variante zur Verfügung steht, werden wir dieses Modell einem Praxistest unterziehen und auf die weiteren Details näher eingehen.

Fotos: Hans-Dieter Seufert

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Skoda Kamiq 1,0 TSI Style

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Siebengang-DSG

Hubraum in ccm: 999

Leistung in kW (PS) bei U/min: 85 (115)/5.000 – 5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 200/2.000 – 3.500

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,0

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 193

Tankinhalt in l: 50

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,3

CO2-Emission kombiniert in g/km: 112

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.241/1.793/1.531

Radstand in mm: 2.651

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.251

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.710

Kofferrauminhalt in l: 400 – 1.395

Bereifung: 205/55 R17

Felgen: 6,5 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 25.750

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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