Pickups werden auch in Deutschland immer populärer. Wegen der Flutwellen der SUV will sich so mancher ehemalige Fahrer eines Geländewagens von der Masse absetzen.

Das passt der SsangYong Musso gut ins Bild. Auch weil er mit einem Basispreis von 23.990 Euro mit Hinterradantrieb einer der günstigsten Vertreter seiner Klasse ist. Motorisiert mit einem 133 kW (181 PS) starken 2,2-Liter-Diesel und einem Drehmoment von 400 Nm zieht er die berühmte Wurst problemlos vom Brot.

Der praktische Nutzen des SsangYong Musso

Fünf Personen passen locker in die Doppelkabine des SsangYong Musso. Dahinter streckt sich die Ladefläche auf einer Länge von 1,30 Metern und bietet ein Gesamtvolumen von 1.011 Litern. Gegenüber dem Vorgängermodell Actyon bedeutet dies einen Zuwachs von 112 Litern.

Die Ladefläche ist serienmäßig durch eine Kunststoffwanne geschützt und für die Sicherung der Ladung sind Verzurrösen angebracht. Das Design des aus Südkorea stammende Pickup ist bei weitem nicht mehr so außergewöhnlich wie das des Actyon, was dem Musso möglicherweise mehr Erfolg bescheren könnte.

Eine clevere Lösung stellen die großen Türen da, die komplett die Schweller bedecken. Dadurch wird vermieden, dass die Passagiere beim Ein- und Aussteigen mit dem Schmutz in Berührung kommen. Diesen Vorzug erlebten wir mit Vergnügen in unserer Testzeit von Mitte Januar bis Anfang Februar.

Das Interieur wirkt robust und strapazierfähig. Das Cockpit ist aufgeräumt und ergonomisch gestaltet. Im zentralen Blickbereich sind die klassischen Rundinstrumente sowie digitale Informationen des Bordcomputers zu finden. In unserem SsangYong Musso in der höchsten Ausstattungsvariante Sapphire beherrschte zudem der 9,2 große Touchscreen das Bild des Armaturenträgers.

Das Fahrverhalten des SsangYong Musso

Der kraftvoll zu Werk gehende Selbstzünder zieht den SsangYong Musso auf der Autobahn problemlos in Richtung 190 km/h. Serienmäßig ist das Triebwerk mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe gekoppelt. In unserem Testwagen war die 2.000 Euro teure Sechsgang-Automatik verbaut, die wir alleine schon aus Komfortgründen empfehlen.

Wir hatten Anfang 2019 im südlichen Bayern unterschiedliche Fahrbahnzustände, die das Können des SsangYong Musso gut in Szene setzen konnten. Bei trockenen Verhältnissen verließen wir uns auf den Hinterradantrieb, der zusammen mit dem Eco-Modus selbstverständlich auch den Spritkonsum mit rund 9 Litern auf 100 Kilometer in Grenzen hielt. Schade ist nur, dass SsangYong auf einen Vorheizer verzichtet hat. So dauerte es bei den kalten Temperaturen gut fünf Minuten, bis der Innenraum warm wurde.

Im Power-Modus waren auch schnelle Überholvorgänge auf Landstraßen problemlos möglich. Die optionale Sechsgang-Automatik arbeitet unauffällig und mit leichter Verzögerung entsprechend den gestellten Anforderungen.

Wir erlebten auch schneebedeckte Fahrbahnen. Dort wählten wir den zuschaltbaren Allradantrieb der Stufe 4L sowie den Wintermodus. Die Fahrstabilität unseres SsangYong Musso war mit dieser Wahl uneingeschränkt positiv und souverän. Wir pflügten locker und lässig über die Landstraßen ohne auch nur einen Muckser unserer Pickups zu spüren.

Abseits befestigter Straßen half uns die niedrige Übersetzung der Fahrstufe 4L deutlich weiter. Für das noch mehr an Traktion bietet SsangYong für den Musso die 400 Euro kostende Differenzialsperre an. Diese erhöht zudem die Anhängelast auf den guten Wert von 3 Tonnen. Perfekt für den Transport von Pferden oder Booten. 2019 soll das Angebot des Musso mit verlängerter Ladefläche und einer Anhängelast von 3,5 Tonnen erweitert werden.

Ausstattungsfeatures

Drei Versionen sind für den SsangYong Musso bestellbar. Die Basisversion Crystal, die mittlere Variante Quartz und das von uns getestete Spitzenmodell Sapphire. Die Preise liegen für die Allradversionen bei 25.990, 33.990 und 37.990 Euro. Sinnvolle Features wie Bluetooth, DAB+-Digitalradio, Nebelscheinwerfer sowie Licht- und Regensensor und eine manuelle Klimaanlage sind bereits im Crystal vorhanden.

In der Ausstattungslinie Quartz kommen zusätzlich 17 Zoll große Leichtmetallfelgen, die Smartphone-Integration durch Apple CarPlay sowie Google Android Auto, die Einparkhilfe vorne und hinten inklusive Rückfahrkamera, eine Klimaautomatik sowie die im Winter unabdingbare Lenkradheizung dazu.

Das für den Quartz mit 700 Euro noch aufpreispflichtige Navigationssystem mit dem 9,2 Zoll großen Touchscreen gehört in der Top-Ausstattung Sapphire zum Serienumfang. Des Weiteren die individualisierbare Supervision-Instrumententafel, Sitzbezüge in Kunstleder, die vorne beheiz- und kühlbar sind sowie leuchtstarke HID Hauptscheinwerfer.

Für den Einsatz als Arbeitstier wünschten wir uns den SsangYong Musso zudem als Single Cab und größerer Ladefläche. In diesem Fall haben die Mitbewerber die Nase eindeutig weiter vorne. Hardtops für die Ladefläche bietet unter anderem Carryboy an.

Fazit

Der SsangYong Musso ist eine gute Mischung zwischen Arbeitstier und Alternative zu einem klassischen SUV. Empfehlenswert ist in jedem Fall der zuschaltbare Allradantrieb, die diesen Pickup nahezu sämtliche Anforderungen problemlos erfüllen lässt.

Schade ist, dass das Safety-Paket mit dem Tote-Winkel-Assistenten, dem Querverkehrswarner und dem auch im Gelände sinnvollen 360-Grad-Kamerasystem mit 2.000 Euro reichlich teuer ist und zudem ausschließlich mit 1.000 Euro teuren 20-Zoll-Felgen zu bekommen ist. Lobenswert ist dagegen die Fünf-Jahres-Garantie bis zu 100.000 Kilometern.

Technische Daten 

Im Auto360.de Test: SsangYong Musso Sapphire 4WD Automatik

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Sechsgang-Automatik

Hubraum in ccm: 2.157

Leistung in kW(PS) bei U/min: 133 (181)/4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 400/1.400 bis 2.800

Beschleunigung 0-100 km in s: n.n.

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 185

Tankinhalt: 75 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l auf 100 km: 7,2

CO2-Emission kombiniert in g/km: 226

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 5.095/1.950/1.840

Radstand in mm: 3.100

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.267

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.880

Bereifung: 255/60 R 18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 39.990 Euro

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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