Neben dem von uns in einem Praxistest unterzogenen Korando hat SsangYong mit dem Tivoli einen mit 4,22 Metern etwas kleineren SUV im Portfolio.

Der SsangYong Tivoli, erstmals 2016 vorgestellt, wurde gründlich überarbeitet und mit einem neuen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 120 kW (163 PS) bestückt. Zudem steht der kleinste SsangYong mit dem starken Diesel des von uns getesteten Korando zur Wahl.

Extravagantes Design

Die stimmig gestylte Front und die mit Sicken und Kanten durchzogenen Seitenlinie werden mit einem extravaganten Heck aufgepeppt. Auffällig sind die in S-Form gehaltenen LED-Rückleuchten sowie die etwas nach außen gezogene Heckklappe. Dennoch haben sich die Designer an dem europäischen Geschmack orientiert und eine insgesamt gefällige und trotzdem außergewöhnliche Karosserie gezeichnet.

Im Interieur ist wohlfühlen angesagt. Die erhöhte Sitzposition lässt eine gute Rundumsicht zu. Die Bedienelemente sind ergonomisch angeordnet und damit intuitiv schnell erfassbar. Einzig der Schalter für die sinnvolle Lenkradheizung ist links unterhalb des Volants unserer Ansicht nach fehl am Platz.

Während sich die Passagiere auf den vorderen Sitzplätzen gemütlich räkeln dürfen, geht es hinten ein wenig enger zu. Zu zweit sitzt man bequem, die Knie- und Kopffreiheit passt, ein dritter Mitfahrer müsste sich aber reinzwängen. Im Kofferraum stehen 395 Liter an Volumen zur Verfügung. Klappt man die asymmetrisch geteilte Rückbank nach vorne, entstehen rund 1.000 Liter.

Antrieb und Fahrverhalten

Wie sein großer Bruder Korando ist der SsangYong Tivoli auch mit Allradantrieb und Automatikgetriebe zu bekommen. Unser Testwagen war mit Frontantrieb und manueller Schaltung ausgestattet. Diese ist leider etwas unpräzise ausgelegt. Wird der Schalthebel nicht kräftig nach links gedrückt, kann es passieren, dass der dritte Gang eingelegt wird, was ein normales Anfahren etwas schwierig gestaltet.

Der 1,5-Liter ist mit einem Turbolader beatmet und stellt ein Drehmoment von 280 Nm zur Verfügung. Genug Schmackes, um auf Landstraßen zügige Überholmanöver vorzunehmen. Das Fahrwerk spielt bei flotter Kurvenfahrt ebenfalls mit. Es ist in der Summe zwar komfortabel ausgelegt, die Wankneigung ist jedoch auf ein Minimum beschränkt.

Dazu kommen eine gute Geräuschdämmung und ein reichlich flotter Vorwärtsdrang. Die Leistung von 163 PS ermöglicht zudem eine Spitzengeschwindigkeit von 181 km/h. In jeder Hinsicht also ein bequemes Automobil mit der allseits so beliebten höheren Sitzposition. Dennoch kompakt genug, um sich auch durch den Großstadtdschungel zu kämpfen.

Eine ganz klare Empfehlung geht in Richtung der Sechsgang-Automatik. Die 2.000 Euro Aufpreis sind jeden Cent wert, da das von Aisin stammende Getriebe gut auf den Motor abgestimmt ist. Der Benzinmotor kam bei unseren ausführlichem Praxistest auf einen Durchschnittsverbrauch von etwas weniger als 9 Litern und damit den Herstellerangaben von kombinierten 8,2 Litern deutlich nahe.

Ausstattungsumfänge

Der SsangYong Tivoli startet in der Grundausstattung Crystal mit dem 1,5-Liter-Benziner, Frontantrieb und dem manuellen Sechsgang-Getriebe bei günstigen 15.990 Euro. Empfehlenswert ist bei diesem Modell das 1.000 Euro kostende Comfort-Paket, das eine Klimaanlage, Zentralverriegelung, ein Reifenreparaturset sowie ein DAB+ Radio mit MP3-Funktion beinhaltet. Der Diesel ist in jeder Version mit 3.000 Aufpreis zu bekommen.

Die weiteren Varianten sind Amber, Quartz, Onyx und Sapphire. Empfehlenswert ist unserer Ansicht nach die von uns getestete Top-Version für 25.990 Euro. Erstens wegen der serienmäßigen Sicherheitsfeatures Toter-Winkel- und Spurwechsel-Assistent sowie dem Querverkehrswarner. Zweitens wegen der LED-Hauptscheinwerfer und dem 10,25 Zoll großen Touchscreen inklusive Navigationssystem.

Die einzigen Optionen für den Sapphire sind die Metallic-Lackierung für 600 Euro, das bereits erwähnte Automatikgetriebe, Sitzbezüge in Leder für 1.000 Euro sowie das gleich teure Glasschiebedach. Der Allradantrieb ist außer für den Crystal für jeweils 2.000 Euro bestellbar, was in diesem Fahrzeugsegment übrigens nicht selbstverständlich ist.

Fazit

Der SsangYong Tivoli ist ein kompakter SUV mit innerer Größe, einer umfangreichen Serienausstattung sowie der Wahlmöglichkeit zwischen Front- und Allradantrieb. Das Preis- Leistungsverhältnis ist wie von dem südkoreanischen Hersteller gewohnt, sehr gut. Die Verarbeitung kann locker mit dem Niveau der Klasse mithalten und die außergewöhnliche Optik hebt sich vom Einheitsbrei deutlich ab. Einig das manuelle Getriebe hat mehr Präzision verdient.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: SsangYong Tivoli 1.5 T-GDi Sapphire

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.497

Leistung in kW (PS) bei U/min: 120 (163)/5.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 280/1.500–4.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: n.n.

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 181

Tankinhalt in l: 50

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,2

CO2-Emission kombiniert in g/km: 189

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.225/1.810/1.613

Radstand in mm: 2.600

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.445

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.990

Kofferrauminhalt in l: 395–n.n.

Bereifung: 215/50 R 18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 25.990

Dietmar Stanka