Der Subaru Forester ist in Europa der große SUV des japanischen Allradspezialisten.

Für das Modelljahr 2022 wurde der Klassiker überarbeitet und neben Eingriffen in die Optik und dem erweiterten Eyesight-Assistenzsystem ist ein neuer Motor mit einem Mildhybrid an Bord. Genannt e-Boxer, leistet das kompakte Triebwerk 110 kW (150 PS) und verfügt über ein Drehmoment von 194 Nm.

Der e-Boxer des Subaru Forester

Mit seiner typischen Kompaktheit punktet auch der e-Boxer des neuen Subaru Forester. Die symmetrische Anordnung aller Komponenten ist platzsparend und gleichermaßen effizient. Neben dem Verbrennungsmotor mit 2 Litern Hubraum und einer Leistung von 110 kW (150 PS), ist ein 12,3 kW (16,7 PS) starker Elektromotor für den Vortrieb verantwortlich. Der Elektromotor ist platzsparend in das Gehäuse der stufenlosen Lineartronic integriert.

Beide Antriebsarten werden automatisch koordiniert. Mit dem Elektromotor, der über 13,5 kW große Lithium-Ionen-Batterie gespeist wird, ist eine Schleichfahrt bis zu 1,6 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h möglich. Bei mittleren Geschwindigkeiten schaltet sich der Boxer zu und bei höheren Geschwindigkeiten ist dieser alleine verantwortlich und lädt zudem den Akku auf. Dieser wird zudem über die Rekuperation durch die Gaswegnahme und das Bremsen gefüllt.

Allradantrieb Symmetrical AWD

Der permanente Allradantrieb Symmetrical AWD ergänzt den Antriebsstrang und verleiht den Forester auf der Straße und auch im Gelände eine hohe Souveränität. Das Allradmanagement-System X-Mode koordiniert Motormanagement, Allradantrieb, Bremskraft und andere Funktionen und gewährleistet beste Traktion selbst bei plötzlichem Schneefall oder Eis.

Bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h wird beim Befahren starker Gefälle zudem die Bergabfahrhilfe aktiviert. Das manuelle Ein- und Ausschalten entfällt, da die Hilfe beim Überschreiten der 20 km/h automatisch deaktiviert wird.

Das Fahrverhalten des Subaru Forester

Hereinspaziert in den neuen Subaru Forester. Die Sitzposition ist optimal, die Rundumsicht dank großer Scheiben sehr gut und der Mix aus analoge und digitaler Bedienung gut aufeinander abgestimmt.

Einen Kritikpunkt haben wir dennoch. Während das Infodisplay ganz oben auf dem Armaturenträger (bedienbar über das Lenkrad) eine Abdeckung besitzt, die das Ablesen auch bei starker Sonneneinstrahlung einfach ermöglicht, ist das auf dem leicht schräg gestellten Touchscreen weiter unten leider nicht gegeben. Mögliche Lösungen wären eine Umrandung mit Abdeckung von oben oder der senkrechte Einbau des Bildschirms.

Nach dem Druck auf den Starterknopf geht die Fahrt los, erst einmal im Modus Intelligent und je nach Ladezustand des Akkus rein elektrisch. Ein bisschen mehr Druck aufs Gaspedal weckt den Boxer zum Leben. Der dann mit dem Wechsel in den Sportmodus mit mehr Dynamik reagiert. Typischerweise wird der Motor mit dem stufenlosen CVT-Automatikgetriebe Lineartronic bei höherem Druck auf das Gaspedal laut und brummig. Solchermaßen „erzogen“, setzten wir Kickdowns nur bei Überholvorgängen ein.

Ansonsten waren wir im flotten Cruiser-Stil unterwegs und genossen als einzige Lautstärke die Rockmusik aus der Harmon/Kardon Audioanlage. Unmerklich waren die Wechsel zwischen den Antriebsarten, einzig die Fahrt im Elektromodus erschreckte so manchen Passanten, weil da ja plötzlich ein Auto fuhr.

Da wir bis auf ein wenig Regen nur auf trockenen Straßen unterwegs waren, konnten wir die Fähigkeiten des Allradsystems nur auf ein paar Feldwegen ausprobieren. Einmal mehr wurde uns bewusst, warum viele Förster oder auch Bergbauern bei uns in den Alpen einen Subaru bevorzugen. Einmal ist es der Komfort, wie in einem Pkw und zum anderen sind es die hervorragenden Eigenschaften eines Geländewagens, die der Forester zu einem adäquaten Preis bietet.

Eyesight-Assistenzsystem

Einmal mehr hat uns das erweiterte Eyesight-Assistenzsystem überzeugt, dass wir bereits im Fahrbericht des Subaru Outback gelobt haben. Mit der Platzierung der Stereokamera direkt an der Windschutzscheibe setzt Subaru weiterhin auf eine rein optische Lösung und hebt sich damit von anderen Herstellern ab, die oftmals Kamera und Radar nutzen.

Das Kamerasystem, das mit seiner Positionierung oben an der Windschutzscheibe und den innenliegenden Linsen einen Weitwinkel ermöglicht und damit den Arbeitsbereich erweitert, ist zudem von Witterungsflüssen geschützt. Weitere Vorteile sind geringere Kosten durch die nicht notwendige Harmonisierung unterschiedlicher Sensoren und Parkrempler oder Auffahrunfälle beschädigen keine teure Radarinfrastruktur und Sensorik in den Stoßstangen.

Die meisten Funktionen haben wir bereits im Fahrbericht erwähnt. Einige weitere Anwendungsbeispiele sind auf den Grafiken und Fotos zu sehen.

Last but not least soll der Verbrauch während unseres Praxistests nicht unerwähnt bleiben. Rund 7,6 Liter flossen durch die Einspritzdüsen, somit ein knapper Liter mehr als die 6,7, die Subaru als kombinierten Verbrauch angibt.

Ausstattungsoptionen

Der neue Subaru Forester wird in den vier Versionen Trend, Active, Comfort  und Platinum angeboten. Das Einstiegsmodell Trend kostet 34.990 Euro und verfügt unter anderem über eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, elektrisch einstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, Aluminium-Pedale sowie ein Multifunktionslederlenkrad.

Dazu kommen das Multifunktionsdisplay, die Rückfahrkamera und das Audiosystem mit Acht-Zoll-Touchscreen, Digitalradio DAB+, CD-Player, zwei USB-Anschlüsse, sechs Lautsprechern sowie  die Smartphone-Einbindung via Apple CarPlay und Android Auto.

LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht, LED-Tagfahrlicht und -Blinkern sowie LED-Nebelscheinwerfer ergänzen die umfangreiche Ausstattung ebenso wie das erweiterte Eyesight-System mit Notbremssystem, Spurzentrierung, Straßenranderkennung und aktivem Spurhalteassistenten. Außerdem sind der radargestützte Spurwechsel-, Totwinkel- und Querverkehrsassistent an Bord.

Der Active kostet 39.790 Euro und bringt dafür einen Fernlichtassistenten und das Fahrer-Erkennungssystem (Driver Monitoring System) mit. Dieses System verfügt neben einem Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner auch eine automatische Einstellung von Sitzposition und Außenspiegel. Der erweiterte Notbremsassistent reduziert zudem die Unfallgefahr beim Rückwärtsfahren, die Seitensichtkamera vereinfacht das Einparken und vermeidet Schäden an den Felgen.

Der schlüssellose Zugang, ein achtfach elektrisch einstellbarer Fahrersitz, der automatisch abblendende Innenspiegel, die per Gestensteuerung bedienbare Klimaanlage, die elektrisch öffnende Heckklappe, dunkler getönte Heck- und hinteren Seitenscheiben, eine Lenkradheizung sowie eine Sitzheizung auch für die Rückbank ergänzen diese Ausstattungsversion.

Mit dem Exclusive für 40.590 Euro hält ein Navigationssystem Einzug in der Forester, das sich mit der Subaru MapCare kostenlos aktualisieren lässt. Der von uns getestete Platinum kostet 43.990 Euro und bietet neben 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein Glas-Panoramadach, eine Harmon/Kardon Audioanlage mit neun Lautsprechern sowie eine Lederausstattung wahlweise in schwarz oder braun-schwarz an.

Fazit

Anstatt immer größer und schwerer zu werden, besinnt sich Subaru auf sinnvolle Maße eines geräumigen SUV sowie einen vernünftigen Antriebsstrang. Dazu kommen das herausragende Eyesight-Assistenzsystem, eine exzellente Verarbeitung und eine Fünfjahres-Garantie. Das Preis- Leistungsverhältnis passt, auch weil bereits die Einstiegsversion mit einer umfangreichen Serienausstattung aufwartet.

Subaru Forester 2.0ie e-Boxer Platinum AWD

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Subaru Forester 2.0ie e-Boxer Platinum AWD

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner Boxer

Getriebe: CVT-Automatikgetriebe Lineartronic

Hubraum in ccm: 1.995

Leistung in kW (PS) bei U/min: 110 (150)/5.600 – 6.000

Leistung Elektromotor in kW (PS): 12,3 (16,7)

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 194/4.000

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 11,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 188

Tankinhalt: 48 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,7 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 154

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.640/1.815/1.730

Radstand in mm: 2.670

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.693

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.185

Kofferrauminhalt in l: 509 – 1.751

Bereifung: 225/55 R18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 43.990 Euro

Dietmar Stanka