Früher war Subaru mit Sitz in Shibuya für den permanenten Allradantrieb und Boxer-Motoren bekannt. Heute steht Subaru auch für das hochmoderne und perfekt ausgereifte Assistenzsystem Eyesight sowie das stufenlose Automatikgetriebe Lineartronic. Das übrigens serienmäßig in der eben vorgestellten zweiten Generation des neuen Subaru XV eingebaut ist. Wie so viele andere nützliche Dinge, wie unser Fahrbericht aufzeigen wird.

Die Äußerlichkeiten des Subaru XV

Subaru verfügt für viele Zeitgenossen möglicherweise noch über ein fünftes Merkmal. Das außergewöhnliche Design polarisiert und ist nicht jedermanns Geschmack. Wir finden, dass die überarbeitete Form des neuen Subaru XV gegenüber der ersten Generation deutlich gefälliger wurde.

Der gut 4,46 Meter lange Crossover-SUV, wie ihn Subaru selbst bezeichnet, zeigt mit seinem Hexagonal-Grill deutlich seine Herkunft. In der Seitenlinie fällt das leicht nach hinten geneigte Dach auf, das ein Coupé suggerieren soll. Unter der Heckklappe steckt ein Ladevolumen von 385 Litern, das bis auf insgesamt 1.310 Liter erweitert werden kann.

Das Innenleben

Der erste Eindruck soll ja immer der entscheidende sein. Der neue Subaru XV hat deshalb bei uns schon einen Sieg eingefahren. Klar strukturiert das Cockpit, ergonomisch sauber angeordnete Schalter und übersichtliche Instrumente, die einen klaren Einblick ermöglichen.

Je nach Ausstattungsvariante ist mittig auf dem Armaturenträger entweder ein 6,5 oder 8 Zoll großer Touchscreen montiert. In der Basisversion Trend, die ab 22.980 Euro wird über den kleineren Bildschirm das Audiosystem bedient.

Dieses beinhaltet einen CD-Player, einen USB-Anschluss, das Digitalradio DAB+, vier Lautsprecher sowie die Anbindung von Android Auto und Apple CarPlay. Ab der nächsten Variante namens Comfort wächst das Display auf die Größe von 8 Zoll.

Die Versionen

Trend und Comfort wurden bereits genannt. Darüber hinaus ist der neue Subaru XV  als Exclusive und Exclusive+ erhältlich. Bereits in dem ab 25.980 Euro teuren Comfort sind LED-Hauptscheinwerfer mit dynamischen Kurvenlicht an Bord. Werfen wir einen Blick zurück auf den Trend, der bereits mit Licht- und Regensensor, Sitzheizung vorne, Klimaautomatik und dem Eyesight-System ausgestattet ist.

Thema Eyesight. Laut Auskunft eines Kollegen der ADAC Motorwelt, die für aufwändige Tests bekannt ist, erreicht das von Subaru entwickelte Assistenzpaket Eyesight Bestnoten. Bereits in der Basis verfügt das Paket über einen Notbrems-Assistenten mit Kollisionswarner, einen Spurhalte- und Spurleitassistenten sowie eine adaptive Geschwindigkeitsregelung.

Ab der Variante Exclusive wird Eyesight mit dem Fernlicht-, Spurwechsel-, Tote-Winkel- und dem Querverkehrsassistenten erweitert. Dazu kommen der schlüssellose Zugang und ein Navigationssystem, das in den ersten drei Jahren kostenlos upgedatet wird.  Mit dem + nach dem Exclusive räkelt man sich auf Leder, lässt sich die Sonne über das große Glasdach auf dem Pelz brennen und kann den Fahrersitz achtfach elektrisch verstellen.

Die Boxer des neuen Subaru XV

Zwei verschiedene Triebwerke stehen für den neuen Subaru XV zur Wahl. Der 1,6-Liter mit 84 kW (114 PS) und der 2-Liter mit 115 kW (156 PS). Beide Boxer sind an die Lineartronic gekoppelt, die in elektronisch geregelten sieben Stufen auch über einen manuellen Eingriff geschaltet werden kann.

Beide Motoren kommen ohne Aufladung aus, will heißen, sie verfügen weder über einen Kompressor noch einen Turbolader. Deshalb liegen die Drehmomente bei, für diese Fahrzeugklasse untypischen, 150 respektive 196 Nm. Was wiederum zur Folge hat, dass diese Boxer etwas zäher zu Werke gehen, als die mittlerweile üblichen Turbos.

Auf der anderen Seite der Medaille steht dafür eine höhere Robustheit, die sich auch im hörbaren Boxersound ausdrückt. Nun gibt es noch eine weitere Seite, die zu betrachten ist. Vollgasfans und Geschwindigkeitsjunkies können sich hier ausklinken.

Schließlich braucht der schwächere der beiden Boxer sage und schreibe 13,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mit dem Mehr an 42 PS benötigt der stärkere Boxer in 10,4 Sekunden. Ebenso eklatant sind die Unterschiede in der Höchstgeschwindigkeit: 175 vs 194 km/h.

Mit diesem einfachen Zahlenwerk wird klar, dass der 1,6-Liter ein klares Statement zur Entschleunigung ist. Der 2-Liter hat uns in der Summe auch mehr Fahrspaß bereitet. Beiden ist aber ein sehr gut abgestimmtes Fahrwerk, eine perfekte Traktion sowie ein sehr gutes Lenkverhalten zu bescheinigen.

Beiden aber auch der boxertypische Durst. Der sich vor allem bemerkbar macht, wenn man dem Subaru XV die Sporen gibt. Dann sind 10 oder auch mehr Liter keine Seltenheit. Die 6,9 Liter Durchschnittsverbrauch, die Subaru für den 2-Liter angibt, sind definitiv nur mit viel Zurückhaltung erreichbar.

Fazit

Der neue Subaru XV stellt verdammt viel Auto mit fantastisch umfangreicher Ausstattung dar. Er ist aber nur als Benziner und erst später (vielleicht im kommenden Jahr) als Mild-Hybrid erhältlich. Erdgas sucht man ebenso vergeblich, genau wie einen vollelektrischen Subaru. Die neue Plattform soll aber elektrifizierte Antriebe erlauben. Es bleibt also spannend bei dem kleinen Importeur mit den vielen Alleinstellungsmerkmalen.

Fahrfotos: Walter Tillmann

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Subaru XV 2.0i Exclusive+

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: CVT-Automatikgetriebe Lineartronic

Hubraum in ccm: 1.995

Leistung in kW (PS) bei U/min: 115 (156)/6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 196/4.000

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 10,4

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 194

Tankinhalt: 63 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,9 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 155

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.465/1.800/1.615

Radstand in mm: 2.665

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.462

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.940

Kofferrauminhalt in l: 385 – 1.290

Bereifung: 225/55 R18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 32.980 Euro

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka