Ein Leiterrohrrahmen, ein zuschaltbarer Allradantrieb mit einer zusätzlichen Untersetzung und minimal Überhänge.

So muss ein echter Geländewagen beschaffen sein. Der neue Suzuki Jimny erfüllt all diese Attribute und sieht dazu extrem knuffig und cool aus. Die Beliebtheit dieses kleinen Offroaders ist definitiv kein Wunder. Ebenso wenig wie die Lieferzeiten von bis zu einem Jahr.

Kantig und praktisch

Dass der neue Suzuki Jimny nur 3.64 Meter lang ist, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Deutlich mächtiger als sein Vorgänger steht er auf den 195er Reifen, die mit einem 80er Querschnitt aus der Zeit gefallen scheinen. Diese Pneus haben es aber in sich, denn abseits befestigter Straßen sorgen sie für ein perfektes Fortkommen. Zudem dienen sie als zusätzliche Federung.

Die praktische Karosserieform überzeugt an allen Ecken und Enden. Die großen Fenster sind herausragend für eine gute Rundumsicht und die Zuladung ist durch die rechts angeschlagene Hecktür einfach zu gestalten. Sinnvollerweise klappt man die hinteren Sitze nach vorn, um eine ordentliche Ladefläche von bis zu 830 Litern (Dachhöhe) zu erreichen.

Die Vordersitze sind von der Beinauflage ein wenig zu kurz geraten, dennoch einigermaßen bequem. Seitenhalt ist wenig vorhanden, ist aber auch nicht nötig, da die Kurvengeschwindigkeiten mit dem Suzuki Jimny eh nicht extrem hoch ausfallen.

Das Interieur zeigt sich sachlich und mit robust wirkenden Hartplastik. Die Bedienelemente sind logisch angeordnet und über den acht Zoll großen Touchscreen lassen sich neben Audio, Telefon und Navi auch die Apps über AndroidAuto. Google CarPlay und Mirrorlink bedienen. Fein mitgedacht haben die Entwickler bei Suzuki mit der Installation von Regenrinnen am Dach. So bleiben Innenraum und Gegenstände trocken.

So fährt sich den Suzuki Jimny

Der Motor ist mit einem Hubraum von 1,5 Litern und einer Leistung von 75 kW (102 PS) ein klassischer Sauger. Will heißen, dass weder ein Kompressor oder Turbolader für zusätzlichen Schwung sorgen. So sind es gerade einmal 130 Nm an Drehmoment, die für den Vortrieb des neuen Suzuki Jimny Sorge tragen.

Das war am Anfang unseres Praxistests gewöhnungsbedürftig. Überholvorgänge auf Landstraßen müssen wohl geplant werden und auch sonst ist die Kraft begrenzt. Mit der Zeit schmälerten sich diese Herausforderungen und wir düsten wohlgemut durch die Gegend.

Dabei meldet sich das Triebwerk bei höheren Drehzahlen deutlich zu Wort und mahnt zu einer gemächlicheren Fahrweise. So brachte dann der Mix aus Stadtverkehr, zügig gefahrenen Landstraßen und relativ wenig Autobahnkilometern, einen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern. Damit lagen wir um immerhin 0.2 Liter niedriger als der von Suzuki angegebene Spritkonsum.

Auf unbefestigten Straßen spielte der wendige Jimny seine Eigenschaften in seiner unnachahmlichen Art und Weise aus. Der Allradantrieb Allgrip Pro wird einfach mit einem Schalthebel im Leerlauf zugeschaltet. Eine Stufe weiter kann zudem die Untersetzung aktiviert werden. Die gute alte Mechanik funktioniert einwandfrei, ist wartungsarm und dadurch absolut preiswert.

Für den Anhängerbetrieb steht eine Zugkraft von immerhin 1.300 Kilogramm zur Verfügung. Die Bodenfreiheit beträgt üppige 205 Millimeter und der Wendekreis gerade einmal 9,80 Meter. Die kurzen Überhänge lassen zudem hohe Böschungswinkel zu. Vorne sind es 36, hinten sogar 48 Grad. Eine Zahl darf nicht fehlen: der Rampenwinkel liegt bei 27 Grad.

Ausstattungsumfänge

Wobei wir gleich zu den unschlagbar günstigen Preis des neuen Suzuki Jimny kommen. Er startet in der Ausstattungslinie Comfort bei 17.915 Euro. Serienmäßig sind für diese Summe bereits eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Sitzheizung, ein CD-Radio mit DAB und Bluetooth sowie Nebelscheinwerfer und die Berganfahr- wie die Bergabfahrhilfe an Bord.

Das deutliche Mehr bringt die getestete Version Comfort+ für 19.985 Euro mit. LED-Scheinwerfer mit Lichtautomatik und Leuchtweitenregulierung, Alufelgen, eine Klimaautomatik, beheizbare Außenspiegel, das Navigationssystem und dunkler getönte hintere Scheiben sind für diesen geringen Aufpreis ein Top-Angebot. Eine praktische Ladebox verhilft außerdem zu mehr Ordnung im hinteren Abteil.

Fazit

Suzuki hat dem Jimny seine Gene gelassen und eine optimale Weiterentwicklung für die wichtigsten Zielgruppen geschaffen. Diese sind weiterhin bei Jägern und Landwirten zu finden. Dennoch ist dieser kleine Geländewagen ebenso für das urbane Umfeld prädestiniert. Der Kleine passt in nahezu jede Parklücke, ist dank seiner Übersichtlichkeit leicht zu fahren und braucht zudem relativ wenig Benzin.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Suzuki Jimny 1.5 Allgrip Comfort+

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Fünfgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.462

Leistung in kW (PS) bei U/min: 75 (102)/6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 130/4.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 11,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 145

Tankinhalt in l: 40

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,8

CO2-Emission kombiniert in g/km: 154

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 3.645/1.405/1.705

Radstand in mm: 2.250

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.165

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.435

Kofferrauminhalt in l: 85 – 830

Bereifung: 195/80 R15

Felgen: 5,5 x 15″

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 19.985

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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