Neben dem Toyota Yaris ist der neue Suzuki Swift der einzige Hybrid im Segment der Kleinwagen.

Doch gibt es zwischen den beiden Japanern erhebliche Unterschiede. Der Suzuki ist einMild-Hybrid. Dieses System nutzt einen Startergenerator und eine 12-Volt-Lithium-Ionen-Batterie,die den 3-Zylinder-Turbo des Swift beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt und dafür die beim Bremsen gewonnene Energie nutzt. Der Yaris ist ein Voll-Hybrid, der für kurze Strecken mit seinem E-Motor auch rein elektrischfahren kann.

Das Design des neuen Suzuki Swift

Vier Türen und eine Heckklappe sind Pflicht beim Suzuki Swift Hybrid. Der Kleinwagen mit dem Lachen im Gesicht ist eine Ikone in seinem Segment und punktet mit einer “kurzen” Länge von 3,84 Metern und dem relativ niedrigen Gewicht von 950 kg.

Gegenüber dem Vorgänger ist der Swift 10 Millimeter kürzer, 30 Millimeter flacher und 4 Millimeter breiter. Diese Maße verleihen dem kleinen Japaner einen deutlich muskulöseren Stand und zudem einen um 8 Prozent niedrigeren Luftwiderstand.

Hinten passt deutlich mehr Gepäck rein. 54 Liter Zugewinn sind es geworden. Die Ladekante ist aber immer noch sehr hoch und erschwert das Be- und Entladen gewichtiger Gegenstände.

Innenleben

Viel schwarzer Kunststoff, unterbrochen mit Elementen in Weiß und Mattchrom. Das Design des Interieurs orientiert sich an dem sportlich und dynamischen Äußeren des neuen Suzuki Swift Hybrid. Das Cockpit ist ergonomisch gestaltet, der in unserem Testwagen in der Version Comfort+ serienmäßige Touchscreen bindet Apple CarPlay und Android Auto ein.

Zudem wird über den 7 Zoll großen Motor das Navigationssystem dargestellt und die Bedienung des Audiosystems und des über Bluetooth verbundenen Mobiltelefons sichergestellt.

Die Fondpassagiere sollten sich mit den vorne sitzenden Mitfahrern gut verstehen, ansonsten wird es knapp mit der Beinfreiheit. Hinten bequem sitzen ist also eher was für kleinere Mitmenschen. Ganz im Gegenteil zu vorne. Die Kopffreiheit ist für einen Kleinwagen immens, gleiches gilt für die Breite des neuen Swift.

So fährt sich der Suzuki Swift Hybrid

Wir sprachen anfangs von der Mild-Hybrid-Technik des neuen Suzuki Swift Hybrid. Die im Hause Suzuki übrigens auch beim Baleno und dem knuffigen Ignis Verwendung findet.

Die Basis bildet ein Dreizylinder-Motor mit 1 Liter Hubraum und Turbolader. Der von Suzuki als Boosterjet bezeichnete Verbrenner verfügt über eine Benzin-Direkteinspritzung und ein relativ hohes Drehmoment von 170 Nm.

In der Kombination mit dem SHVS Mild Hybrid System arbeiten ein Startergenerator, der gleichermaßen als Generator und Elektromotor und eine 12-Volt-Lithium-Ionen-Batterie Hand in Hand.

Für die Erhöhung der Effizienz unterstützt SHVS den 1-Liter-Turbo beim Anfahren und Beschleunigen. Die Batterie wird durch die Rekuperation beim Bremsen oder der Gaswegnahme erneut geladen. Extrem sanft, schnell und fast nicht spürbar verläuft der Neustart des Motors nach einem Halt.

Da der kleine Flitzer mit seinen 111 PS extrem viel Fahrspaß bietet und mit seinem in höheren Drehzahlen knurriger werdenden Triebwerk sportliche Gene weckt, waren wir nicht immer so sparsam wie möglich unterwegs.

Deshalb schwankte der Spritverbrauch zwischen adäquaten 4,5 Litern bis hin zu deutlich über 6 Liter. Im Zusammenspiel mit der Schaltpunktanzeige des leicht zu schaltenden Fünfgang-Getriebe und einer vorausschauenden Fahrweise wurde die Rekuperation bestens angeregt.

Anders die Kurvenhatzen mit dem leichten und agilen Swift Hybrid, die fast schon an die Fahrleistungen des alten Swift Sport erinnerten. Das geringe Gewicht und die hohe Fahrdynamik des bestens abgestimmten Fahrwerks bereiteten uns sehr viel Freude. Auf längeren Fahrten überzeugte uns der neue Swift Hybrid mit einer exzellenten Laufruhe.

Hohes Ausstattungsniveau

Der Boosterjet Hybrid wird ausschließlich in der Top-Version Comfort+ für 19.250 Euro angeboten. Viel Geld für einen Kleinwagen, aber neben der teuren Technik hat Suzuki einiges an netten Gimmicks in dieses Modell gepackt. Unter anderem eine Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, eine Rückfahrkamera, den adaptiven Tempomaten und eine radarbasierte Bremsunterstützung. Vermisst haben wir den Tote-Winkel-Warner, der heutzutage Usus sein sollte.

Es geht aber auch deutlich günstiger beim Swift. Gestartet wird bei 13.790 Euro mit dem Basic, dessen 1,2-Liter-Motor 90 PS leistet. Für Allradfans hat Suzuki den gleichstarken Allgrip in der Comfort-Ausstattung für 17.320 Euro im Portfolio. Ein Sechsgang-Automatikgetriebe findet man im 111 PS starken Boosterjet für 20.220 Euro. Last but not least haben wir noch den Club, der wie der Basic nur mit dem 1,2-Liter-Triebwerk für 14.870 Euro zu bestellen ist.

Fazit

Hätten uns die 111 PS des Suzuki Swift Hybrid nicht so viel Fahrspaß bereitet, ja dann hätten wir deutlich weniger Sprit gebraucht. So waren es zum Schluss gute 6 Liter auf 100 Kilometer. Dafür düsten wir auch mit knapp 200 km/h über die Autobahn und hatten mächtig gute Laune beim Durcheilen kurviger Landstraßen. Ist man aber sparsam unterwegs, sind deutlich unter 5 Liter drin. Alles in allem ist dieser Swift eine echt coole Kiste.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Suzuki Swift Hybrid 1.0 Boosterjet Comfort+

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Fünfgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 998

Leistung in kW (PS) bei U/min: 82 (111)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 170/1.700 – 4.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 195

Tankinhalt in l: 37

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,3

CO2-Emission kombiniert in g/km: 98

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 3.840/1.735/1.480

Radstand in mm: 2.450

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 950

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.380

Kofferrauminhalt in l: 265 – 947

Bereifung: 185/55 R16

Felgen: 6 x 16″

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 19.520

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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