31 Jahre ist es 2019 her, dass der Suzuki Vitara das Licht der Welt erblickte.

Die aktuelle Generation ist seit 2018 auf den Markt und erfreut sich aus guten Gründen großer Beliebtheit. Die Kombination aus günstigen Preisen und hochwertigen Ausstattungsdetails des im ungarischen Esztergom gebauten SUV sprechen für sich.

Innen und außen

Die runden knuffigen Formen der ehemaligen Modelle hat der neue Suzuki Vitara verloren. Er ist in der Summe kantiger und protzt mit sechs verchromten dicken Streben am Kühlergrill. Die Seitenlinie des gerade einmal 4,17 langen SUV mit echten Allradeigenschaften gleitet leicht aufwärts.

Hinten glänzt er mit einer großen Heckklappe unter der eine ebene Fläche das Be- und Entladen vereinfacht. Das Volumen kann sich mit 375 bis 1.120 Litern durchaus messen lassen,

Unser Testwagen in der Ausstattungslinie Comfort+ weißt zudem LED-Leuchten vorne wie hinten auf. Die weit außen und tief angebrachten LED-Tagfahrlichter stehen senkrecht und schließen sich an Chromspangen an, die in Richtung des unteren Kühlergrills weisen.

Das Interieur ist wertig und ergonomisch. Zentrale Einheit ist der sieben Zoll große Touchscreen, der beim Comfort+ neben Audio, AndroidAuto und Google CarPlay-Funktionen sowie der Telefonbedienung über Bluetooth auch ein Navigationssystem beinhaltet.

Das Fahrverhalten des Suzuki Vitara

Bevor wir auf den von uns getesteten 1,4-Liter-Turbo-Motor zu sprechen kommen, findet der 1-Liter-Dreizylinder mit 82 kW (111 PS) Erwähnung. Gerade als Fronttriebler ist dieses Triebwerk eine ideale Antriebsquelle für den mit 1.160 Kilogramm relativ leichten Suzuki Vitara.

Der Boosterjet genannte Vierzylinder verfügt über eine Leistung von 103 kW (140 PS) und ein ordentliches Drehmoment von 220 Nm. Beide Motorenversionen sind wahlweise mit reinem Frontantrieb, manuellem Schaltgetriebe, einer Sechsgang-Automatik und dem Allradantrieb Allgrip zu bekommen.

Unser in Solar Yellow Pearl lackierte Testwagen rollte mit einer Sechsgang-Schaltung und Allradantrieb vor. Vier Fahrmodi bilden die Essenz, immer den optimalen Grip unter den Rädern zu haben. Der von uns am meisten genutzte Automodus verteilt seine Kraft in erster Linie auf die Vorderräder und kann schlupfabhängig von 100:0 bis 50:50 agieren.

Mit verringerter Traktionskontrolle und zusätzlicher Kraftverteilung auf die Hinterräder ist man im dynamischen Sportmodus unterwegs. Snow steht allgemein für nassen und rutschigen Untergrund. Lock geht einen Schritt weiter und bietet optimales Vorwärtskommen auch auf Geröll oder im Gelände.

Neben viel asphaltierten Straßen nahmen wir uns also in unserem ausführlichen Praxistest auch den einen oder anderen Feldweg unter die 215er Pneus, die auf 17 Zoll großen Alufelgen montiert sind.

Diese meisterte der Suzuki Vitara ebenso wie die vielen Straßenkilometer. Mit einem Mix aus Stadtverkehr, Kolonnenverkehr auf Zubringerstraßen und Stadtautobahnen sowie Landstraßen waren wir immer gut unterwegs.

Bei einem Halt aktiviert sich die Start-Stopp-Automatik, die den Motor in Sekundenbruchteilen wieder anspringen ließ. Im zähfließenden Verkehr testeten wird die adaptive Geschwindigkeitskontrolle, die unseren Vitara immer im sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug rollen ließ.

Auf der Autobahn überzeugte uns auch bei höheren Geschwindigkeiten die geringe Geräuschkulisse und auf Landstraßen ließen wir den kompakten SUV ab und an der von der Leine, um das Fahrwerk herauszufordern. Selbst mit den bereits montierten Winterreifen war unser Vitara auch auf trockenen Straßen gut und sicher unterwegs.

Im Mittel verbrauchten wir bei meist zügiger Fahrweise etwas mehr als 7 Liter auf 100 Kilometer. Möglicherweise wäre dieser bei den relativ hohen Temperaturen Anfang Oktober 2019 mit Sommerreifen sogar noch niedriger ausgefallen.

Ausstattungsumfänge

Club, Comfort und Comfort+ nennen sich die altbekannten Ausstattungslinien bei Suzuki. Der Vitara startet mit dem 1-Liter-Motor als Club bei gerade einmal 18.650 Euro. Mit Automatik kostet er als Comfort 22.750, mit Allradantrieb 23.550 und mit beiden Features 25.050 Euro.

Der 1,4-Liter fängt mit Frontantrieb als Comfort bei 22.450 Euro an und kostet mit Allgrip 24.750 Euro. Unser Comfort+ mit Allgrip liegt bei 28.350 Euro, das Automatikgetriebe kostet 1.500 Euro mehr.

Wenn wir uns nun die serienmäßigen Ausstattungsumfänge des Comfort+ anschauen, können wir nur den Hut ziehen. Das fängt bei so profanen Dingen an, wie der Zweizonen-Klimaautomatik, der Sitzheizung vorne, dem schlüssellosen Zugang sowie den elektrisch anklapp-, beheiz- und verstellbaren Außenspiegeln mit integrierten Blinkern.

Dazu kommen Sicherheitsmerkmale, die der Tote-Winkel-Warner, der Spurhalte- und Ausparkassistent sowie die Verkehrszeichenerkennung und die aktive Bremsunterstützung. Last but not least verfügt der Vitara Comfort+ über ein großes Glasschiebdach und hinten dunkler getönte Scheiben.

Fazit

Das Preis- Leistungsverhältnis des neuen Suzuki Vitara ist sensationell. Der kompakte SUV ist auf der Straße genauso zuhause wie, dank des Allgrip-Allradantriebs, selbst in schwierigeren Gelände. Die üppige Ausstattung und die gute Verarbeitung tragen ebenso zu dem positiven Gesamtbild bei.

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Suzuki Vitara 1.4 Boosterjet Allgrip Comfort+

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 1.373

Leistung in kW (PS) bei U/min: 103 (140)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 220/1.500 – 4.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 10,2

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 200

Tankinhalt in l: 47

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,1

CO2-Emission kombiniert in g/km: 139

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.170/1.775/1.595

Radstand in mm: 2.500

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.270

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.730

Kofferrauminhalt in l: 375 – 1.120

Bereifung: 215/55 R 17

Felgen: 6,5 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 28.350

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka