1994 stellte Toyota den RAV4 vor. Damals noch klassisch als Benziner und Diesel im Angebot.

In der fünften Generation wird der kompakte SUV entweder als Voll-Hybrid oder reiner Benziner verkauft. Der Abschied vom Selbstzünder fällt Toyota leicht. Die letzten Diesel-Modelle unterhalb der größeren SUV wurden von Triebwerken befeuert, die von BMW stammten.

Kantig unverwechselbar

Der neue Toyota RAV4 folgt dem damals selbst gesetzten Trend unbeirrbar fort. Sicken und Kanten sowie eckig geformte Radhäuser zeichnen das Design dieses SUV genauso unverkennbar aus, wie der markante Kühlergrill mit den aggressiv-dynamisch heruntergezogenen Lefzen.

Am Heck erlaubte sich Toyota keine Experimente und zeichnete einen sauberen Abschluss mit einer horizontal angesetzten Leuchteneinheit, die durch ein Chromband verbunden ist. Die Heckklappe öffnet sich weit nach oben und die Beladung wird durch eine relativ niedrige Ladekante erleichtert.

Das Interieur ist gewohnt gut verarbeitet, Schalter und Bedieneinheiten sind ergonomisch angeordnet. Trotz der Coupé-haften Schulter- und Dachlinie sind die Aussichten rundum mehr als nur befriedigend. Deutlich Zugewinn gegenüber dem Vorgänger erfuhr der Kofferraum. Es passen 79 Liter mehr rein und der Ladeboden ist nach dem Umklappen der Rücksitze durchgehend eben.

Antrieb und Fahrverhalten

Die ersten Kilometer legten wir Anfang Februar in der Nähe von München zurück. Wir wählten für unsere Ausfahrt den Voll-Hybrid des Toyota RAV4 mit Allradantrieb. Dieser verfügt mit seinem 2,5-Liter-Benziner in Kombination mit dem Elektromotor über eine Systemleistung von 163 kW (222 PS). Das Pendant mit Frontantrieb kommt auf 163 kW (218 PS). Alternativ stehen ein 2-Liter-Benziner mit 129 kW (175 PS) entweder mit Front- oder Allradantrieb zur Wahl.

Darüber, dass Toyota die Hybrid-Technik als Pionier beherrscht, bestehen keine Zweifel. Auch beim neuen RAV4 ist die Symbiose aus Benzin- und Elektroantrieb wieder einmal bestens gelungen. 8,1 Sekunden dauert der Spurt von 0 auf 100 km/h mit dem Allradler, der Fronttriebler benötigt traktionsbedingt 0,3 Sekunden mehr. Bei 180 km/h bremst Toyota den Hybrid ein, der reine Benziner schafft 10 km/h mehr.

Mit der Höhenverstellung des Fahrersitzes beamt man sich entweder SUV-mäßig in die Höhe oder auf runter auf das Niveau eines Pkw. Und genauso fährt sich der neue Toyota RAV4 auch. Verantwortlich für das neue Fahrgefühl ist die Verwendung der GA-K-Plattform. Diese findet man unter anderem auch im Toyota Camry und dem Lexus ES.

Auf unseren Testrunden überzeugte uns der neue RAV4 mit einem ausgezeichneten Handling und einer kräftigen Beschleunigung. Typischerweise beklagt sich der Benziner bei zu heftigem Gas geben mit einem deutlich aufheulenden Motor. Aber das sind wir von den Hybrid-Modellen von Toyota gewohnt.

Ausstattungsumfänge des Toyota RAV4

Es überrascht nicht, dass der Toyota RAV4 Hybrid bereits in der Basisversion für 32.990 Euro eine gute Ausstattung bietet. Unter anderem LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, Verkehrsschildererkennung, elektrisch einstell- beheiz- und einklappbare Außenspiegel, den Berganfahrassistenten, eine Zweizonen-Klimaautomatik sowie den Unterfahrschutz im Front- und Heckbereich.

Der RAV4 Comfort kostet mit Frontantrieb 34.990 Euro, mit Allrad satte 3.000 Euro mehr. Exklusiv für den RAV4 Hybrid stehen die Ausstattungsvarianten Business Edition (nur Frontantrieb für 36.990 Euro), Style Selection und Lounge für jeweils 43.390 respektive 46.990 Euro zur Wahl.

Toyota Deutschland preist die Version Club mit dem besten Preis- Leistungsverhältnis an. Die Preise liegen bei 37.190 Euro mit Frontantrieb und 40.190 Euro mit Allradantrieb. Bis zum 28. Februar 2019 bietet Toyota für den Club kostenlos ein zusätzliches Ausstattungspaket im Wert von 1.680 Euro an.

Dieses beinhaltet das Technik-Paket (Smart-Key-System, Tote-Winkel-Warner (BSM) mit Rückfahrassistent (RCTA), die elektrische Heckklappe, kabelloses Laden, Digitalradio DAB+, Einstiegsbeleuchtung) sowie einem Fußbewegungssensor.

Fazit

Wir gehen davon aus, dass auch die fünfte Generation des Toyota RAV4 den Erfolg der Vorgänger fortsetzen wird. Seit 1994 verkauften die Japaner weltweit über 8,5 Millionen Exemplare und 2017 belegte der SUV mit 810.953 Fahrzeugen den ersten Rang in seinem Segment. Beim neuen RAV4 stimmen Qualitätsanmutung, Antrieb, Leistung, Platz und Verbrauch. Kein Wunder also, dass auch Taxiunternehmer vermehrt auf dieses Modell setzen.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Toyota RAV 4 Hybrid AWD-i Club

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Sauger + plus E-Motor

Getriebe: CVT (stufenlos)

Hubraum in ccm: 2.487

Systemleistung in kW (PS): 163 (222)

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 221/3.600 – 5.200

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 8,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 180

Tankinhalt: 55 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,5 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 103

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.600/1.855/1.685

Radstand in mm: 2.690

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.730

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.225

Kofferrauminhalt in l: 580 – 1.690

Bereifung: 225/60 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 40.190

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka