Steckbrief Volkswagen Amarok

Meine Erfahrungen mit dem Volkswagen Amarok begannen im Jahr der Markteinführung 2010 in Österreich und der Slowakei. Den absoluten Höhepunkt durfte ich im Dezember 2015 in Botswana und Simbabwe erleben. Vier Tage mit dem Pickup, die unvergessen sind. Auch dank der perfekten Vorbereitung und Durchführung der experience GmbH von Michael Göttenauer aus Fulda. Kaum aus Afrika zurück, ersetzte VWN (Volkswagen Nutzfahrzeuge) den 2-Liter durch einem deutlich kräftigeren 3-Liter-V6-Turbodiesel.

Antrieb und Kraft

Zur Wahl stehen drei Leistungsstufen des neuen 3-Liter-Selbstzünders. 120 kW (163 PS) mit 450 Nm an Drehmoment, 150 kW (204 PS) und 500 Nm sowie 165 kW (224 PS) mit 550 Nm. Wobei die erstgenannte Motorisierung erst im Lauf des Jahres 2017 zur Verfügung stehen wird. Die Besonderheiten der 163 PS und 204 PS starken Pickups sind die Wahl zwischen einen zuschaltbarem Allradantrieb sowie einem manuelles Sechsgang-Getriebe.

Ausflug in die Allradtechnik des Volkswagen Amarok

Der Amarok wurde von Beginn an mit zwei unterschiedlichen 4MOTION-Systemen entwickelt. Dem permanenten Allradantrieb und einem zuschaltbaren System für härtere Einsätze abseits geteerter Straßen.

Beim permanenten Allradantrieb verteilt ein zentrales Torsen-Differenzial die Motorkraft automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse. Beim zuschaltbarenAllradantrieb kommen Verteilergetriebe und Klauenkupplung zum Einsatz, um per Tastendruck für einen starren Durchtrieb zwischen den Achsen zu sorgen. Eine zusätzliche Geländereduzierung für das 6-Gang-Schaltgetriebe ermöglicht zudem extreme Kriechfahrten. Dies ist bei komplizierten Passagen und starken Steigungen hilfreich.

Beide Antriebsvarianten des Volkswagen Amarok verfügen zudem über elektronische Differentialsperren (EDS). Sie verhindern per aktiven Bremseneingriff das einseitige Durchdrehen eines Rades und lenken die Antriebskraft stets zu dem Rad mit der besten Traktion. Optional bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge darüber hinaus für alle Amarok eine mechanische Hinterachs-Differenzialsperre an, mit der die Gelände-Eigenschaften des Pickups nochmals verbessert werden.

Fahrerlebnisse

Für eine Testfahrt in einem Waldgebiet des hessischen Vogelsberg wählte ich den Volkswagen Amarok Canyon aus. Serienmäßig ist diese Version immer an eine Achtgang-Automatik gekoppelt und mit 204 PS unterwegs. Ein Blick auf die wesentlichen Werte des Volkswagen Amarok zeigen eindeutig seine Geländegängigkeit. Die Böschungswinkel betragen vorne 29 Grad, hinten 24 Grad, der Rampenwinkel liegt bei 23 Grad und ohne zusätzlichen Schnorchel kann der Amarok einen halben Meter tiefe Wasserfurten durchwaten.

Fast genauso tief war einer der Wasserfurten, die wir in dem riesigen Waldgebiet mitten in Hessen durchquerten. Immer wieder und mit großer und äußerst infantiler Freude übrigens. Wann bieten sich denn schon mal solche Gelegenheiten, sich in einem für den Normalbürger gesperrten echten Naturgelände auszutoben? Leider war nach einer guten Stunde alles wieder vorbei und es ging zurück zum Ausgangspunkt. Dort schnappte ich mir den Volkswagen T6 Rockton. Aber das wird eine andere Geschichte.

Details und Ausstattungen

Der Amarok steht neben dem von mir gefahrenen Canyon als Comfortline, Highline und Aventura zur Verfügung. Der Comfortline startet bei 40.995,50 Euro und rollt auf 17 Zoll großen Leichtmetallfelgen, besitzt hinten dunkler getönte Scheiben sowie ein halbautomatischen Klimaautomatik.

Mit dem Highline zieht mehr Luxus in den Amarok. Beispielsweise mit der vollautomatischen Klimaanlage, BiXenon-Scheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht sowie die Radkästen besser ausfüllenden 18-Zöllern aus Leichtmetall mit 255er-Breitreifen. Der Aventura kommt mit 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, BiXenon-Scheinwerfer,  von einer Rückfahrkamera unterstützten Einparkhilfe sowie Nappa-Leder-Sitzbezügen und LED-beleuchtete Seitenschweller unter den Türen.

Im Canyon, der ab 45.373,51 Euro zu bestellen ist, sind unter anderem das Navigationssystem „Discover Media“ mit 6,33″-Touchscreen und elektronischer Sprachverstärkung, dunkel eingefärbte Rückleuchten sowie die Schwellerrohre in mattschwarz  im Serienumfang enthalten.

Bis zu 12 Farbvarianten, darunter acht Metallic- und Perleffekt- sowie zwei neue Mattlacke ind blau und grau setzen kolorierte Tupfer auf den Amarok. Dazu passend sind je nach Ausstattung acht verschiedene Stoff-, Kunstleder-, Alcantara- und Lederbezüge für die Innenraumgestaltung wählbar.

Fazit

Nichts gegen den kräftigen 2-Liter-Diesel, der mich unter anderem in den französischen Alpen und im südlichen Afrika mehr als nur überzeugt hat. Dennoch ist der V6 einfach eine Klasse für sich. Aus dem Regal von Audi entliehen, ist das Triebwerk von den Spezialisten von Volkswagen Nutzfahrzeuge an die notwendigen Eigenschaften des Amarok angepasst worden. Bei einem Pickup geht es in erster Linie um ein kraftvolles Drehmoment, um im Gelände oder auch mit schwerer Anhängelast unterwegs zu sein. Und das kann der Volkswagen Amarok nun noch besser.

 

Fotos: Stephan Lindloff

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Volkswagen Amarok Canyon 3.0 TDI 4MOTION

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Sechszylinder-Diesel

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 2.967

Leistung in kW (PS) bei U/min: 165 (224)/3.000 – 4.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 550/1.400 – 2.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,9

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 193

Tankinhalt in l: 80

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,6

CO2-Emission kombiniert in g/km: 199

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 5.321/1.954/1.834

Radstand in mm: 3.097

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.366

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.080

Ladefläche in m²: 2,52

Bereifung: 245/65 R17

Felgen: 8 x 17″

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 44.517

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka

Letzte Artikel von Dietmar Stanka (Alle anzeigen)