Steckbrief Volkswagen Arteon

Das Image von Volkswagen gehört dringend aufpoliert. Gut, dass der neue Arteon in den Startlöchern steht. Ein Automobil der Extraklasse. Pure Eleganz, extrem viel Platz, ausgezeichnete Fahrdynamik, leistungsstarke und gleichsam sparsame Motoren sowie ein hohes Maß an Qualität liefern die notwendigen Zutaten, mit denen der Volkswagen Arteon neue Kundschaft sowie Ansehen zurückgewinnen kann.

Erscheinungsbild des Volkswagen Arteon

Aus der Studie Sport Coupé Concept GTE entstand in nur 24 Monaten der Volkswagen Arteon. Klaus Bischoff, Designchef der Wolfsburger erläuterte die Studie im März 2015: “Unverwechselbar, vom ersten Strich an neu gedacht. Ein stilistischer Kompass. Mit dieser Studie präsentiert Volkswagen nicht nur das neue Design, sondern den ersten Ausblick in eine neue Design-Ära.”

Der erste Schritt ist getan. Ab dem 14. Juni werden wir dem neuen Volkswagen Arteon auf den Straßen begegnen. Einer Business-Class-Gran-Turismo-Limousine, wie Volkswagen es ausdrückt. Mit rahmenlosen Seitenfenstern, einer eleganten Coupé-haften und spannungsgeladenen Karosserie sowie einer weit aufschwingenden Heckklappe.

Unter der sich ein Kofferraumvolumen von 563 bis 1.557 Litern verbirgt. Die Passagiere werden sich auf allen Plätzen wohlfühlen. Selbst im Fond können großgewachsene Personen trotz der nach unten gezogenen Dachlinie bequem lange Strecken absolvieren.

Die Front wird durch den trapezförmigen Kühlergrill und serienmäßigen LED-Hauptscheinwerfern neu interpretiert. Hinten dominieren die schmal geschnittenen LED-Rückleuchten und die in den Karosseriekörper integrierten Auspuff-Rohre.

Fahrdynamik

Zum Marktstart stehen für den neuen Volkswagen Arteon die beiden Spitzenmotorisierungen mit Allradantrieb 4MOTION, ein 2-Liter-Benziner mit 206 kW (280 PS) und der 2-Liter-BiTurbodiesel mit 176 kW (240 PS) sowie ein 110 kW (150 PS) starker Diesel zur Wahl.

Für den ersten Ausritt schnappte ich mir den in der Launch-Farbe Kurkumagelb Metallic lackierten 240-PS-Selbstzünder in der R-Line-Ausstattung und fetten 20-Zöllern. Das Triebwerk begeisterte mich bereits im Tiguan. Fahrwerksseitig ist in diesem Modell, das für 52.175 Euro den Besitzer wechselt, alles eingebaut, was VW zu bieten hat. Die adaptive Fahrwerksregelung ACC, die ein komfortables, sportliches oder normale Fahren zulässt, genauso wie die Fahrprofilauswahl mit den Modi Comfort, Normal, Sport, Eco und Individual.

Solchermaßen gerüstet fuhr ich vom Flughafen in Hannover hoch bis zum Truppenübungsplatz Bergen. Vorbei an der leider geschlossenen Kultkneipe “Onkel Nickel”, in der John Lennon 1966 anlässlich eines Filmdrehs weilte, zurück weiter über Landstraßen und die Autobahn in die niedersächsische Landeshauptstadt.

6 Liter wies die Verbrauchsmessung auf den Landstraßen auf, nur 0,1 Liter mehr als der von Volkswagen angegebene kombinierte Verbrauch auf 100 km. Hätte ich die neue automatische Distanzregelung ACC aktiviert, die neben der klassischen Brems- und Beschleunigungsarbeit mit der eingestellten Wunschgeschwindigkeit nun auch Navigationsdaten sowie die Verkehrszeichenerkennung berücksichtigt, wären die Verbrauchswerte noch tiefer gesunken.

Für Volkswagen ist dieses System, dass Kurven genauso “liest” wie Kreuzungen, Ortseinfahrten und Kreisverkehre, ein weiterer Schritt hin zum autonomen Fahren. Zurück zum selbstständigen Fahren, das ich in höchsten Maßen genießen konnte. Der über 4,86 Meter lange Volkswagen Arteon verfügt über einen Radstand von 2,84 Meter, der das schnöde Fahren in lässiges Dahingleiten mutieren lässt.

Ausstattung und Varianten

Arteon, Elegance und R-Line sind für den Volkswagen Arteon die gesetzten Versionen. Die Erweiterung der Triebwerkspalette mit dem 1,5-Liter-Benziner, der 110 kW (150 PS) auf die Vorderachse schickt, sowie den jeweils 140 kW (190 PS) leistenden Diesel bzw. Benziner erfolgt im zweiten Halbjahr 2017.

Das Einstiegsmodell mit dem 150-PS-Turbo wird bei rund 35.000 liegen und mit einer Vielzahl von serienmäßigen Features ausgestattet sein. Darunter unter anderem der Spurhalteassistent, 17 Zoll große Leichtmetallfelgen, der Front-Assist mit City-Notbremsfunktion und Klimaanlage.

Fazit

Das Paket stimmt. Design, Wertigkeit, Effizienz, Konnektivität sowie die neuen Assistenzsysteme heben den neuen Volkswagen Arteon locker in die Premiumklasse eines Audi, BMW oder Mercedes. Mehr noch. Die unglaubliche Eleganz ist ein Vorbote für künftige Fahrzeuge aus Wolfsburg. Und in nicht allzu ferner Zukunft wird uns der Arteon als Plug-in-Hybrid sowie möglicherweise rein elektrisch angetrieben beglücken.

Fotos:

Martin Meiners

Ingo Barenscheen

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Volkswagen Arteon TDI SCR 4MOTION R-Line

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Diesel

Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 1.968

Leistung in kW (PS) bei U/min: 176 (240)/4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 500/1.750 – 2.500

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 6,5

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 245

Tankinhalt in l: 66

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,9

CO2-Emission kombiniert in g/km: 152

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.862/1.871/1.450

Radstand in mm: 2.837

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.828

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.360

Kofferrauminhalt in l: 563 – 1.557

Bereifung: vorne 245/45 R18

Felgen: vorne 8 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 52.175

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka