Steckbrief Volkswagen Golf GTE

Das Angebot an Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen wächst unaufhörlich. Der Volkswagen Golf GTE ist auch nach dem Update der siebten Generation des Erfolgsmodells wieder aufgelegt worden. Mit einem Preis von 36.900 Euro ist er zwar um einen Tausender teurer als e-Golf, aber noch deutlich günstiger als der dynamische Golf R für 40.675 Euro.

Der Golf im Update

Der Volkswagen Golf GTE komplettiert das GT-Trio in Sachen Leistung und Optik perfekt. Unter der Haube arbeiten, typisch für einen Plug-in-Hybrid, ein Verbrenner und ein Elektromotor. Der 1.4-Liter-Benziner leistet 110 (150 PS), das E-Triebwerk 75 kW (102 PS). Gesamt ergibt dies eine Systemleistung von 150 kW (204 PS).

Optisch zeigt sich der Volkswagen Golf GTE äußerst sportlich. Elegante Felgen und markante blaue Applikationen kennzeichnen diesen Teilzeit-Elektriker genauso wie die farblich entsprechenden Karo-Sitzbezüge. Die übrigens dem Ur-GTI aus den 1970er Jahren nachempfunden sind.

Antriebskräfte des Volkswagen Golf GTE

In der Summe sind es vier Fahrmodi, mit denen sich der Volkswagen Golf GTE bewegen lässt. Rein elektrisch gute 40 Kilometer weit. Im Hybrid-, also Mischbetrieb mit E-Motor und Benziner. Als reinen Benziner mit Ladefunktion für die Batterie, um beispielsweise Energie zu erzeugen, damit man in Schleichfahrt in die heimischen Gefilde rollen kann.

Last but not least mit dem GTE-Modus der mit einem eigenen Schalter auf der Mittelkonsole aktiviert wird. Dieser benötigt beide Antriebe, um dann mit einem Drehmoment von 350 Nm in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu stürmen. Für den mehr als 1,6 Tonnen schweren Golf eine echt coole Leistung. Genauso wie die Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h.

Die Verbrauchswerte sind bei einem Plug-in-Hybrid noch mehr von der Schwere des Gasfußes abhängig, als bei einem klassischen Benziner. Ein paar Tricks helfen aktiv, Energie zu sparen oder sogar zu generieren. Anstatt im D-Modus des serienmäßigen 6-Gang Doppelkupplungsgetriebes unterwegs zu sein, sollte man sich mit dem B-Modus anfreunden.

Dieser bremst den Volkswagen Golf GTE nur bei der Gaswegnahme stärker ab, was zu einer höheren Rekuperation führt. Das bedeutet ein Mehr an Aufladung für die Batterie und zudem muss weniger gebremst werden. Mit einer vorausschauenden Fahrweise kann allein mit dieser Maßnahme erheblich kostengünstiger gefahren werden.

Die Kosten

Einen tatsächlichen Spritverbrauch von 1,8 Liter habe ich auf meinen Testfahrten teilweise erreicht, teilweise erheblich unterschritten, meistens aber deutlich übertroffen. Mit vollgeladener Batterie, der Ladevorgang dauert an einer Haushaltssteckdose mindestens vier Stunden, kam ich bis zu einer Distanz von 40 Kilometern ohne einen einzigen Tropfen Sprit aus.

Im Mix-Betrieb, will heißen auf längeren Strecken, schwankte der Sprit- respektive Stromkonsum im Rahmen von 0 bis über 8 Liter. Bei Vollgasfahrt auf der Autobahn gönnte sich der Volkswagen Golf GTE auch gerne mal mehr als 10 Liter.

Im Mittel erreichten wir nach knapp zwei Testwochen und gut 1.000 Kilometern einen Schnitt von 4,4 Litern und 7,7 kWh auf 100 Kilometern. Dazu gehörte aber auch die Disziplin, den Golf bei jeder nur sich ergebenden Möglichkeit mit Strom zu laden.

Der Ausstattungsumfang

Der Volkswagen Golf GTE ist beileibe kein Schnäppchen. Dafür aber mit einer reichhaltigen Serienausstattung versehen. VW gönnte diesem Plug-in-Hybrid-Golf unter anderem LED-Hauptscheinwerfer, Leichtmetallräder, die bequemen Top-Sportsitze, ein Multifunktions-Lederlenkrad, die Zweizonen-Klimaautomatik mit Allergenfilter sowie die digitale Multifunktionsanzeige Premium und die Einparkhilfe vorne und hinten.

Empfehlenswert ist das Business Premium-Paket, das zwei USB-Schnittstellen, die automatische und bis 210 km/h ausgelegte Distanzregelung, den Front Assist mit City-Notbremsfunktion, das Navi Discover Media, die Telefonschnittstelle Comfort mit induktiver Ladefunktion und die App Car-Net „Guide Inform“ beinhaltet.

Fazit

Zieht man die 3.000 Euro Förderprämie ab und hätte man noch dazu einen Diesel mit den EU-Normen 1 bis 4, für den VW eine Umweltprämie von 5.000 Euro bezahlt, dann wäre dieser Golf echt preiswert. Nichtsdestotrotz ist das regelmäßige Laden Pflicht. Kann man das nicht gewährleisten, sollte man sich zum Beispiel den VW Golf TGI BlueMotion ansehen, der umweltfreundlich mit Erdgas betrieben wird.

Fotos: Franz-Josef Seidl

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Volkswagen Golf GTE

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG

Hubraum in ccm: 1.395

Leistung in kW (PS) bei U/min: 110 (150)/5.000 – 6.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 250/1.500 bis 3.500

Leistung Elektromotor in kW (PS) bei U/min: 75 (102)2.500

Systemleistung in kW (PS) 150 (204)

Nenndrehmoment Systemleistung in Nm: 350

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 7,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 222

Tankinhalt: 40 l

Batteriekapazität in kWh: 8,7

Ladedauer an AC 2,3 kW: 3 h 45 min

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 1,8 l auf 100 km

Stromverbrauch: 12 kWh auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 40

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.276/1.799/1.484

Radstand in mm: 2.630

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.615

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.040

Kofferrauminhalt in l: 272 – 1.162

Bereifung: 205/55 R 16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 36.900 Euro

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka