Steckbrief VW Golf R Variant

Wer viel laden will, muss nicht schnell sein? Quatsch. Gerade dann bereitet es gute Laune, wenn man mit einem vermeintlichen Familienkombi richtig zügig unterwegs ist. Wir waren mit dem VW Golf R Variant unterwegs. Sagenhafte 228 kW (310 PS) stark, in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und mit dem optionalen Performance-Paket 270 km/h schnell.

Der Lademeister

Wer einen VW Golf R Variant sein Eigen nennt, wird sich weder über die Leistung noch das Ladevolumen beschweren. 605 Liter sind es regulär, 1.620 Liter werden es, wenn die Rückbank fällt. Das tut sie übrigens im Verhältnis ⅓ zu ⅔. Wer nun weiß, dass ein Golf Variant normalerweise noch mehr schluckt, dann sei gesagt, dass der VW Golf R Variant den Allradantrieb 4MOTION an Bord hat und deshalb ein wenig Platz wegnimmt.

Sparen werden wir uns in diesem Fahrbericht die Aufzählung sämtlicher ergonomischen Finessen und der vielfältigen Ablagemöglichkeiten im Interieur. Das der 45.350 Euro teurere VW Golf R Variant mit ein paar hübschen Gimmicks glänzt, wollen wir aber nicht verschweigen.

Dazu gehören unter anderem die Ambientebeleuchtung in blau, die aber leider nur im vorderen Bereich des Autos funkelt. Oder die beheizbaren Vordersitze mit Höhenverstellung, das Multifunktionslederlenkrad mit dem Schaltpaddels für das für den VW Golf R Variant serienmäßige 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG.

Dazu Dekoreinlagen im Carbonlook für die Instrumententafel auf der Beifahrerseite sowie die Türverkleidungen. Und, last but not least, die in Piano-schwarz ausgefertigten Dekoreinlagen auf der Fahrerseite und der Mittelkonsole.

Wie fährt sich der VW Golf R Variant?

Auch wenn er wegen des Kombiaufbaus länger ist, als die klassische Limousine des VW Golf R, einen längeren Radstand hat er deswegen nicht. Die 2,62 Meter sind aber definitiv ausreichend, um für jedwede Fahrsituation gerüstet zu sein. Für den perfekten Genuss stehen fünf Fahrmodi zur Wahl. Eco, Normal, Comfort, Race und Individual.

Fein ist es beispielsweise im Modus Individual die Antriebseinheit auf Eco einzustellen, Lenkung, Fahrwerk etc. aber auf Race. Denn eines sei jetzt schon gesagt. Auch im reinen Eco-Modus ist der VW Golf Variant alles andere als lahm unterwegs.

Denn mit einem kleinen Kick mit dem Gasfuß wird aus dem lockeren Dahingleiten eine Art Raketenstart provoziert. Untermalt mit einem kernigen Sound, der sich vor allem im Race-Modus besonders spratzelnd anhört.

Essentiell ist aber bei dieser Betrachtung, dass wir unbedingt zur adaptiven Fahrwerksregelung DCC inklusive Fahrprofilauswahl raten. 1.045 Euro kostet dieser Spaß und bietet zudem eine nochmals sportlichere Abstimmung und ein um 15 Millimeter abgesenktes Fahrwerk.

Viel wichtiger ist bei DCC, die vorher erwähnten Features punktgenau einstellen zu können. Außerdem reagiert der VW Golf R Variant dann in Sekundenbruchteilen auf die unterschiedlichen Fahrsituationen und berücksichtigt Brems-, Lenk-, und Beschleunigungsvorgänge.

Das gesamte Paket mit dem 310 PS starken 2-Liter-Turbo, dem permanenten Allradantrieb und der jede Situation beherrschenden Fahrwerksabstimmung macht den VW Golf R Variant zu einer ultimativen Fahrmaschine, die unglaublich viel Freude bereitet. Das gilt für längere Strecken, wir waren mit dem VW Golf R Variant beim TCR Rennen in Most, genauso wie für die täglichen Kurztrips.

Ausstattungsumfänge

45.350 Euro sind für einen Golf Variant kein Pappenstiel. Auch wenn das R-Logo und die fette Motorenleistung inklusive Allradantrieb integriert sind. Wir wollen uns aber nicht beschweren, da VW noch einiges mehr an Serienausstattung in den Golf R gepackt hat.

Dazu zählen die LED-Hauptscheinwerfer, die Dachreling für den Variant, Rückleuchten ebenfalls in LED-Technik, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit Allergen-Filter sowie den automatisch abblendenden Innenspiegel. Weiterhin die Progressiv-Lenkung für den optimalen Kontakt zur Straße, 18-Zöller in Schwarz, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, beheizte Scheibenwaschdüsen, Fußgängererkennung und den Regensensor.

Fazit

Es ist der Über-Golf. In jeder Hinsicht. Der Lademeister, der Sportwagen und das ideale Auto für die Familie. Im Segment der kompakten Kombis spielt der VW Golf R Variant deshalb eine besondere Rolle. Einzig sein spanisches Geschwisterchen Seat Leon ST Cupra 4Drive kann mit 221 kW (300 PS) an die Leistung hinschmecken und ist dabei sogar noch rund 5.000 Euro günstiger.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: VW Golf R 4MOTION Variant 2.0 TSI

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG

Hubraum in ccm: 1.984

Leistung in kW (PS) bei U/min: 228 (310)/5.500 – 6.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 400/2.000 – 5.400

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 4,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 250

Tankinhalt in l: 55

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,3

CO2-Emission kombiniert in g/km: 166

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.580/1.799/1.515

Radstand in mm: 2.620

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.593

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.110

Kofferrauminhalt in l: 605 – 1.620

Bereifung: 225/40 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 45.350

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka