Das hat ja gedauert mit dem VW ID. Buzz. Jahrelang wurden auf Messen Studien eines Bulli gezeigt, der dem ursprünglichen VW Bus ähnlich sieht.

2022 war es dann endlich so weit. Der ID. Buzz kommt als klassischer Bus und als Transporter namens Cargo. Aber sieht er dem Ur-Bulli tatsächlich ähnlich? Nun ja, das große VW-Emblem und die angedeutete, aber nun viel breitere Nase tun ihr Möglichstes.  Mitte August drehten wir in Dänemark und in Schweden die ersten Runden mit dem ID. Buzz Pro. Klar, dass wir die Öresundbrücke als Sprungbrett zwischen Kopenhagen und Malmö nutzten.

Die ersten sind der Pro und der Cargo

Der VW ID. Buzz wird zum Marktstart – die Fahrzeuge sind bestellbar – als fünfsitziger ID. Buzz Pro für 64.581 Euro und als ID. Buzz Cargo für 54.430 Euro angeboten. Abgezogen werden die jeweiligen Förderungen von Hersteller und Staat. Die Volkswagen Leasing GmbH bietet ein Leasing ab 661,00 Euro brutto für den ID. Buzz Cargo und 693,00 Euro brutto für den ID. Buzz Pro an. 

Serienmäßig kommen beide Modelle mit einer Akkukapazität von 77 kWh (82 kWh brutto) und einem 150 kW (204 PS) starken Elektromotor mit 310 Nm Drehmoment. Stark ist die ebenfalls serienmäßige Ladeleistung von 170 kW, die an einer DC-Schnellladesäule die Batterie von 5 bis 80 Prozent in rund 30 Minuten auflädt. Laut Hersteller beträgt die Reichweite beim ID.Buzz Pro bis zu 423 Kilometer, beim Cargo sollen es 425 km sein.

Der ID. Buzz steht natürlich auch auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) wie alle anderen ID. Modelle. So ist es kein Wunder, dass ein Allradantrieb wie beispielsweise beim VW ID. 4 GTX, ein längerer Radstand wie beim neuen VW Multivan T7 sowie kleinere, aber auch größere Akkus umgesetzt werden.

Das Innenleben des VW ID. Buzz Pro und Cargo

Fangen wir mit dem fünfsitzigen Bus für Familie und Freizeit an. Der hinter seiner großen Heckklappe viel Stauraum bietet, da er im Gegensatz zu einem T7 anstatt drei nur zwei Sitzreihen aufweist. Ergo ein Fünfsitzer mit reichlich Wohlfühlraum. Dazu mit der hübschen Außenfarbe Candy-Weiß/Limonengelb Metallic für 2.641,80 Euro und dem dazu passenden Interieur mit Lenkrad in Electric White für weitere 1.499,40 Euro. Heftig? Tja, wer es schön haben will, muss tief in die Taschen greifen.

Gewohnt nüchtern, aber auch dementsprechend ergonomisch sind die Bedienelemente. Der einfach gehaltene 5,3-Zoll große Bildschirm im Blickfeld des Fahrers mit den notwendigen Infos über Geschwindigkeit, Stromverbrauch und Reichweite. Mittig der 10 Zoll große Touchscreen mit all den wesentlichen Apps, Anwendungen sowie Bedienungselementen für den ID. Buzz. Das Cockpit des Cargo ist dagegen nüchterner, aber mit den gleichen Funktionen ausgestattet.

Ablagen ohne Ende, Getränkehalter und Tischchen an den Rückseite der Vordersitze und dazu am besten noch das Comfort-Paket Plus mit herausnehmbarer Mittelkonsole sowie dem Multiflexboard inklusive zwei Faltboxen. Darauf lässt sich mal bequem schlafen, denn die Rücksitze bilden umgelegt eine über zwei Meter lange und brettlebene Fläche.

Fett ist die Zuladung hinten. Satte 1.121 bis zu insgesamt 2.205 Liter passen in den ID.Buzz. Das ist aber gar nix im Vergleich zum Cargo. Dessen Laderaum schluckt sogar zwei Europaletten. 3,9 Kubikmeter Ladevolumen und eine Zuladung von 650 kg sind ordentlich und dazu kommen 1.000 kg Anhängelast.

Die Fahreigenschaften des VW ID. Buzz Pro

Wir sind auf unserer ersten Testfahrt von Kopenhagen über die Öresundbrücke nach Malmö gefahren. Eine absolute Traumtour über die Ostsee. Wir hatten nicht nur Traumwetter mit Sonne und angenehmen Temperaturen um die 23 Grad, sondern damit auch die besten Bedingungen für ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug.

Außerdem waren wir entweder auf Meereshöhe oder im Tunnel der Öresund-Brücke sogar darunter unterwegs. Geschwindigkeitsbegrenzungen setzten den Fahrspaß eh Grenzen auf und so schafften wir es, allein im Auto sitzend, locker die 21,7 kWh Stromverbrauch pro 100 Kilometer zu unterbieten.

Was aber wenn die Situationen sich ändern? Mit fünf Leuten an Bord und dazu Gepäck für den Urlaub? Oder es eisig kalt ist und die Batterie friert oder es ihr bei hohen Temperaturen zu heiß wird? Tja, dann wird der Verbrauch unserer Erfahrung nach in Richtung 30 kWh gehen und Reichweite von über 400 Kilometern auf realistische 250 Kilometer schrumpfen. Will heißen öfter mal Pause machen auf der Fahrt in die Erholungsgebiete oder warten, bis die größere Batterie kommt.

Das Fahrgefühl ist dennoch sensationell. Ruhiges dahingleiten, immer mal auf den Tacho schauen bitte, denn der VW ID. Buzz summt nur so dahin. Und man ist schneller über die erlaubte Geschwindigkeit als gedacht. Die Höchstgeschwindigkeit (nicht ausprobiert) liegt bei 145 km/h. Ob das reicht, muss jeder selbst für sich entscheiden. Es tut in jedem Fall dem Ladezustand des Akkus gut.

Der Akku dankt es auch, wenn anstatt der Fahrstufe D die Einstellung B gewählt. Die Rekuperation, also die Rückgewinnung von elektrischer Energie für die Batterie, ist dann größer und die Bremsen werden oftmals nur noch für den Stillstand benötigt.

Die Ausstattungsumfänge der VW ID. Buzz

Zur Serienausstattung im Bereich der Assistenzsystem des ID. Buzz Pro gehören unter anderem „Car2X“ (informiert über lokale Gefahren wie den Staubeginn hinter einer Kurve), die Ausweichunterstützung (erleichtert das Ausweichen bei einer Vollbremsung) sowie der Abbiegeassistent (warnt und bremst bei Gegenverkehr während des Abbiegens).

Des Weiteren sind der Notbremsassistent „Front Assist“ mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, das proaktive Insassenschutzsystem (schließt u.a. die Fenster vor einem potenziellen Unfall), der Spurhalteassistent „Lane Assist“ und die Verkehrszeichenerkennung an Bord. Die Einparkhilfe hinten und vorne und, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Standklimatisierung und Aktivkohlefilter ergänzen dieses Paket.

LED-Scheinwerfer und eine Umfeldbeleuchtung, vordere Armauflagen eine Smartphone-Ablage mit induktiver Ladefunktion sowie eingeprägte Smileys hinter den Türinnengriffen sind weitere Features. Die längs um 150 Millimeter verschiebbare zweite Sitzreihe ist im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umklappbar.

Ein paar Sonderausstattungen des ID. Buzz Pro haben wir schon genannt. Zu den weiteren Paketen gehört das Design-Paket mit den IQ. Light LED Matrixscheinwerfern oder aber auch die zwei Open & Close Pakete, die nicht nur die Heckklappe, sondern auch die Seitentüren wie von Zauberhand öffnen und im Falle der seitlichen Öffnungen auch wieder schließen.

Weitere Assistenzsysteme können ebenso wie das Infotainment-Paket mit dem Navigationssystem Discover Pro, der Sprachsteuerung und der Telefonschnittstelle über den Konfigurator hinzugefügt werden.

VW ID. Buzz Cargo

Der ID. Buzz Cargo ist ebenfalls mit dem Warnsystem „Car2X“, dem Notbremsassistenten, der Einparkhilfe vorne und hinten sowie einer Klimaautomatik und dem schlüssellosen Zugang ausgestattet. Zur weiteren Ausstattung gehört eine Heckklappe mit Fenster und Scheibenheizung. Ebenfalls serienmäßig sind die LED-Scheinwerfer, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, der Heckscheibenwischer und eine grüne Wärmeschutzverglasung.

In der Kabine sind ein höhenverstellbarer Fahrersitz und eine Doppelsitzbank montiert. Wahlweise ist auch ein Einzelsitz für den Beifahrer bestellbar. Die Ladung kann via sechs Verzurrösen im stabilen Boden und optional über Verzurrschienen in den Seitenwänden gesichert werden. ID. Buzz Cargo wird serienmäßig mit einem 5 mm dicken Birkenfurnier ausgeliefert, auf dem ein 15,5 mm starker Gummibodenbelag geklebt wurde.

Für weitere Details der Sonderausstattung des VW ID. Buzz Cargo verweisen wir auf den Konfigurator oder den VW-Händler.

Fazit

Hübsch ist er in unseren Augen schon geworden. Der neue ID. Buzz macht echt was her. Wer die bisherigen Multivan-Preise gewohnt ist, wird kaum schlucken. Neulinge dagegen wohl schon. Förderung hin oder her. Vom hohen Preis abgesehen, macht der elektrische Bulli viel Spaß und bietet zudem hohen Komfort. Hat man zuhause eine von der eigenen Solaranlage gespeiste Wallbox, dann steht dem Kauf fast nix mehr im Weg.

VW I.D. Buzz Pro und Cargo

Technische Daten

Im Auto360.de Test: VW ID. Buzz Pro

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motorbauart:  1 Elektromotor, Permanent erregt (PSM)

Getriebe: 1-Gang-Automatik

Leistung in kW/ (PS): 150 (204 PS)

Maximales Drehmoment in Nm: 310 Nm

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 10,2

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 145

Batteriekapazität in kWh: 77

Stromverbrauch (WLTP) in kWh/100 km: 21,7

Reichweite (WLTP) in km: 402

Ladetechnik

DC-Ladesystem: CCS

Ladeleistung in kW: 170

Ladedauer AC 7,2 KW 0% – 100% SOC in h: 09:30

Ladedauer AC 11 KW 0% – 100% SOC in h: 07:30

Ladedauer DC 170 kW 5% – 80% SOC in min 00:30

Abmessungen, Gewichte

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.712/1.985/1.951

Radstand in mm: 2.989

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.471

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 3.000

Kofferrauminhalt: 1.121 – 2.205 l

Bereifung: 235/55 R 19 vorne, 255/50 R 19 hinten

Felgen: 8 x 19″ vorne, 8 x 19″ hinten Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive 19 % Mehrwertsteuer: 64.581 Euro

Dietmar Stanka
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