Der Fortschritt kennt auch beim VW Multivan keinen Halt.

Nach dem T 6.1 folgte nun endlich der T7. Der neue Bus aus Hannover, der deutlich Bulli-ger auffährt. Schließlich ist er sieben Zentimeter länger, vier breiter und fünf flacher als der deutlich in die Jahre gekommene Vorgänger. Der ja faktisch auf der Plattform des T5 aus dem Jahre 2003 steht. Deshalb alles moderner mit viel mehr Sicherheit auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) aufbauend.

Mehr oder weniger VW Bus?

Ein bisserl weniger ist es schon an Platz, wenn man sich den alten und den neuen VW Bus genauer anschaut. Der Kofferraum hinter der dritten Sitzreihe ist mit 469 Litern dachhoch sehr bescheiden. Zudem da ja auch noch die beiden Säckchen mit den Ladekabeln liegen. Gut, die könnte man weiter vorne zwischen den Sitzen verstauen. Schließlich ist die Steckdose im vorderen rechten Kotflügel zu finden.

Werden alle Sitze der beiden hinteren Reihe entfernt, im Falle unseres Testwagens waren es vier, entstehen üppige 3.672 Liter an Ladevolumen. Mehr Platz ist in der 20 Zentimeter längeren Version des T7 vorhanden, die 1.862 Euro mehr kostet. Relativ günstig, da dann zwischen 763 und 4.053 Liter reinpassen.

Weitere Themen sind die Zuladung des Plug-in-Hybrids sowie die Anhängelast. 523 kg sind nicht gerade viel und 1.600 kg an Anhängelast ebenfalls nicht. Da waren wir vom T6.1 anderes gewohnt. Da unser Testwagen aber im Moment weder konfigurier- noch bestellbar ist, bleibt eh nur der Griff zu einem Diesel oder Benziner, die bis zu zwei Tonnen ziehen dürfen.

Das Interieur des neuen VW Multivan T7

Mit der hübschen zweifarbigen Lackierung, unten ein dunkles Orange, oben edles Silber, kommt auch ein farbenfrohes Interieur daher. Das Cockpit ist dem des neuen VW Golf in allen Bedienungsfunktionen gleich. Optional ist zudem ein Head-up Display verfügbar. Die Ergonomie steht dabei genauso im Vordergrund wie die leicht zu reinigenden Kunststoffoberflächen. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die Sitzposition nach hinten gerutscht. Dazu kommt eine um sechs Zentimeter niedrigere Sitzhöhe, vergleichbar mit der V-Klasse von Mercedes-Benz.

Die unterschiedlichen Konfigurationen bieten beispielsweise verschiebbare Einzelsitze und einen Tisch. Die Sitze sind nicht mehr drehbar, sondern im neuen T7 Multivan dank des Schienensystems herausnehmbar und einfach in die Wunschrichtung montierbar oder ganz zu entfernen. Je nach Ausführung mit oder ohne Gurt-Integration wiegen die Sitze zwischen 23 und 29 Kilogramm und sind optional dank bestromter Schienen beheizbar.

Fahrverhalten

Aufgebaut auf dem MQB, ist das Chassis des T7 dennoch eigenständig. Mit einer entsprechen angepassten Vorder- und Schräglenker-Hinterachse aus Aluminium. Der direkt am Aufbau verschraubte Vorderachs-Hilfsrahmen und das fein justierte Fahrwerk lässt den T7 agil und gleichermaßen sanft und angenehm fahren.

Mit der direkt übersetzten elektromechanischen Servolenkung ist die Führung des T7 ein Kinderspiel. Neben den Modi die von rein elektrisch über Comfort und Sport bis hin zu Individual reichen, sind auch bei der Lenkung weitere Einstellungen möglich. Wir waren entweder im Comfort- oder im Individual-Modus unterwegs, in dem wir uns zwischen komfortablen und sportlichen Einstellungen justierten.

Ist der Akku 10,4 kWh fassende Akku voll, lassen sich rund 40 Kilometer an Strecke oder auch eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichen. Die Kombination aus dem 81 kW (110 PS) starken Elektromotor und dem Benziner mit 110 kW (150 PS) ergibt eine Systemleistung von 160 kW (218 PS) und ein daraus resultierendes maximales Drehmoment von 350 Nm.

Im Hybridbetrieb  erreichten wir ohne externes Laden einen Durchschnittsverbrauch um die acht Liter. Externes Laden ist somit Pflicht, auch wenn wir den reinen Spritverbrauch allein schon wegen Gewicht und Größe durchaus gutieren. Bei hohen Geschwindigkeiten fordern die hohen Fahrwiderstände jedoch Zuschlag. Die Zusammenarbeit der beiden Motoren ist gut austariert und die Rekuperation funktioniert automatisch.

Was uns fehlte, war der B-Modus, der deutlich mehr Strom in den Akku lädt, als der reine D-Fahrmodus. Über den Benziner kann zudem der Ladestand gehalten oder auch nachgeladen werden, um das gewünschte Ladevolumen am Zielort zu erreichen.

Ausstattungslinien des VW Multivan T7

Neben dem Einstiegsmodell Multivan ist der T7 als Life, Edition und Style bestellbar. Momentan sind der 1,5-Liter-Benziner mit 100 kW (136 PS), der 2-Liter-Benziner mit 150 kW (204 PS) und ein 2-Liter-Diesel mit 110 kW (150 PS) verfügbar. Alle Motoren sind an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) angeflanscht. Wann der von uns getestete Plug-in-Hybrid wieder zur Wahl steht, konnte uns Volkswagen Nutzfahrzeuge nicht beantworten.

Der günstigste Multivan mit 136 PS startet bei 44.839,20 Euro. Der 204 PS starke Multivan kostet 49.932,40 Euro, der Diesel liegt bei 48.748,35. Ein Blick auf die Serienausstattung zeigt positive Überraschungen. Unter anderem sind LED-Hauptscheinwerfer und –Rückleuchten an Bord. Dazu die Schiebetüren rechts und links sowie das Multifunktionslederlenkrad mit Schaltwippen.

Das Top-Modell Style kostet mit dem Diesel 62.623,75 Euro und mit dem starken Benziner 62.802,25 Euro. Nicht weit weg von den 67.300 Euro, die der eHybrid kostet. Da aber anzunehmen ist, dass dieses Modell 2022 nicht mehr lieferbar ist und daher die Förderung entfällt, stellt sich die Frage, ob sich der PHEV rentiert.

Die zweifarbige Lackierung unseres Testwagens ist nicht nur für das Sondermodell Energetic bestellbar. Die orange-silberne Farbgebung ist zwar äußerst hübsch, aber mit einem Preis von 2.975 Euro reichlich teuer.

MQB erlaubt den Betreib von insgesamt 20 Assistenzsysteme bis hin zum interaktiven Warnsystem Car2X. Zudem kann der eHybrid seinen Innenraum dank Hochvolt-Klimakompressor ohne laufenden Benziner kühlen und heizen.

Fazit

Uns gefällt der neuen VW Multivan T7. Durchaus auch als Plug-in-Hybrid, falls die Voraussetzungen passen. Dazu gehören unserer Ansicht die entsprechenden Pendelstrecken sowie die Lademöglichkeiten zuhause und am besten noch am Arbeitsplatz. Ansonsten tendieren wie je nach Fahrstrecken zum Diesel respektive dem großen Benziner. Denn mit den 136 PS zieht der neue T7 bei voll beladenem Fahrzeug die Wurst nicht mehr vom Brot.

VW Multivan T7 1.4 e-Hybrid Energetic

Technische Daten

Im Auto360.de Test: VW Multivan T7 1.4 e-Hybrid Energetic

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Benziner + 1 Elektro-Motor

Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe (DSG)

Hubraum in ccm: 1.395

Motorleistung in kW (PS) bei U/min:

– Benzinmotor: 110 (150) bei 5.000

– Elektromotor: 81 (110) bei 2.500

– Systemleistung: 160 (218) bei 5.750

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min:

– Benzinmotor: 250 bei 1.550

– Elektromotor: 330 zwischen 500 und 2.500

– Systemleistung 360 bei 2.500

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 8,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 192

Tankinhalt in l: 45

Batteriekapazität in kWh: 10,4

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 1,5

Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 14,6

CO2-Emission kombiniert in g/km: 30

Elektrische Reichweite in km: 60

Ladedauer

AC, 1,8 kW-Steckdose 1-phasig in h: rund 6 Stunden

DC, 22-kW-Ladestation 3-phasig in h: rund 2 Stunden

Abmessungen, Gewichte

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.973/1.941/1.907

Radstand in mm: 3.124

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.257

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.750

Kofferrauminhalt in l: 469 – 3.672

Bereifung: 235/50 R18

Felgen: 7,5 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 67.300

Dietmar Stanka
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