Mitten im Sommer 2019 stellte Volkswagen das umfangreiche Facelift der achten Generation des Passat vor.

Wie in unserem Fahrbericht angekündigt, konnten wir den VW Passat Alltrack über den Jahreswechsel 2019/2020 einem ausführlichen Praxistest unterziehen. Unter der Haube des gegenüber des Passat Variant um 17 Millimeter höheren Kombis der BiTurbo-Diesel mit 176 kW (240 PS) und mächtigen 500 Nm Drehmoment.

Die praktische Seite

Der VW Passat Alltrack ist ausschließlich als Variant und dem permanenten Allradantrieb 4Motion erhältlich. Beides ist sinnvoll, da die Kombiversion mit über 90 Prozent Marktanteil weit vor der Limousine rangiert und ein höher gesetztes Automobil ohne Allrad Blödsinn wäre.

Der große VW ist seit jeher für seine großzügigen Platzverhältnisse bekannt. Mit minimal weniger an Kofferraumvolumen, 639 anstatt 650 Liter, ist der Alltrack ebenso praktisch wie der normale Passat Variant. Ähnlich ist die Situation, wenn die Rückbank umgeklappt wird: 1.769 stehen 1.780 Litern gegenüber.

Im Fond sitzen auch größer gewachsene Zeitgenossen, versehen mit reichlich Knie- und Kopffreiheit, bequem. So richtig wohlfühlen ist auf den Vordersitzen angesagt. Vor allem wegen der Komfortsitze mit Lendenwirbelstütze auf der Fahrerseite.

Assistenten und WeConnect im VW Passat Alltrack

Die Themenkomplexe Assistenzsysteme und Konnektivität sind in aus modernen Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken. Im neuen VW Passat Alltrack ist teilautonomes Fahren heute bereits möglich. In Verbindung mit dem Spurhalte- sowie den adaptiven Geschwindigkeitsassistenten wird die Fahrt im zähfließenden Verkehr einfach sicherer.

Wenn der Spurhalteassistent aktiviert ist, kann das Lenkrad kurzfristig losgelassen werden. Dann fährt der Passat wie an der Schnur gezogen auf der links und rechts mit Streifen gekennzeichneten Fahrspur. Nach wenigen Sekunden nahezu vollautonomen Fahren wird der Fahrer akustisch und mit einem Hinweis im Display aufgefordert, das Lenkrad wieder selbst zu übernehmen.

Aber Achtung: Nur wenn im Display das Symbol der Spurhalteassistenten grün leuchtet, funktioniert dieser auch. Sobald die Fahrbahnmarkierungen verschmutzt oder gar nicht vorhanden sind, ist das Symbol orange.

WeConnect ist mittlerweile ein umfassendes Angebot von Konnektivitätslösungen. Die umfangreichen Online-Dienstleistungen umfassen unter anderem das Öffnen und Schließen der Türen via Smartphone, den Pannenruf, den Notruf-Service sowie Infos über den Fahrzeugstatus, die Parkposition und den Fahrzeugzustandsbericht.

In WeConnect Plus sind zudem die Funktionen Gebiets- und Geschwindigkeitsbenachrichtung, die Online-Verkehrsinformationen plus Gefahreninformation sowie das Webradio, Parkplätze und die Online-Routenberechnung inkludiert.

So fährt sich der VW Passat Alltrack

Mit einer Leistung von satten 240 PS werden im neuen VW Passat Alltrack alle Wünsche in Sachen Power erfüllt. Auf freier Strecke werden locker 229 km/h erreicht und von 0 auf 100 km/h vergehen gerade einmal 6,8 Sekunden.

Besonders beeindruckend ist die herausragende Laufruhe des großen VW. Die Geräuschdämmung ist fantastisch, lange Reisen werden zum Kurztrip. Ebenso sensationell waren einmal mehr die montierten Winterreifen Pirelli Sottozero. Dieser Reifen begeistert uns immer wieder, da er auf trockenen Pisten genauso überzeugend ist, wie auf Eis und Schnee sowie auf regennassen Straßen.

Wobei wir den Schnee in unserer Testwagenphase schmerzlich vermisst haben. Dafür waren wir im Offroad-Modus abseits befestigter Straßen unterwegs. Mit den entsprechend angepassten Parametern fährt sich der VW Passat Alltrack ähnlich wie ein Tiguan mit Offroad-Paket.

Da die hohe Leistung von 240 PS verlockend war, immer mal wieder auf die Tube zu drücken, lag unser Durchschnittsverbrauch nach rund 1.200 Kilometern, von denen knapp die Hälfte auf der Autobahn absolviert wurden, bei knapp 8 Litern. Landstraßen-Fahrten quittierte der VW Passat Alltrack dagegen mit Werten um die 6,5 Liter.

Ausstattungsdetails

Die Version Alltrack ist eigenständig und kann mit vielen Features aus dem umfangreichen Angebot ergänzt werden. Serienmäßig sind 17-Zöller montiert, ebenso sind bei allen Passat LED-Hauptscheinwerfer montiert. Wir empfehlen das Upgrade zum IQ-Light, das am sinnvollsten mit dem Fahrassistenzpaket Plus für 2.750 Euro zur Wahl steht.

Darin enthalten sind dann die LED-Matrix-Scheinwerfer, die mit ihren einzeln angesteuerten Modulen immer das beste Licht auf die Straße werfen. Dazu kommen unter andere die wesentlichen Assistenten wie der Spurhalte- der Auspark-, der Parkassist sowie der Tote-Winkel-Warner.

Kombiniert man dieses Paket zudem mit dem Business-Premium-Paket inklusive Navigation für 1.950, fällt der Preis auf 2.575 Euro. Mit an Bord sind dann beispielsweise noch die Klimaautomatik mit Dreizonen-Regelung sowie beheizbare Vordersitze und WeConnect Plus mit einer kostenlosen Laufzeit von drei Jahren.

Fazit

Der VW Passat Alltrack ist der ideale Variant. Das bisschen höhergelegt, um auch mal ausgewaschene Pfade zu befahren, dazu der Allradantrieb und der hohe praktische Nutzen. Einschränkend muss der hohe Preis von mindestens 60.000 Euro bewertet werden, wenn die eine oder andere Kleinigkeit der Optionen geordert wird. Dafür bekommt man dann aber ein Fahrzeug, das nahezu jedem SUV ebenbürtig ist.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: VW Passat Alltrack 2.0 TDI 4Motion

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG

Hubraum in ccm: 1.968

Leistung in kW (PS) bei U/min: 176 (240)/4.000

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 500/1.750 bis 2.500

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 6,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 229

Tankinhalt: 66 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,9 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 157

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.888/1.853/1.527

Radstand in mm: 2.786

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.790

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.370

Kofferrauminhalt in l: 639 – 1.769

Bereifung: 225/55 R 17

Felgen: 8 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 51.595 Euro

Dietmar Stanka