Der großen Popularität kleiner und kompakter SUV begegnet Volkswagen neben dem T-Roc nun auch mit dem T-Cross.

Für den Start schicken die Wolfsburger das nur mit Frontantrieb angebotene Automobil mit zwei Benziner ins Rennen. Jeweils mit drei Zylindern und entweder mit 70 kW (95 PS) oder 85 kW (115 PS). Eine sinnvolle weitere Antriebsart wäre zudem der aus dem VW Polo bekannte CNG-Antrieb. Dieser wird aber wohl den Konzernbrüdern Seat Arona und Skoda Kamiq vorbehalten sein.

Klein und doch recht groß

Mit einer maximalen Länge von etwas mehr als 4,23 Metern benötigt der neue VW T-Cross wenig Verkehrsraum. Er passt damit gut in den immer dichter werdenden Verkehr in urbanen Gebieten und auch in kleinere Parklücken. Zudem ist er mit einer Höhe von knapp 1,59 Metern auch Duplex-konform.

Dank kurzer Überhänge weist der Fünfsitzer einen Radstand von mehr als 2,55 Metern auf. Was nicht nur für ordentlich Platz auf der Rückbank, sondern auch für ein sagenhaftes Ladevolumen von 455 bis 1.281 Litern sorgt.

Das Interieur ist stylish ohne die typischen VW-Gene zu verleugnen. Je nach Dekor bunt oder einfarbig, steht auch für den T-Cross vorbildliche Ergonomie im Vordergrund. Das Cockpit ist entweder klassisch gehalten oder optional mit Active Info Display aufwertbar.

Fahrverhalten des VW T-Cross

Wenn schon, denn schon. Ist doch klar, dass wir uns die Top-Version Style mit der R-Line und 115 PS für unsere ersten Testfahrten auf der Lieblingsinsel der Deutschen ausgesucht haben. Mallorca ist im Frühling zum einen noch recht leer und zum anderen sind die Chancen für gutes Wetter hoch.

Wie die Fotos verraten, war uns Petrus hold und so konnten wir nicht nur schöne Bilder schießen, sondern mit dem kleinen Flitzer über reichlich verkehrsarme Straßen düsen. 200 Nm an Drehmoment stellt der 1-Liter-Turbo zur Verfügung. Das genügt für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,2 Sekunden und eine – nicht getestete – Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h.

Solchermaßen motorisiert, begaben wir uns auf den Weg vom Flughafen in Palma über Llucmajor und Arta bis nach Can Picafort ans Meer. Auf den vierspurigen Straßen zeigte uns der VW T-Cross seine Langstreckentauglichkeit auf. Die kurvenreichen Landstraßen absolvierten wir mit gehörig viel Fahrspaß und in den schmalen Ortsdurchfahrten war der Kleine mit seiner Kompaktheit am richtigen Fleck.

Besonders hervorzuheben sind die sehr guten Fahreigenschaften, die im direkten Zusammenhang mit einem gleichermaßen komfortablen wie auch straffen Fahrwerk stehen. Ein weiterer Grund ist der für diese Klasse lange Radstand, der lange Reisen angenehm macht.

Da wir den Turbo immer wieder mal ausdrehten und die Bergstraßen mit Schmackes hochflitzten, pendelte sich der Konsum bei rund 6,4 Litern ein. Volkswagen gibt einen kombinierten Verbrauch von 4,9 Litern an. Diesen zu erreichen, erfordert ein deutliches Maß an Zurückhaltung.

Ausstattungsversionen des VW T-Cross

T-Cross, Life und Style. Die Übersicht ist bei so wenig Versionen leicht. Der kleine SUV startet mit 95 PS und der manuellen Fünfgang-Schaltung bei 17.975 Euro und kostet als Life 20.075 Euro. Der serienmäßig mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattete T-Cross mit 115 PS startet bei 19.400 Euro. Als Life kostet er 21.500, als Style 23.700 Euro. Das optionale 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe wird mit einem Aufpreis von 1.500 Euro berechnet.

Warum VW bei vielen Einstiegsmodellen immer noch Stahlfelgen anbietet, ist uns ein Rätsel. Möglicherweise deshalb, weil die meisten Kunden eh zu den höherwertigen Ausstattungen greifen. Mit dem Life halten nämlich 16 Zoll große Leichtmetallfelgen Einzug in das Leben des VW T-Cross.

Weiter geht es mit einer schwarzen Dachreling, einer Klimaanlage, dem Pineapple- also Ananas-Innenraumdekor, der Einparkhilfe vorne und hinten, einem Multifunktionslenkrad sowie – die Mädels werden jubeln – Makeup-Spiegeln in den Sonnenblenden.

Warum wir uns aber beim neuen VW T-Cross für die Version Style entscheiden würden, wird bei dem nun folgenden Auszug der Ausstattungsliste klar. Denn auf die LED-Hauptscheinwerfer, der Zweizonen-Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht sowie auf die beheizbaren Sport-Komfortsitze vorne möchten wir nur ungern verzichten.

Noch im Lauf des Jahres wird die Motorenpalette mit dem kräftigen 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS sowie dem 1,6-Liter-Diesel mit 95 PS ergänzt. CNG steht, wie anfangs bereits beschrieben, leider nicht im Lastenheft Antrieb für den VW T-Cross.

Mehr Farbe ins Leben holen

Die Zielgruppen für den neuen VW T-Cross sind weit gefächert. Die Young Urban People werden genauso angesprochen wie die Best Ager. Okay, weg mit dem üblichen Marketing-Blabla und hin zur Praxis. Mit den Design-Paketen “Bambus Garden Green”, “Energetic Orange” und “Schwarz” kann man seinen VW T-Cross peppig oder auch dezent aufpeppen.

Für den Style kosten die Pakete, die für den Style unter anderem 17-Zöller aus Leichtmetall, Sport-Komfortsitze, abgedunkelte Scheiben hinten sowie entsprechende Dekoreinlagen beinhalten, 790 Euro. 100 Euro günstiger sind die Pakete für den Style, der dann auf 18-Zöllern rollt.

Für deutlich mehr Geld können mit der R-Line zudem sportliche Akzente gesetzt werden. Das komplette Paket kostet für den Life mit Schaltgetriebe 2.395, mit DSG 2.320 Euro, für den Style 1.590 Euro. Wer sich die R-Line nur für das Exterieur gönnen will, muss für den Life 1.135 und den Style 945 Euro berappen. 12 Außenfarben und 15 verschiedene Felgen, die teilweise bunt daherkommen, ergänzen die Farbenpracht, die für den VW T-Cross zur Wahl steht.

Fazit

Der neue VW T-Cross ist ein interessantes Kerlchen im immer größer werdenden Teich der kleinen SUV-Gemeinde. Wer gerne höher sitzt und gerne über reichlich Platz im Innenraum verfügt, ist mit diesem Wägelchen gut bedient. Wenn es aber um gelebte Sparsamkeit geht, sollte sich den Polo genauer ansehen. Der ist ausstattungsbereinigt ersten günstiger, zweitens leichter, drittens beim Spritkonsum zurückhaltender und zudem mit CNG-Antrieb zu bekommen.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Volkswagen T-Cross Style R-Line

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum in ccm: 999

Leistung in kW (PS) bei U/min: 85 (115)/5.000 – 5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 200/2.000 bis 3.500

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 10,2

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 193

Tankinhalt: 40 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,1 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 115

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.235/1.782/1.584

Radstand in mm: 2.551

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.250

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.750

Kofferrauminhalt in l: 455 – 1.281

Bereifung: 215/45 R 18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 25.290

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka