Laut Jost Capito, Leiter der Volkswagen R GmbH, ist der neue VW T-Roc R die erste Erweiterung einer kommenden Fahrzeugfamilie, die einmal mit dem VW Golf R respektive R32 begann.

Auf unseren ersten Testfahrten mit dem 221 kW (300 PS) starken CUV, der den Golf nur um 10 Zentimeter überragt, hatten wir im Hinterland der Côte d’Azur unsere helle Freude.

Die Optik des VW T-Roc R

Ein bisschen mehr als nur R-Line steckt drin im stärksten Vertreter der erfolgreichen Baureihe. Die Lufteinlässe mit Lamellen in Schwarz, das senkrecht stehende LED-Tagfahrlicht im exklusiven Frontstoßfänger und die beiden verchromten Abgasendrohre links und rechts sind ein Teil der äußeren Insignien.

Das Innenleben ist ein Mix aus Ergonomie und sportlich angehauchten R-Attributen wie dem unten abgeflachten Multifunktions-Lederlenkrad, den R-Logos auf den Sportsitzen und den Einstiegsleisten sowie den Edelstahlpedalen und dem schwarzen Dachhimmel.

Von seiner Variabilität hat der T-Roc R gegenüber seinen bis dato über 400.000mal verkauften schwächeren Versionen nichts eingebüßt. Der Kofferraum des nur 4,23 Meter langen Allradlers verfügt weiterhin über ein Volumen von 392 bis 1.237 Litern.

Der Kraftprotz

Neben den Ingenieuren der Volkswagen R GmbH holte Jost Capito einen seiner wichtigsten Rennfahrer zur Entwicklung des 300-PS-Racers dazu. Benny Leuchter, 2019 unter anderem in der WTCR mit einem VW Golf GTI TCR unterwegs, war bei den Abstimmungsfahrten auf der Nordschleife des Nürburgrings federführend mit dabei.

Herausgekommen ist ein Kraftprotz und Kurvenräuber, der den Vergleich mit dem VW Golf R nicht scheuen muss. Neben der sowieso schon fetten Leistung der 300 PS, die mit einem Drehmoment von 400 Nm verbunden ist, wurden vor allem das Fahrwerk, die Lenkung und die Gaskennung feinjustiert.

Aber eins nach dem anderen. Logischerweise steht auch für den T-Roc R die adaptive Fahrwerksregelung DCC für einen Aufpreis von 1.045 Euro zur Verfügung. Wie uns aber Jost Capito verraten hat, wurde zuerst das normale Fahrwerk so überarbeitet und optimiert, dass es nahezu keine Wünsche offenlässt.

Die Progressivlenkung lieferte uns jeder Fahrsituation wunderbare Rückmeldungen mit einer herausragenden Präzision. Gleiches gilt für die Gaskennung, die den gesamten Drehzahlbereich zur Verfügung steht und einen gleichmäßigen Kraftfluss erlaubt.

In den Bergen oberhalb von Nizza, hoch in Richtung Col de Vence gaben wir unserem T-Roc R die Sporen. Serienmäßig mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und dem Allradantrieb 4MOTION ausgestattet, waren Vortrieb und Traktion nur eine Frage des Fahrkönnens.

Für ein zügiges Vorwärtsstreben empfiehlt sich der manuelle Eingriff über die Schaltpaddel am Lenkrad. Dann ist der Kraftschluss im gewährleistet und die Dynamik optimal ausgereizt.

Ausstattungsumfänge

Knapp 44.000 Euro ruft Volkswagen für den T-Roc R auf. Sicherlich kein Pappenstiel, aber dafür sind im Gesamtpaket bereits Voll-LED-Scheinwerfer, eine Zweizonen-Klimaautomatik, 18-Zöller aus Alu, Berganfahr- und Bergabfahrassistent, die Einparkhilfe vorne und hinten sowie das Active Info-Display an Bord.

Als sinnvolle Ergänzungen sehen wir das 1.070 Euro teure Business-Paket mit dem Navigationssystem Discover Media und der Verkehrszeichenerkennung. Die schwarze Dachreling kostet 230 Euro, die in unseren Testwagen angebrachte Dekoreinlage in der Außenfarbe Lapiz Blue Matt liegt bei 125 Euro und die in Dark Graphite Metallic lackierten Felgen kosten weitere 820 Euro.

Fazit 

Mehr Power ist immer gut. Vor allem, wenn sie so cool verpackt ist und ein herausragendes Fahrerlebnis ermöglicht. Kleinigkeiten wie das üppig verwendete Hartplastik im Innenraum und der seltsam anmutenden Aufpreis von 245 Euro für das Digitalradio DAB+ schmeißen wir mal über Bord. Und so erfreuen wir uns an einem spritzigen und agilen Kompaktwagen, der mit seiner leicht erhöhten Sitzposition so manchen Zeitgenossen sehr viel Freude bereiten wird.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: VW T-Roc R

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG

Hubraum in ccm: 1.984

Leistung in kW (PS) bei U/min: 221 (300)/5.500 – 6.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 400/2.000 – 5.200

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 4,8

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 250

Tankinhalt in l: 55

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,7

CO2-Emission kombiniert in g/km: 176

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.234/1.819/1.573

Radstand in mm: 2.590

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.575

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.070

Kofferrauminhalt in l: 392 – 1.237

Bereifung: 215/50 R 18

Felgen: 7 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 43.995

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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