Steckbrief VW Touareg

Differenzierungen werden immer schwieriger, je mehr sich Fahrzeuge eines großen Konzerns Plattformen teilen. Der neue VW Touareg nach dem Audi Q7 und dem Porsche Cayenne der dritte im Bunde. Und um es gleich vorwegzunehmen nicht nur Preis- Leistungssieger, sondern auch das Fahrzeug mit der elegantesten Ausstrahlung.

Eleganz und Sportlichkeit

Muskulös, wie aus einem Guss, betonte Linien. Dynamisch bereits im Stand, kraftvoll aus allen Poren. Mag übertrieben klingen, aber wer sich den neuen VW Touareg genauer ansieht, am besten in einer hellen Farbe übrigens, der kommt automatisch ins Schwärmen.

So prägnant die äußere Hülle, so einzigartig auch der Innenraum. Die geschwungene Linie des voll verchromten Kühlergrills findet sich auf dem Armaturenbrett und en miniature auch im Headup-Display wieder.

Bei der näheren Betrachtung des Interieurs gehen wir gleich auf die Ausstattungslinien ein. Sie unterscheiden den neuen VW Touareg im Innenraum, in einigen Details aber auch im äußeren Auftritt.

Ausstattungspakete

Atmosphere zeigt sich mit weißem Ambientelicht und einer offenporigen Edelholz-Einlage für die Instrumententafel und die Türverkleidungen. Ganz in Chrom sind die Abgas-Endrohre, die Einstiegsleisten, der Ladekantenschutz sowie die Lamellen der Lufteinlässe gehalten.

Elegance sorgt mit Dekoreinlagen im gebürsteten Aluminium für Aufmerksamkeit. Auch in diesem Paket sind die oben erwähnten Teile verchromt und Innenraumbeleuchtung ist ebenfalls in Weiß gehalten. Beide Linien kosten 1.950 Euro und können mit dem 345 Euro Ambientebeleuchtung mehrfarbig aufgewertet werden.

Mit 3.300 Euro deutlich aufwändiger und umfangreicher ist die R-Line. Darin enthalten sind unter anderem verchromte und in die Stoßfänger integrierte Auspuffendrohre, ein beheizbares R-Line-Multifunktionslederlenkrad sowie in Wagenfarbe gehaltene Stoßfänger- und Türunterteile.

Voraussetzung ist aber, dass eine der Lederausstattungen mitbestellt wird. Dann wird der ganze Spaß nochmals um mindestens 2.490 Euro für Vienna oder aber auch bis zu 5.000 Euro für Savona mit den von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) ausgezeichneten Sitzen teurer.

Fahrspaß mit dem neuen VW Touareg

Weg von den profanen Dingen der Features und hin zum Fahrvergnügen mit dem neuen VW Touareg. Uns stand bei der Fahrveranstaltung in Bayern, dem Salzburger Land und Tirol der 3-Liter-V6 mit 210 kW (286 PS) zur Verfügung. 60.675 Euro ruft VW für diese Motorisierung auf.

Um wie viel kostspieliger der Spaß werden kann, haben wir ein Kapitel weiter oben erläutert. Das ist aber noch lange nicht alles, wie wir gleich feststellen werden. Denn so fantastische und unsere Fahreindrücke deutlich verstärkende technische Schmankerl treiben den Preis weiter nach oben.

Dazu gehören eindeutig die Kombination aus der Luftfederung und der Allradlenkung für 2.850 Euro. Letztgenannte verkleinert den Wendekreis um einen Meter von 12,19 auf 11,19 Meter. Neben der Wendigkeit erhöht sie zusammen mit den elektronischen Stabilisatoren und dem aktiven Wankausgleich die Kurvengeschwindigkeiten.

 

Und klar hatten wir unseren Spaß, zwischen Salzburg, Bad Reichenhall, Lofer und Scheffau hin- und herzudüsen. Trotz reichlich Verkehr und einigen Baustellen war die Fahreindrücke mit dem neuen VW Touareg ausschließlich positiv. Kein Wunder, pumpt der V6-Diesel 600 Nm auf die beiden Achsen. Klar, der VW Touareg hat serienmäßig den Allradantrieb 4MOTION an Bord und wird ebenfalls in Serie mit einer Achtgang-Automatik geschaltet.

Die ebenfalls serienmäßige Fahrprofilauswahl von Eco über Comfort, Normal, Sport und Individual kann durch das Offroad-Paket für den Geländeeinsatz perfekt erweitert werden. Für einen Aufpreis von 650 Euro stehen dann zusätzlich Snow, Offroad Auto, Sand, Schotter und Offroad Expert zur Verfügung.

On Top packt VW in dieses Paket noch einen von 75 auf 90 Liter vergrößerten Kraftstofftank sowie diverse Unterschutzsysteme. Apropos Tank: der Kraftstoffverbrauch lag bei unserer durchwegs zügigen Fahrt über Landstraßen bei etwas über 7 Litern.

Neben dem 210 kW (286 PS) starken V6, den wir gefahren sind, kommen in Kürze noch der 3-Liter-V6-Diesel mit 170 kW (231 PS) sowie ab Herbst 2018 ein V6-Benziner mi 250 kW (340 PS) auf den Markt. Mehr Bums verspricht ab 2019 der V8-Diesel mit 4 Liter Hubraum und 310 kW (421 PS). Der Plugin-Hybrid mit einer Systemleistung von 270 kW (367 PS) ist für den Moment China vorbehalten. Wir rechnen aber mit der Einführung dieses Modells bei uns im kommenden Jahr.

Das Licht des neuen VW Touareg

Ein kleines Extrakapitel sei dem LED Matrixlicht des neuen VW Touareg der dritten Generation gewidmet. Serienmäßig strahlt der große SUV bereits aus LED-Scheinwerfern. 1.870 Euro teuer leuchten die zusammen mit Hella entwickelten und für den Moment hellsten Leuchten aus 128 LED pro Scheinwerfer.

Daraus resultieren die perfektesten Lichtverhältnisse für alle im Straßenverkehr und im Gelände möglichen Verhältnisse, die im Automobilbau zu bekommen sind. Unter anderem zählen dazu das Stadtlicht, das Landstraßenlicht, das Begegnungslicht, das Schlechtwetterlicht und das im Paket der Nachtsichtunterstützung „Nightvision“ erhältliche Markierungslicht. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Optionen wird in Kürze ein Film auf dem YouTube-Kanal von Auto360.de nähere Auskunft erteilen.

Features

Zugkraft war schon immer eine Stärke des VW Touareg. 3,5 Tonnen sind eine entscheidende Größe in diesem Segment und so ist es kein Wunder, dass in Deutschland rund 60 Prozent der Touareg-Kunden, ihr Fahrzeug für den Anhängerbetrieb nutzen. Der bereits unter anderem aus dem Passat bekannte Trailer Assist ist nun auch für den großen SUV zu bestellen. Zu diesem Thema haben wir auch einen Film gedreht, der in Kürze auf dem YouTube-Kanal von Auto360.de zu sehen ist.

Ein weiteres Feature ist das Headup-Display, das mit einer Größe von 217 x 88 Millimetern eine Vielzahl von Informationen einblendet. Das Innovision Cockpit weist mit seinem 15 Zoll großen Bildschirm in die Zukunft. 3.500 Euro teuer, sollte die Bedienung vor dem ersten Fahrantritt ausführlich geübt werden.

Durch die Vielzahl von Optionen, die mit Wischen und Gesten abgerufen werden können, ist die Gefahr einer Ablenkung groß. Wer sich diesen umfangreichen Aufgaben nicht stellen mag, darf sich auf das serienmäßige Navigationssystem Discover Pro im neuen VW Touareg freuen.

Fazit

Die Ausstattungsfeatures des neuen VW Touareg verleiten zum Kauf. Ganz vorne dabei sind unserer Ansicht nach die Ausstattungspakete inklusive des edlen Leders und der AGR-Sitze, das LED Matrix Licht und das Offroad-Paket. Perfekt ins Ensemble eingepasst ist das Innovision Cockpit, wer die aufwändige Bedienung aber scheut, kommt auch mit dem serienmäßigen Navi ans Ziel. Gesamt betrachtet ist das neue Flaggschiff aus Wolfsburg die beste Wahl der in Bratislava gebauten SUV. Auch wenn VW für das Digitalradio DAB+ einen Aufpreis von 245 Euro verlangt und das in unseren Augen kleinlich wirkt.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: VW Touareg V6 TDI SCR 4MOTION

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: V6-Diesel

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 2.967

Leistung in kW (PS) bei U/min: 210 (286)/n.n.

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 600/2.250 – 3.250

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 6,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 235

Tankinhalt in l: 75

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,9

CO2-Emission kombiniert in g/km: 182

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 5.008/1.984/1.717

Radstand in mm: 2.904

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 2.070

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.850

Kofferrauminhalt in l: 810 – 1.800

Bereifung: 235/65 R18

Felgen: 8 x 18″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 60.675

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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