Lieber öfter billig oder besser die ganz teuren Waschprogramme? Wer sein Auto pflegen will, sollte lieber regelmäßig die Waschanlage anfahren. Dann tun es auch die Standardprogramme. Hauptsache, die Vorwäsche sorgt dafür, dass der Dreck gut eingeweicht wird.

Der Dreck muss runter, damit der Lack nicht leidet

Alle zwei Tage könnte man im Winter mit seinem fahrbaren Untersatz die nächste Waschbahn ansteuern: Ein schmieriger Film aus Salz und Dreck legt sich über das teure Blech. Das sieht nicht nur unappetitlich aus und sorgt für verdreckte Mäntel und Jacken, sondern schmälert auch den Wert des Autos. Denn wenn die Schmutzschicht Wochen oder gar Monate Zeit hat, greift sie den Lack an. Der wird auf Dauer stumpf. Im Sommer ist es nicht besser: Insektenleichen  fressen sich in den Lack, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden. Baumharz führt auf Dauer zu hartnäckigen Flecken, und der schwarze Abrieb der Bremsbeläge legt sich so hartnäckig auf die Felgen, dass er mit normalen Mitteln bald nicht mehr verschwindet.

Handwäsche scheidet für die meisten Autofahrer aus

Handwäschen sind mühsam und in vielen Gemeinden verboten. Also ab in die Waschstraße. Die vielen Programme sind verwirrend, die Preise für Komplett-Wäschen liegen deutlich über zehn Euro. Was braucht man, was nicht? Die Antwort ist recht einfach: Komplettprogramme mit Schaum- und Unterbodenwäsche  nützen vor allem der Kasse des Waschanlagenbetreibers.  Wer sein Auto regelmäßig waschen lässt, fährt mit dem Standardprogramm (“einmal Waschen, einmal Trocknen”) am besten und preisgünstigsten. Also: Lieber öfter eine einfache Wäsche machen lassen, dafür an den teuren Programmen sparen.

Wichtig: Bei der Vorwäsche den Dreck gründlich einweichen

Nur an einem sollte man nicht sparen: an der Vorwäsche. Eine solche Vorwäsche muss man in vielen Waschanlagen selber per Dampfstrahler vornehmen (Kosten: ein Euro), oder sie gehört zum Standardprogramm.  Das Reinigungsergebnis steht und fällt mit der Vorwäsche. Denn dabei werden Lack und Schmutz mit Schaum und viel Wasser oder einem Dampfstrahler eingeweicht. So trennen sie sich anschließend besser voneinander. Die Gefahr, sich Schlieren oder gar Kratzer im Lack einzufangen, sinkt.

Allerdings muss man darauf achten, dass die Vorwasch-Lösung nicht schon angetrocknet ist, wenn die eigentliche Wäsche beginnt. Wenn die Lösung sehr alkalisch ist, kann sie beim Antrocknen aggressiv werden. Folge: Der Lack wird stumpf, bekommt Flecken.

Unterbodenwäsche? Am besten mit dem Hochdruck-Reiniger selber übernehmen

Eine gesonderte Unterbodenwäsche hingegen nutzt in der Regel nur wenig. Die Reinigung ist eher bescheiden, weil jeder Fahrzeugunterboden anders geformt ist. In die Ecken und Winkel kommen die Düsen oft gar nicht. Billiger ist es, bei der Vorwäsche mit dem Hochdruck-Reiniger unter das Auto zu zielen.

Einen prüfenden Blick auf die Qualität einer Waschanlage kann jeder Autofahrer selbst riskieren. Schauen Sie, ob die Fahrzeuge sauber und möglichst trocken herauskommen, ob die Anlage einen gepflegten Eindruck macht und ob eine Vorwäsche mit Dampfstrahler oder von Hand angeboten wird.

Heißwachsen, ja oder nein?

Was bringen Waschprogramme mit Heißwachs? Für die regelmäßige Autowäsche reicht das normale Programm mit Waschen und Trocknen aus. Eine Konservierung mit Wachs ist aber durchaus sinnvoll, aber nur zwei- bis dreimal im Jahr nötig. Außerdem kommt es wie so oft auf die Technik an. Wird das Heißwachs nur aufgesprüht, ist es bei Regen schnell wieder abgewaschen. Ein teurer Kurzzeit-Effekt, den man sich sparen kann. Wird das Heißwachs mit den Bürsten einmassiert, hält es fast so dauerhaft wie eine von Hand aufgebrachte Konservierung.

 

Foto: Thorben Wengert/Pixelio

Klaus Justen
Folgen Sie

Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
Klaus Justen
Folgen Sie