20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, stellte Toyota mit dem 2000 GT den ersten Supersportwagen vor.

Die individuelle Mobilität steckte im Land der aufgehenden Sonne damals noch in den Kinderschuhen. Kei-Cars waren angesagt, Kleinstfahrzeuge, die für die engen Gassen und Straßen des Landes perfekt waren.

Die Automobilindustrie, eine der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren bis heute, strebte mit ihren Produkten in den Export. Es fehlte bis dato aber ein Imageträger, der die Nippon-Autos in der Welt bekannt machte.

Im Dezember 1964 kam es daher zu einer Entwicklungskooperation zwischen Toyota und Yamaha. Ein Spezialisten für Kleinserien, Hightech-Motoren und Klavierbau. Es musste aber rasch gehandelt werden. Denn der geplante Sportwagen sollte bereit 10 Monate später auf der Tokyo Motor Show debütieren.

Hohe Qualität

Ein junges Team mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren entwickelte unter der Leitung von Toyota Chefingenieur Jiro Kawano und dem legendären Designer Satoru Nozaki einen Sportwagen, der bei Antriebstechnik, Design, verwendeten Materialien und Fertigungsqualität neue Maßstäbe setzen sollte.

Beispielsweise wurde für Armaturentafel, Lenkrad und Schaltknauf Rosenholz verwendet. Das harte und spröde Holz kann unter Sonneneinstrahlung oder Hitze reißen. Aber nicht im 2000 GT. Die Denn die Holzspezialisten vom Klavierbauer Yamaha fanden neue Verarbeitungswege für das Furnier.

Der Antrieb des Toyota 2000 GT

Unter der Motorhaube des Toyotas 2000 GT arbeitete der damals weltweit modernste 2-Liter-Sechszylinder seiner Klasse. Er leistete 110 kW (150 PS) und verfügte über zwei obenliegende Nockenwellen. Eine Besonderheit waren die zentral in den hemisphärischen Brennräumen angeordneten Zündkerzen.

Der leer nur 1.120 Kilogramm leichte Sportwagen war so schnell, dass erst im Oktober 1966 nach dem Bau der Hochgeschwindigkeits-Teststrecke Higachi-Fuji in Yatabe Vollgastests möglich waren. Die zu der Zeit durchgeführte Weltrekordfahrt ist heute noch beeindruckend. Über eine Distanz von 10.000 Meilen oder 16.093 Kilometern wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 206,18 km/h erzielt.

Der Toyota 2000 GT im Motorsport

1966, ein Jahr vor der offiziellen Markteinführung, bewies ein mit drei Weber-Doppelvergasern aufgemotzter 2000 GT beim ersten 1.000-Kilometer-Rennen von Suzuka seine Qualitäten. Mit einer Leistung von 147 kW (200 PS) und einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h war er schneller als die Konkurrenz mit dem V12-Triebwerken.

Von diesem Resultat war Carol Shelby solchermaßen beeindruckt, das er für die Saison 1968 drei Toyota 2000GT vorbereitete. Diese traten in der Klasse C für Produktionswagen gegen Porsche oder Triumph erfolgreich an.

Ein Debüt der besonderen Art feierte der Toyota 2000 GT im Vorfeld des Formel-1-Rennens „Großer Preis von Deutschland“ am Nürburgring. Sage und schreibe 450.000 Zuschauer konnten die spektakuläre Fahrt durch die Grüne Hölle bewundern.

Tipps für Sammler

Der legendäre Urahn von mehr als 80 Sportcoupé-Modellreihen, die Toyota bis zum heute aktuellen GR Supra produziert hat, wurde in drei Jahren nur 351mal gebaut. So ist es kein Wunder, dass die seltenen Exemplare einen siebenstelligen Betrag kosten. Zwei davon können in der Toyota Collection in Köln bewundert werden.

Berühmter Fahrer

Eine besondere Ehre erfuhr der Toyota 2000 GT als nur zweimal gebautes Cabrio als erster japanischer Dienstwagen des Geheimagenten James Bond. Sean Connery spielte in „Man lebt nur zweimal“ den britischen Geheimagenten und durfte mit diesem Traumwagen seine Runden drehen.

Dietmar Stanka