Über das Design des ersten Toyota Mirai ließ sich trefflich streiten.

Die zweite Auflage des mit Wasserstoff betriebenen Japaners erinnert dagegen deutlich mehr an einen Lexus. Premiumgefühl inbegriffen. Anstatt nur vier stehen nun fünf Sitze zur Verfügung und preislich startet der neue Mirai bei 63.900 Euro.

Eine neue Plattform

Der neue Mirai basiert auf der neuen GA-L Plattform der Toyota Global New Architecture (TNGA) für Fahrzeuge mit Hinterradantrieb. Diese ermöglicht den Einsatz verschiedener Antriebsarten. Der Fahrzeugschwerpunkt ist gegenüber dem Vorgänger niedriger, die Karosseriesteifigkeit deutlich höher.

Die Brennstoffzelle wurde unter der Motorhaube untergebracht, Elektromotor und die für das Fahren notwendige Batterie hinten. Dadurch verfügt der neue Mirai über eine optimale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Das dient der Agilität und dem Fahrverhalten gleichermaßen.

Durch einen dritten Wasserstofftank und eine leistungsfähigere, aber kompaktere Brennstoffzelle klettert die Reichweite nun auf bis zu 650 Kilometer. Der gespeicherte Wasserstoff wird im Fahrzeug in elektrische Energie umgewandelt, die den auf 130 kW (182 PS) erstarkten Elektromotor antreibt.

Ausstattungsvarianten des neuen Toyota Mirai

Toyota schickt den neuen Mirai neben der Basisversion für 63.900 Euro mit den Ausstattungslinien Executive für 66.900 Euro und Advanced für 73.900 Euro ins Rennen. Bereits in der Basis sind 19-Zoll-Leichtmetallräder, ein JBL-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und ein Multimediasystem mit Navigation und 12,3-Zoll Display Serie.

Dazu kommen Apple CarPlay und Android Auto unterstützt, der schlüssellose Zugang, LED-Scheinwerfer, die Sitzheizung vorne sowie elektrisch verstellbare Vordersitze. Für Sicherheit sorgt die aktuelle Generation des aktiven Sicherheits- und Fahrerassistenzsystems Toyota Safety Sense.

Der Executive schmückt sich mit polierten silberfarbenen 19-Zoll-Leichtmetallrädern, adaptiven Bi-LED-Scheinwerfer, Multi-LED-Blinkleuchten vorne sowie dunkler getönten hinteren Scheiben. Ergänzt wird die Ausstattung mit einer Ambientebeleuchtung, Lenkradheizung, elektrisch verstellbarem Lenkrad, einer induktiven Ladestation für Smartphones und dem Rückfahr- und Parkassistenten sowie dem Tote-Winkel-Warner.

Die Topausstattung Advanced rollt auf schwarzen 20-Zöllern, verfügt über ein Panoramadach, ein Head-up-Display, einen digitalen Innenspiegel mit Kamera, Sitzheizung hinten sowie Sitzbelüftung vorne und hinten.

Zusätzlich ist diese Version mit Semianilin-Ledersitzen in schwarz ausgestattet. Auf Wunsch sind diese auch in einem hellen Farbton mit abgestimmter Armaturentafel und Zierapplikationen in Kupferfarbe bestellbar.

Die Dreizonen-Klimaautomatik ist mit einem speziellen Luftreinigungssystem ausgerüstet. Dieses filtert selbst mikroskopisch kleine Feinstaubpartikel der Partikelgröße PM 2,5 aus der Luft, die aufgrund ihrer Größer als besonders gefährlich gelten.

Erweitertes Toyota Safety Sense

Das integrierte Pre-Collision Notbremssystem umfasst nun beispielsweise auch eine Lenkunterstützung und einen Kreuzungsassistenten, der beim Abbiegen vor Zusammenstößen mit Fußgängern und entgegenkommenden Fahrzeugen schützt.

Der Spurführungs-Assistent warnt, wenn der Mirai von der Fahrspur abzukommen droht – optisch, akustisch und auch haptisch durch ein vibrierendes Lenkrad. Reagiert der Fahrer beispielsweise aufgrund eines medizinischen Notfalls nicht, parkt der „Driver Emergency“-Assistent das Fahrzeug sicher am Straßenrand.

Der radargestützte Tempomat hält nicht nur Abstand und Geschwindigkeit, sondern reduziert auch das eigene Tempo vor Kurveneinfahrten und erhöht es automatisch wieder bei Kurvenausfahrten. Weitere Features sind ein Fernlichtassistent und eine Verkehrszeichenerkennung.

Fazit

Unser Roadtrip mit dem ersten Toyota Mirai war faszinierend. Natürlich wissen wir ob der Tatsache, dass es in Deutschland Stand Anfang Dezember 2020 erst 88 Wasserstofftankstellen gibt. Dennoch ist deutlich einfacher und vor allem wesentlich schneller, Wasserstoff zu tanken, als Strom zu laden.

Und ja, wir wissen auch, dass es viele Ladestationen gibt. Die aber nicht immer frei sind und die Stromzufuhr dauert selbst höchster Kapazitätsausnutzung mindestens 20 bis 30 Minuten. Ein Tankvorgang dagegen nur 3 bis 5 Minuten. Deshalb geht der Sieg in dieser Disziplin eindeutig an das Brennstoffzellenfahrzeug.

Toyota Mirai

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Toyota Mirai

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: Elektromotor

Getriebe: 1-stufiges Reduktionsgetriebe

Leistung in kW (PS): 134 (182)

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 300/0

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 9,2

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 175

Wasserstoffvorrat in kg: 5,6 bei 700 bar

Wasserstoffverbrauch kombiniert in kg/100 km: 0,76

CO2-Emission kombiniert in g/km: 0

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.975/1.885/1.480

Radstand in mm: 2.920

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.950

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.415

Kofferrauminhalt in l: n.n.

Bereifung: 235/55 R19

Felgen: 8 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 63.900 Euro

Dietmar Stanka
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