Seit 50 Jahren ist Toyota 2020 in Deutschland.

Wir schlendern in 5 Teilen durch die Geschichte des japanischen Konzerns. Den Teil 3 widmen wir den 1990er Jahren.

Internationaler Motorsport von Toyota in Köln

Seit Ende der 1970er Jahre betreibt Toyota seine weltweiten Motorsportaktivitäten von Köln aus. Das dort ansässige Unternehmen wurde ursprünglich als Toyota Team Europe (TTE) gegründet. Später wurde es in Toyota Motorsport GmbH (TMG) umbenannt und  künftig heißt es Toyota Gazoo Racing Europe (TGR-E). 1990 holte der Spanier Carlos Sainz in einem Celica GT-Four den Gesamtsieg der Fahrerwertung und damit den ersten Titel für Toyota. Zwei Jahre später wiederholte er diesen Erfolg.

1993 und 1994 fuhr Toyota zwei historische Doppelsiege ein und gewann sowohl den Konstrukteurstitel als auch die Fahrerwertung mit dem Finnen Juha Kankkunen (1993) und dem Franzosen Didier Auriol (1994) am Steuer. Mit einem weiteren Sieg in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft beendete Toyota 1999 seine Teilnahme am internationalen Rallyesport und kündigte den Einstieg in die Formel 1 an.

Lexus LS 400

Lexus LS 400

Automobile Meilensteine

1990 trat das Unternehmen mit der Marke Lexus erstmals im Premiumsegment an. Für Verkauf und Service zeichneten zum Marktstart in Deutschland 22 Partnerbetriebe verantwortlich. Das erste Modell, der Lexus LS 400, wurde 1989 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Er war mit einem V8-Motor mit vier Litern Hubraum ausgestattet, der 180 kW (245 PS) leistete und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ermöglichte.

1994 sorgte die Präsentation des Toyota RAV4 auf dem Genfer Automobilsalon für Aufsehen. Das Kompakt-SUV mit Allradantrieb, dessen Abkürzung für „Recreational Active Vehicle with 4 wheel-drive“ steht, ebnete dem gesamten SUV-Segment den Weg.

Zunächst wollte Toyota 4.500 Einheiten pro Monat produzieren. Doch als allein im ersten Monat 8.000 Bestellungen eingingen, wurde das Produktionsvolumen schnell verdoppelt. Die Markteinführung erfolgte im Mai 1994 in Japan. Einen Monat später folgten Europa, Afrika, Australien und Lateinamerika. Bis heute wurden weltweit mehr als zehn Millionen Einheiten des RAV4 verkauft.

Toyota RAV4 Erste Generation

Toyota RAV4 Erste Generation

Der erste Hybrid namens Prius

1997 folgte ein weiterer Meilenstein der Automobilgeschichte: Auf der Tokyo Motor Show debütierte der Toyota Prius als erstes Serienmodell mit Hybridantrieb. Die Kombination eines Elektromotors mit 33 kW (45 PS) und eines 53 kW (72 PS) starken Vierzylinder-Ottomotor senkten den Benzinverbrauch auf etwa fünf Liter.

Bis heute hat sich an dem grundlegenden Hybrid-Prinzip nichts geändert. Und heute wie damals steht bei diesem Konzept ein möglichst ressourcenschonendes Fahren im Vordergrund. Diesem Versprechen hatte sich Toyota bereits fünf Jahre zuvor verschrieben und 1992 die „Toyota Earth Charter“ vorgestellt.

Darin wurde das Ziel formuliert, Ökologie und Ökonomie in der Mobilität miteinander zu vereinen. Auch Klimaziele sowie der Start eines Entwicklungsprogramms für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wurden darin festgehalten. Es war der Startschuss für die Hybridtechnik und setzte den Trend zur Antriebselektrifizierung in Gang, der heute die gesamte Automobilindustrie prägt.

Toyota Prius Erste Generation

Toyota Prius Erste Generation

Das erste Werk in Europa

Als auf deutschen Fernsehgeräten die legendären Affen den Toyota Claim „Nichts ist unmöglich“ sangen, eröffnete Toyota 1992 im englischen Burnaston sein erstes europäisches Werk. Auf diese Weise sollten durch eine lokale Fertigung die drohenden Quotenregelungen für Autoimporte umgangen werden. Ende des Jahres 1992 verließ der erste Carina E die Werkshallen. Das „E“ stand für Europa. Und bereits im Sommer 1994 lief in Burnaston der 100.000ste Carina vom Band.

In Deutschland rief Toyota zu dieser Zeit die „Toyota Deutschland Stiftung“ ins Leben. Damit unterstützt das Unternehmen bis heute Projekte aus den Bereichen Soziales, Bildung, Forschung und Wissenschaft. Seit 1994 sind mehr als 500.000 Euro für über 90 Projekte bereitgestellt worden. In Übereinstimmung mit dem Toyota Leitbild lautet das Ziel der Stiftung: gesellschaftliche Verantwortung leben und den Gemeinsinn fördern.

Seit 2005 wirken die Toyota Mitarbeiter bei der Auswahl als Projektpaten aktiv mit, können Vorschläge zur Förderung einreichen und in einem Auswahlverfahren über die zu fördernden Projekte und Einrichtungen abstimmen.

Toyota Werk Burnaston UK

Toyota Werk Burnaston UK

Dietmar Stanka