Die Nachfrage nach Elektroautos und Plug-in-Hybrid Fahrzeugen ist weiter erschreckend gering. Wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) Anfang April 2017 mitteilte, lagen dem Amt bis zum 31. März 2017 gerade einmal 15.348 Anträge vor.

Auf Elektroautos fielen 8.655 Käufe, 6.690 waren es bei den Plug-in-Hybriden. Noch bitterer fiel die Bilanz für Automobile mit Brennstoffzelle aus. Gerade einmal drei Anträge wurden bis dato gestellt.

Prämienanreiz

Dabei müssten die Prämien von 4.000 Euro für reine Elektro-Fahrzeuge und immerhin noch 3.000 Euro für Plug-in-Hybride Anreiz genug sein. Weil eben unter anderem der in Frankreich und auch in Deutschland meistverkaufte Renault Zoe mit einem Preis von 22.100 Euro durchaus leistbar ist.

Der als reines Elektrofahrzeug und auch mit Range Extender zur Reichweitenverlängerung erhältliche BMW i3 liegt hinter dem Franzosen mit 2.442 Einheiten auf dem zweiten Platz. Ein denkbar knapper erster Rang für den Renault, der gerade zweimal mehr gekauft wurde.

Plug-in-Hybrid Audi A3 e-tron auf Platz 3

Für Audi ist der dritte Platz des A3 e-tron ein voller Erfolg. Sage und schreibe 2.096 Anträge wurden für den Ingolstädter gestellt. Tesla hat sich mit dem günstigsten Model S in die Top 10 geschoben und liegt auf dem siebten Platz.

Die meisten Anträge stammen aus Baden-Württemberg (3.017) und Bayern (3.565). Mit einem Anteil von 8.044 Anträgen liegen Unternehmen vor den 7.005 von Privatpersonen gestellten.

Zweifel an den Zielen

Die hochgesteckten Ziele der Bundesregierung dürfen bei solch einer miserablen Zwischenbilanz durchaus angezweifelt werden. Nach einem Bericht aus der Automobilwoche wurden bis Ende März 2017 von den 1,2 Milliarden Euro an Fördergeldern erst 55 Millionen Euro abgerufen.

300.000 Elektroautos und/oder Plug-in-Hybride könnte der Fördertopf mästen. Aber die Mittel, die bis zum 31.12.2019 nicht abgerufen werden, verfallen. Möglicherweise bleibt ein großer Batzen übrig. Es mangelt bis dato eben an flächendeckenden Infrastrukturmaßnahmen, wie beispielsweise dem Projekt E-Wald in Niederbayern.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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