Ein schwedischer Sportwagen, entworfen bei Frua in Italien.

Mit einer in Schottland gepressten Karosserie. Die ersten 6.000 Exemplare in England montiert. Die USA  als wichtigsten Markt und erstmals präsentiert auf der Internationalen Automobilausstellung 1960 in Brüssel.

Die internationale Ausrichtung des bis 1972 gebauten Sportcoupés ist im Zeichen der Globalisierung auch heute noch  beeindruckend. Gezeichnet vom Schweden Pelle Petterson war der Volvo P1800 einer der Publikumslieblinge der Brüsseler Autoshow.

Sicherheit und Langlebigkeit

War die Formensprache des ersten Großserien-Coupés von Volvo mit seinen zeitgeistigen Finnen am Heck absolut glamourös, bedienten sich die Schweden unter der Haube mit dem soliden Motor der Volvo Amazon P120 Limousine. Die 90 PS aus dem 1,8-Liter-Vierzylinder B18B ermöglichten im Volvo P1800 für die damalige Zeit durchaus sportliche Fahrleistungen bis Geschwindigkeiten von über 170 km/h.

Als weltweit erstes Sportcoupé verfügte der Schwede zudem serienmäßig über Sicherheitsgurte für alle vier Passagiere. Die Stabilität der Gurte bewies Volvo Deutschland 1961 im Hamburger Hafen. Dort schwebte ein Volvo P1800 befestigt alleine mit den  Dreipunkt-Sicherheitsgurten an einem Kran über der Hafenanlage.

Anfangsschwierigkeiten

Die Beliebtheit des hübschen Coupés wurde durch die unbefriedigende Qualität des englischen Sportwagenspezialisten Jensen Motors getrübt. Die ersten 250 Autos mussten vor der Übergabe an die Kunden zur Nachbesserung ins Werk nach Göteborg.

Endgültig gelöst wurde diese Situation erst im Jahr 1963, als die Produktion des Gran Turismo komplett ins schwedische Werk Lundby umzog. Dadurch kam der Verkauf des fortan Volvo 1800 S – „S“ für Sverige (Schweden) – genannten und auf 96 PS erstarkten Sportlers weltweit richtig in Fahrt.

Weiterentwicklung

Kleine Modellpflegen, wie ein geglättetes Stoßstangendesign, das die anfänglichen Kuhhornbögen ersetzte, sowie regelmäßig aktualisierte Kühlergrills genügten, um die Attraktivität aufrecht zu erhalten. 1971 kam zudem der Volvo 1800 ES auf den Markt. Der Vorläufer der Shooting Brakes wurde in Deutschland unter dem Namen „Schneewittchensarg“ berühmt und ist bis heute ein Prachtstück besonderer Güte.

Über die Jahre wuchs die Motorleistung bis auf 120 PS. Im Jahr 1972 rollte das letzte Coupé, ein Volvo 1800 E, vom Band und ein Jahr später verabschiedete sich der Volvo 1800 ES. Insgesamt wurden 47.855 Einheiten der sportlichen Schweden gebaut, davon 39.778 Coupés.

Tipps für Sammler

Günstig war mal. Ein gut erhaltener P1800 kann locker über 30.000 Euro kosten. Die oben beschriebene Langlebigkeit schlägt sich auch in der Qualität der Exemplare nieder. Der Volvo Club Deutschland  steht mit Rat und Tat zur Seite.

Prominenter Fahrer

Roger Moore fuhr als Simon Templar in der der englischen TV-Krimiserie „The Saint“ einen Volvo 1800 S. Nach Angaben von Volvo war der auch aus James-Bond-Filmen bekannte Moore so überzeugt, dass er sogar privat einen polarweißen Volvo 1800 S fuhr.

Roger Moore as Simon Templar in "The Saint" (TV Series)
Dietmar Stanka