Mit der Auslieferung von zwei Volvo PV444 am 8. Februar 1947 startete der schwedische Automobilhersteller mit der Serienfertigung ihres ersten Volumenmodells.

Im neutralen Schweden waren die Folgen des Zweiten Weltkriegs fast nur wegen der Rohstoff- und Materialknappheit zu spüren. Diese Problematik verzögerte die Produktion des PV444, der bereits ab 1944 bestellbar war. Alle Vorbesteller erhielten ihr Fahrzeug 1947 anstatt für 6.050 Kronen, für die 1944 avisierten 4.800 Schwedischen Kronen.

Sicher und robust

Der Volvo PV444 begründete seinerzeit die hohen Sicherheitsstandards der Marke. Eine selbsttragende Sicherheitskarosserie, eine Verbundglas-Frontscheibe sowie die Einzelradaufhängung an der Vorderachse waren damals nicht selbstverständlich.

Das von den Volvo Unternehmensgründern Assar Gabrielsson und Gustaf Larson als Friedensfahrzeug bezeichnete Automobil sollte ursprünglich nur 8.000mal gebaut werden. Aufgrund des großen Erfolgs wurde die Stückzahl auf 12.000 Einheiten erhöht.

Ein wesentliches Sicherheitsmerkmal waren die fest verankerten Zweipunkt-Sicherheitsgurte im Volvo PV444 und schließlich die im weiterentwickelten Volvo PV544 ab Modelljahr 1959 installierten Dreipunkt-Sicherheitsgurte.

Der Buckel-Volvo PV444

Mit seinem Aero-Design gewann der anfangs ausschließlich schwarz lackierte Volvo PV444 sogar internationale Concours d’Elegance. Ab 1949 erhöhte die sogenannte Roto-Dip-Phosphatbeschichtung den Rostschutz der Karosserie, wichtig für dauerhafte Stabilität der Sicherheitsstruktur.

Als 1950 endlich alle Materialengpässe überwunden waren, katapultierte die nun in Großserie gehende Fastback-Limousine Volvo erstmals auf Platz eins der schwedischen Neuzulassungsstatistik. Wenig später feierten die Amerikaner den Volvo PV444 als bis dahin „wichtigstes Importfahrzeug aller Zeiten“.

Dazu trug bei, dass der in vielen Rallyes siegreiche und als „Family Sports Car“ beworbene Volvo PV444 ab 1955 auch mit 63 kW (85 PS) starkem Sportmotor lieferbar war. Ein Leistungsträger, der bei Rekordfahrten ebenso überzeugte wie als Effizienzkünstler, denn der Verbrauch von 6,7 Liter Benzin/100 km galt als sensationell niedrig.

Der Volvo PV444 bekam 1953 den Kombi Volvo PV445 Duett zur Seite gestellt. 1958 respektive 1960 wurden sich durch das Duo Volvo PV544 und Volvo Duett P210 ersetzt. Als die Produktion der Buckel-Modelle 21 Jahre nach dem Debüt doch zu einem Ende kam, der Duett wurde sogar bis 1969 gebaut, verabschiedete Volvo die bereits damals legendäre Baureihe in Anzeigen mit den Worten „Farewell, old Friend“.

Dietmar Stanka