Ab Abend des 9. März 2022 fand in Hamburg die Weltpremiere des VW I.D. Buzz statt.

Rein elektrisch angetrieben und damit auf der Konzernplattform MEB basierend, ist der Bus ein echter Hingucker. Endlich befreit von den seltsamen Streifen, die den bereits fertigen I.D. Buzz tarnten, zeigt er sich optisch als würdiger Nachfolger des VW T1 der 1950er Jahre.

Neben dem fünfsitzigen Bus ist er zudem gleich als Transporter namens Cargo verfügbar. Der Cargo soll nach Angaben des Herstellers zwei Europaletten transportieren können. Mittelfristig werden zudem eine sechs- und siebensitzige Konfiguration und ein verlängerter Radstand folgen.

Kompakt und geräumig

Einer Außenlänge von etwas mehr als 4,71 Metern steht ein fast drei Meter langer Radstand gegenüber. Das schafft angenehm viel Platz für Passagiere und Gepäck. Oder im Fall des Cargo einen Stauraum mit einem Volumen von 3,9 m³. Das Gepäckraumvolumen des Busses liegt bei 1.121 Liter und kann durch das Umklappen der zweiten Sitzreihe auf 2.205 Liter erweitert werden.

Während der Bus immer mit zwei seitlichen Schiebetüren und einer Heckklappe ausgestattet ist, fährt der Cargo serienmäßig mit einer vor. Eine zweite Schiebetür ist optional. Ebenso wie ein Fenster und/oder eine Durchladeöffnung für die Trennwand zwischen Fahrerkabine und Laderaum. Vorne sind serienmäßig ein Einzelsitz und einer Zweiersitzbank montiert, alternativ ist auch ein Einzelsitz für den Beifahrer bestellbar.

Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.000 Kilogramm verträgt der Cargo eine Zuladung von 650 Kilogramm. Über die Anhängerlast ist noch nichts bekannt. Gefertigt werden beide Modelle im Volkswagen Nutzfahrzeuge Stammwerk in Hannover. Eine Vielzahl der Komponenten werden ebenfalls in Deutschland in den Werken Kassel, Braunschweig, Salzgitter und Hannover produziert.

Das Interieur des VW I.D. Buzz

Farbenfroh und auch ein bisschen verspielt zeigt sich das Interieur des neuen VW I.D. Buzz. In Verbindung mit den optionalen „Style“-Interieur-Paketen korrespondieren die Farben mit den Exterieur-Lackierungen. Die Interieur-Farbe „X-Blue“ passt besonders gut zur Exterieur-Farbe „Starlight Blue“, „Safran Orange“ zu „Energetic Orange“, „Jadegrün“ zu „Bay Leaf Green“ und „Limonengelb“ zur identisch bezeichneten Außenlackierung. Für noch mehr Farben sorgt das serienmäßige 10-farbige Ambientelicht.

Wegen der Bulli-typisch hohen Sitzposition wurde auch die Instrumententafel weit oben installiert. Alle Anzeigen sind digital ausgeführt. Das „Digital Cockpit“ vor dem Fahrer besteht aus einem 5,3 Zoll großen Display. Mittig ist der Bildschirm des Infotainmentsystems auf dem Armaturenbrett angeordnet. Das serienmäßige System „Ready 2 Discover“ ist dabei mit einem 10-Zoll-Touchscreen ausgestattet, das optionale Navigationssystem „Discover Pro“ mit einem 12-Zoll-Screen.

Eigens für die neue Baureihe hat Volkswagen Nutzfahrzeuge die herausnehmbare „Buzz Box“ entwickelt. Sie bietet im oberen Bereich ein großes Ablagefach. Dort befinden sich ein Eiskratzer (Skoda lässt grüßen) und ein Flaschenöffner. An der Stirnseite befindet sich zudem ein 1,4 Liter großes Klappfach und gegenüber eine 5 Liter große Schublade für alles Mögliche.

Akku, Leistung und Ladedauer

Für den Mai 2022 ist der Vorverkaufsstart geplant, Preise wurden bei der Weltpremiere allerdings noch nicht genannt. Die Fahrzeuge sollen in den ersten europäischen Ländern im Herbst in den Handel kommen. Zur Markteinführung startet der VW I.D. Buzz und ebenfalls der I.D. Buzz Cargo mit einer 77-kWh-Batterie, die einen 150 kW starken Elektromotor antreibt.

Die Ladeleistung bei der Nutzung von Wechselstrom (AC) beträgt 11 kW. Per CCS-Stecker an einer DC-Schnellladesäule (Gleichstrom) steigt die Ladeleistung auf bis zu 170 kW. Die Batterie ist so nach rund 30 Minuten von 5 auf 80 Prozent geladen. In der aktuellen Konfiguration beider ID. Buzz Modelle wird die Höchstgeschwindigkeit bei 145 km/h elektronisch abgeregelt.

Assistenzsysteme – Nahe am autonomen Fahren

Ähnlich wie in den anderen I.D.-Modellen von Volkswagen werden auch im I.D. Buzz Assistenzsysteme wie die Memory-Funktion für das automatisierte Einparken auf einer zuvor abgespeicherten Strecke, „Car2X“ (Warn- und Gefahrenmeldungen im lokalen Nahbereich) und die neuste Version des „Travel Assist“ mit Schwarmdatennutzung integriert.

In der höchsten Ausbaustufe wird der ID. Buzz mehr als 30 Assistenzsysteme an Bord haben. Per Over-the-Air Updates können im ID. Buzz künftig bis zu 35 Steuergeräte auf dem neuesten Software-Stand gehalten werden.

Fazit

Ein hübsches Kerlchen mit einigen Parallelen zu seinem Urvater. Rein aus dieser Betrachtung steht einem Erfolg nichts im Weg. Ob sich aber die Transporter-Kunden für einen I.D. Buzz für einen Cargo entscheiden, bleibt abzuwarten. Die Kinder und Enkelkinder der Hippie-Generation in Nordamerika dürfen sich dagegen auf einen würdigen Nachfolger des damals so beliebten Bulli freuen.

VW I.D. Buzz

Verbrauchsdaten

Da die genannten Modelle des VW I.D. Buzz und des VW I.D. Buzz Cargo bis dato nicht endgültig homologiert sind, liegen noch keine endgültigen Verbrauchsdaten vor. Gleiches gilt für die Reichweite.

Dietmar Stanka