Es soll werden wie damals mit dem Käfer. VW will mit der Kampagne “Electric for all” die Elektromobilität aus ihrer Nische holen. Für die Wolfsburger ist dieser Wandel eine konsequente Neuausrichtung.

Dazu erzählte uns Thomas Ulbrich, Mitglied des Markenvorstands von Volkswagen und zuständig für die E-Mobilität: “Der Elektro-Baukasten MEB ist wohl das wichtigste Projekt in der Geschichte von Volkswagen, ähnlich wie der Übergang vom Käfer zum Golf. Er ist die Basis für konzernweit mehr als 10 Millionen E-Autos innerhalb der ersten Welle und ebnet unseren Weg ins Elektrozeitalter.”

Erster I.D. im November 2019

Los geht es im November 2019 mit dem VW I.D. Einem kompakten Fahrzeug der Golf-Klasse. Gebaut wird das neue Auto in Zwickau. In dieses Werk werden insgesamt 1,2 Milliarden Euro investiert, um für die Zukunft der Elektromobilität gerüstet zu sein.

insgesamt steckt VW 6 Milliarden Euro in die Entwicklung der VW I.D. Familie und deren Ableger weiterer vier Konzernmarken. Wie gehabt wird der Modulare E-Antriebs-Baukasten MEB nicht nur für Pkw von VW verwendet. Mit im Boot sind zudem Audi, Seat, Skoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Plattform MEB

Diese Plattform hat nach Angaben von Volkswagen zwei Alleinstellungsmerkmale. Es ist erstens ein von Anfang rein auf Elektroautos ausgelegter Baukasten. Christian Senger, Leiter der Volkswagen Baureihe e-Mobility erläuterte uns dies folgendermaßen: “Der MEB definiert die Fahrzeugarchitektur neu und erreicht einen deutlichen Fortschritt beim Raumgefühl. Zudem werden alle VW I.D. Modelle schnellladefähig sein.”

Zweitens können mit dem MEB das Fahrzeugkonzept sowie das Design flexibler gestaltet werden. Will heißen, dass das Spektrum möglicher Karosserieaufbauten vom Kompaktwagen über den SUV bis hin zum Van oder Transporter reicht.

Studien von ID. Modellen

Aus der VW I.D. Familie wurden bis dato der I.D., der I.D. Crozz, der I.D. Buzz und der I.D. Vizzion als Studien vorgestellt. Die Entwicklung der Fahrzeugtechnik ist ebenfalls wie das Design und die Batterielieferungen abgeschlossen. Die Zellen kommen von Samsung und LG Chem. Der bekannten Knappheit von Rohstoffen begegnete die Volkswagen Group mit rechtzeitig abgeschlossenen Verträgen mit den Lieferanten.

Ist der I.D. ein echter Volkswagen?

Christian Senger antwortet auf diese Frage so: “Der VW I.D. wird ein Meilenstein der technologischen Entwicklung. Er wird das erste voll vernetzte und alltagstaugliche Elektroauto, das sich Millionen von Menschen leisten können.” Übersetzt bedeutet dies, dass der I.D. ähnlich viel kostet, wie heute ein VW Golf mit Dieselmotor.

Reichweite und Leistung

Ohne auf die tatsächlichen Fahrzeugdaten zurückgreifen zu können, können wir davon ausgehen, dass der VW I.D. mit derselben Leistung von 125 kW (170 PS) wie die Studie auf die Straße kommt. Für die Serie ist aber auch mehr oder weniger Leistung denkbar. Gleiches gilt für die Batteriepackages, die für Reichweiten von etwa 330 bis 550 Kilometern ausgelegt werden.

 

Fazit

Neben der Reichweite ist die noch fehlende Ladeinfrastruktur das Hauptproblem, die einen tatsächlichen Durchbruch rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge bis heute verhindert hat. Das Problem Reichweite wird mit der neuen VW I.D. Produktfamilie ad acta gelegt sein. Weiterhin macht es aber auch für die nähere Zukunft nur dann Sinn, ein E-Auto zu erwerben, wenn man zuhause oder an der Arbeitsstelle über eine Ladestation verfügt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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