Viele Monate, ja bereits schon Jahre, bereitete Volkswagen den Weg hin zu der neuen ID. Familie.

Am Abend des 9.9.2019 wurde das erste Familienmitglied, der kompakte ID.3 endlich enthüllt. Mit einem Basispreis von knapp unter 30.000 Euro soll dieses Elektro-Fahrzeug in der Tradition des Käfers wieder ein echter Volkswagen werden.

Der ID.3 auf der MEB-Plattform

Der ID.3 basiert als erster Volkswagen auf dem neu entwickelten Modularen E-Antriebs-Baukasten MEB. Der Antrieb wurde um die Batterie herum optimiert, um einerseits hohe Reichweiten bei niedrigen Kosten zu realisieren und andererseits weitere Antriebskomponenten und Zusatzaggregate anzuordnen.

Ein weiterer Vorteil dieser Plattform ist die Schaffung von einem langen Radstand, der beim ID3. 2.765 Millimeter lang ist. Die Gesamtlänge des kompakten E-Autos beträgt 4.261 Millimeter, der aktuelle VW Golf VII ist nur eineinhalb Zentimeter länger. Dazu kommen kurze Überhänge, die zusätzlich für viel Platz im Innenraum sorgen.

Die Optik

Da ein Elektroauto keine großen Kühlluftöffnungen benötigt, ändert sich das Design der Frontpartie fast komplett. Volkswagen ist mit dem Käfer und Bulli die Automobilmarke, deren Ursprungsdesign ohne vordere Kühlluftöffnungen auskam. Details wie die Scheinwerfer gewinnen dadurch eine übergeordnete Bedeutung. Im ID.3 weichen die statischen Scheinwerfer von einst, den interaktiven LED-Matrix-Scheinwerfern.

Die Glas-Heckklappe ist dunkel abgesetzt und erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite von etwas mehr als 1,80 Meter. Begrenzt wird diese durch horizontal angeordnete und schmal ausgeführte LED-Rückleuchten.

Im Interieur ist vieles anders, nur die von Volkswagen gewohnte Ergonomie ist geblieben. Neben dem Display im Cockpit liefert ein neu entwickeltes, zentral positioniertes Touch-Display mit einer Bildschirmdiagonale von zehn Zoll dem Fahrer alle wichtigen Informationen.

Der Antrieb

Angetrieben wird der ID.3 von einem Elektromotor an der Hinterachse. Dieser leistet 150 kW und liefert ein maximales Drehmoment von 310 Newtonmetern. Damit erreicht der VW ID.3 eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die Kraftübertragung vom Motor erfolgt über ein 1-Gang-Getriebe.

Während die Leistung immer gleich ist, stehen drei unterschiedlich große Batterien zur Auswahl. In der First Edition verbaut Volkswagen die mittlere Variante mit 58 kWh, die nach WLTP eine Reichweite von bis zu 420 Kilometern ermöglicht.

Die Batteriegröße der Basisvariante beträgt 45 kWh mit der eine Reichweite von bis zu 330 Kilometern erreicht werden kann. Die größte Batterie liegt bei 77 kWh. Mit dieser Kapazität sind bis zu 550 Kilometer machbar.

Die Ausstattungsoptionen

Für die First Edition stehen die Versionen ID.3, Plus und Max zur Wahl. Bereits in der Basisvariante sind ein Navigationssystem, ein DAB+ Digitalradio, Sitz- und Lenkradheizung sowie 18 Zoll-Alufelgen an Bord.

Der Plus verfügt zusätzlich über eine Rückfahrkamera, die automatische Distanzregelung ACC und das schlüssellose Zugangssystem. Dazu kommen LED-Matrix-Scheinwerfer, das Matrix Stand-Brems-Blink-Rückleuchten und 19 Zoll-Alufelgen.

Der Max rollt auf 20-Zöllern, bekommt das Augmented Reality (AR-) Head-up-Display, das Soundsystem Beats und ein großes Panoramadach. Hinzu kommen außerdem ein Spurhalteassistent mit Emergency Assist, ein Spurwechselassistent, Komforttelefonie mit induktivem Laden sowie Komfortsitze.

Ein erstes Fazit

Der VW ID.3 ist zweifelsohne ein interessantes Automobil. Die Optik ist auf der einen Seite typisch für Volkswagen, auf der anderen Seite im gewissen Maße außergewöhnlich genug, um es als ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug sofort zu erkennen. Wir sind auf die ersten Fahreindrücke gespannt, müssen uns dafür aber noch bis Anfang 2020 gedulden.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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