Aktuell gültig: Versicherungskennzeichen in Schwarz. Vorgeschrieben für Mofa, Moped oder E-Bike (S-Pedelec)

Biken mit elektrischer Unterstützung findet immer mehr Fans. Allerdings gehören nicht nur Helm und zweckmäßige Kleidung zum E-Bike, sondern auch die richtige Versicherung. Hier unterscheiden sich nämlich Pedelec und S-Pedelec deutlich.

Gesetzlich vorgeschrieben ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Mofas, Mopeds und Roller mit einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimetern und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Auch Quads oder Trikes mit den gleichen Motor- und Leistungsdaten dürfen nur mit solch einer Versicherung auf die Straße – und E-Bikes der obersten Kategorie, die so genannten S-Pedelecs.

Haftpflicht ist vorgeschrieben für S-Pedelecs

S-Pedelecs haben einen Elektromotor mit mehr als 250 Watt Leistung, bieten auch noch bei Geschwindigkeiten jenseits von 25 km/h Tretunterstützung bis 45 km/h und eine Anfahrhilfe, die auf Geschwindigkeiten von mehr als 6 km/h beschleunigt.

Mit dem Abschluss der gesetzlichen vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung ist dafür gesorgt, dass bei einem Unfall das Unfallopfer zu seiner Entschädigung kommt. Die Haftpflicht deckt Sach-, Personen- und Vermögensschäden anderer Verkehrsteilnehmer ab. Um im Schadensfall gut gerüstet zu sein, sollte ein Versicherungsvertrag mit einer Deckungssumme von pauschal mindestens 50 Millionen Euro ausgestattet sein, besser sind Verträge mit 100 Millionen Euro Deckungssumme. Ein zusätzlicher Schutz vor Schäden bei Diebstahl, Vandalismus, Brand über eine Teilkaskopolice verteuert den Versicherungsvertrag, ist aber angesichts der Kosten für ein neues E-Bike empfehlenswert.

Wie teuer ist das Versicherungskennzeichen für E-Bikes?

So nennt die Vergleichsseite S-Pedelec-Versichern für E-Bikes Kosten von 40 Euro im Jahr für die reine Haftpflichtpolice, inklusive Teilkasko müssen 90 Euro Jahresprämie bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro pro Schadenfall bezahlt werden. Die genannten Tarife gelten unter der Bedingung, dass der Fahrer 23 Jahre oder älter ist. Für jüngere Fahrer ist die Versicherung jedoch deutlich teurer: 140 Euro für die Haftpflicht alleine oder 220 Euro inklusive Teilkaskoschutz (ebenfalls mit 150 Euro Selbstbeteiligung) stehen dann auf der Versicherungsrechnung.

S-Pedelecs müssen nicht nur versichert werden. Genau wie bei Mofas oder Mopeds muss der Besitzer auch das Versicherungskennzeichen am Fahrzeug montieren.

Das Versicherungskennzeichen wechselt jährlich zum 1. März die Farbe und verliert damit seine Gültigkeit. Für den Versicherungszeitraum vom 1. März 2017 bis 28. Februar 2018 ist die Farbe schwarz für die aufgeprägte Buchstaben-Zahlen-Kombination vorgeschrieben.

Ohne gültiges Versicherungskennzeichen: Es wird teuer

E-Bike-Besitzer sollten beim Thema Versicherungskennzeichen nicht schlampen. Denn die Behörden verstehen keinen Spaß. Wer ohne oder mit einem abgelaufenen Kennzeichen unterwegs ist, begeht eine Verkehrsstraftat und ist überdies ohne Versicherungsschutz. Das kann nach einem Unfall teuer werden.

Stellt die Polizei an einem Fahrzeug ein abgelaufenes Kennzeichen fest, ist eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft die Folge. Außerdem wird das Fahrzeug vorläufig beschlagnahmt. „In so einem Fall drohen sechs Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe. Bei schweren Verstößen kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten ausgesprochen werden“, sagt Michael Ludwig, Abteilungsdirektor Kraftfahrt beim Badischen Gemeinde-Versicherungs-Verband (BGV). Lenkt ein Minderjähriger das Zweirad, muss auch der Erziehungsberechtigte mit einer Strafanzeige rechnen.

Ob E-Bike oder Velo: Privathaftpflicht dringend empfohlen

Bei E-Bikes, die mit einem maximal 250 Watt starken Motor den Fahrer  bis 25 km/h unterstützen, schreibt der Gesetzgeber keine Haftpflichtversicherung vor. Hier hilft nur die Privathaftpflicht.

Die Privathaftpflicht gehört zwar prinzipiell in jeden Haushalt, denn sie tritt für alle Schäden ein, die man verursacht. Das kann das heruntergeworfene Smartphone des besten Freundes sein oder das umgeworfene Rotweinglas, das den Teppich ruiniert. Schäden, die zwar ins Geld gehen und ärgerlich sind, aber noch verkraftbar.

In den Ruin können aber Unfälle mit dem Fahrrad oder beim Sport führen, etwa beim Skifahren. Denn wenn man Schuld am Unfall war und das Opfer wegen einer schweren Verletzung nicht mehr arbeiten kann, dann haftet man mit seinem privaten Vermögen.

Privathaftpflicht: Guter Schutz für wenig Geld

Die Privathaftpflicht ist nicht euer. Ab rund 50 Euro Jahresprämie bieten die Versicherer Policen. Dabei ist diese Versicherung ein absolutes Muss – fehlt aber in rund einem Viertel der deutschen Haushalte. Hilfe bei der Suche nach einem Anbieter bieten Vergleichsseiten wie biallo.de.

Wichtig vor Abschluss ist es, dass der Leistungsumfang der Police die persönliche Situation des Fahrers erfasst. Ein Vergleich der Beiträge und Leistungen vor Vertragsabschluss ist unverzichtbar, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Grund: Die Policen können stark variieren. Die Versicherungssumme sollte fünf Millionen Euro oder mehr betragen.

Diebstahlschutz über die Hausratversicherung

Wer in puncto Diebstahl kein Risiko eingehen will, kann sein Fahrrad über die Hausratversicherung mitversichern. Im Schadensfall wird laut Verbraucherberatung der Neuwert eines entwendeten Drahtesels erstattet. Radfahrer sollten sich bei ihrem Versicherer nach der Summe und dem Umfang ihres Versicherungsschutzes erkundigen und ihr E-Bike gegebenenfalls nachversichern.

Da die Hausratversicherer Räder oft nur bis zu fünf Prozent des versicherten Hausrats schützen, muss für sehr teure Rennräder oder E-Bikes unter Umständen eine spezielle Fahrradversicherung abgeschlossen werden. Diese kann allerdings ins Geld gehen, so die Verbraucherzentrale. Jahresprämien von mehr als 200 Euro seien keine Seltenheit.

Wichtig: Hausratversicherung und Fahrradversicherung bieten einen unterschiedlichen Schutzumfang. Spezielle Fahrradversicherungen beinhalten oft auch Leistungen bei mutwilligen Schäden. Dafür kommt die Hausratversicherung nicht auf.

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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