Den 60. Geburtstag des Skoda Octavia zelebrierten wir bereits in einem Artikel.

Am 11.11.2019 feierte, passend zum großen Jubiläum des tschechischen Erfolgsmodells, die vierte Generation in der Nationalgalerie in Prag die Weltpremiere.

Gewachsene Schärfe

Der Wiedererkennungseffekt des neuen Skoda Octavia bleibt erhalten. Die Tschechen gehen damit einen ähnlichen Weg, wie Volkswagen mit dem eben vorgestellten VW Golf der achten Generation. Auffallend sind eine geschärfte Frontschürze und die neuen, selbstverständlich böhmisch kristallinen LED-Frontscheinwerfer.

Die tief nach unten gezogene Motorhaube und die deutlich Sicke am Heck sind weitere Merkmale, die das neue Kompaktmodell aus Mlada Bolesav kennzeichnen. Hinten fällt zudem die Signatur der LED-Rückleuchten ins Auge.

Skoda zeigte in Prag gleichzeitig die Limousine, wieder mit großer Heckklappe sowie den Combi, die beide deutlich gewachsen ist. In der Länge sind es beim Combi 22 und in der Breite 15 Millimeter. Die Limousine streckt sich 19 Millimeter länger und in der Breite sind es die gleichen Maße wie beim Combi.

In der Summe sind dies stolze 4.689 Millimeter und ein überragender Radstand von 2.686 Millimetern. Als weltweit führend dürfen die cw-Werte der beiden Versionen des neuen Skoda Octavia gelten. 0,24 sind es bei der Limousine, 0,26 beim Combi.

Aus diesem Zugewinn entstanden wieder einmal fantastische Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck. Die Beinfreiheit für die Mitfahrer im Fond ist auf 78 Millimeter gewachsen. Der Kofferraum der Limousine verfügt über ein Volumen von 600 Litern, der Combi packt weitere 40 Liter drauf.

Das Cockpit steht auch beim neuen Skoda Octavia ganz im Zeichen der Digitalisierung. Hinter dem nur noch mit zwei Speichen und Chromleiste versehenen Lenkrads zeigt der 10 Zoll große Bildschirm des Virtual Cockpit neben Geschwindigkeit und Drehzahl weitere individuell konfigurierbare Informationen an. Die Basisausstattung wird aber weiterhin mit analogen Instrumenten ausgeliefert.

Mittig thront in der Spitzenversion ein ebenfalls 10 Zoll großer Touchscreen, der unter anderem das Navigations- das Audio- sowie die Einstellungen für das Telefon sowie Android Auto und Apple CarPlay beheimatet.

Motoren und Getriebe

Die mechanische Verbindung des Doppelkupplungsgetriebes (DSG) hat ausgedient. Die Zukunft heißt „Shift by Wire“ und die Kraftübertragung folgt nun elektronisch. Der ehemalige Schaltknüppel wurde durch ein neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe ausgetauscht.

Mit einem 48-Volt Mildhybridsystem in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG sind der 1,0 TSI mit 81 kW (110 PS) sowie der 1,5 TSI mit 110 kW (150 PS) ausgestattet. Der 2,0 TSI mit 140 kW (190 PS) ist immer mit dem Allradantrieb kombiniert. Ebenfalls nagelneu sind die beiden Plug-In-Hybride mit entweder 150 kW (204 PS) oder 180 kW (245 PS).

Insgesamt drei Diesel mit einem Leistungsspektrum von 85 kW (115 PS) bis 147 kW (200 PS) ergänzen anfangs die klassischen Verbrenner. Wie bereits angekündigt, wird auch der neue Skoda Octavia als G-Tec mit CNG-Motor ausgestattet. Unter der Haube der bereits von uns im Seat Leon TGI und dem VW Golf TGI getestete 1,5-Liter mit 96 kW (130 PS).

Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender Skoda Auto

 „Für Skoda hat der Octavia eine herausragende Bedeutung. Deshalb haben wir das Auto komplett neu entwickelt. Das Ergebnis: Er ist der beste OCTAVIA aller Zeiten – noch geräumiger, praktischer und sicherer als je zuvor. Pünktlich zum 60. Geburtstag machen wir mit der neuen Generation einen großen Schritt nach vorne. In den vergangenen sechs Jahrzenten hat der Octavia seinen Teil dazu beigetragen, dass sich Unternehmen und Marke so positiv entwickelt haben. Ich bin überzeugt: Die neue Generation wird ihren Teil dazu beitragen, dass diese positive Entwicklung weiter anhält.“

Ein erstes Fazit

Dem Größenzuwachs außen folgt nochmals deutlich mehr Innenraum, als beim eh schon üppig dimensionierten Vorgänger. Damit ist der neue Skoda Octavia, genauso wie bei den sehr niedrigen cw-Werten, im Segment führend. Die große Auswahl an effizienten Verbrennungsmotoren, teilweise mit Hybrid-Lösungen und der sehr lobenswerte CNG-Antrieb, deckt einen Großteil der Kundenbedürfnisse ab. Anfang März 2020 werden wir nach den ersten Fahreindrücken mehr berichten können.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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