Bleibt die Ampel grün, wenn ich mit der aktuellen Geschwindigkeit weiterfahre? Diese Antwort soll künftig das Auto geben.

Seat arbeitet seit Kurzem mit der spanischen Generaldirektion für Verkehr, der Stadtverwaltung von Barcelona sowie dem Technologieunternehmen ETRA daran, Fahrzeuge mit der Straßeninfrastruktur zu vernetzen.

Die Verkehrsleitzentrale kann dann beispielsweise Informationen über Ampelphasen oder Mitteilungen zur Verkehrssituation direkt an das Fahrzeug senden. Ermöglicht wird dies durch eine Mobilfunktechnologie, deren Verzögerungszeit bei gerade einmal 0,3 Sekunden liegt.

Auto kommuniziert mit Ampel

Barcelona

Vernetzung mit der Infrastruktur

„Die vernetzten Seat Fahrzeuge empfangen Verkehrsinformationen in Echtzeit. Dazu gehören Mitteilungen, die auf den Wechselverkehrszeichen auf Autobahnen angezeigt werden, sowie Informationen zu den Schaltphasen von innerstädtischen Ampeln“, erklärt Jordi Caus, Leiter der Abteilung Urban Mobility Concepts von Seat.

Die Informationsübertragung zu den jeweiligen Ampelphasen ist ein besonders interessanter Aspekt des Projekts, wie Jordi Caus erläutert: „Die Ampel sendet Informationen über ihre aktuelle Schaltphase und den Zeitpunkt des nächsten Umschaltens in die Cloud der Verkehrsbehörde. Das Fahrzeugsystem empfängt diese Daten dann aus der Cloud und verarbeitet sie unter Berücksichtigung der aktuellen Fahrgeschwindigkeit. Dies ist besonders praktisch, wenn die Ampel in Kürze auf Rot umschalten wird, da der Fahrer rechtzeitig abbremsen kann.“

Ampel

Autobahn bei Barcelona

Einsatz in der Praxis

Künftig soll ein Display im Fahrzeug anzeigen, ob die Ampel bei Ankunft rot, grün oder gelb sein wird. Diese Information wird unter Berücksichtigung und Einhaltung der auf dieser Straße geltenden Geschwindigkeitsregelung erteilt.

„Bei überhöhter Geschwindigkeit zeigt das System keine Mitteilung an. Mit dieser Funktion leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die Vernetzung soll schließlich ein Hilfsmittel sein, das den Verkehr im Fluss hält, und für zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr sorgen“, sagt Manuel Valdés, Leiter der Abteilung Mobilität und Infrastrukturen bei der Stadt Barcelona.

Display für die Kommunikation zwischen Auto und Ampel

Display für die Kommunikation zwischen Auto und Ampel

Zukunft Informationsaustauch und Überwachung

„Ziel ist es“, so Jorge Ordás, dass die Fahrer irgendwann nicht nur Daten empfangen, sondern auch senden können. So können andere Verkehrsteilnehmer noch schneller über Vorkommnisse auf einem bestimmten Straßenabschnitt informiert werden.“

Auch Jordi Caus denkt schon an die Zukunft: „Dieses Projekt ist für Seat nur der Anfang. Im ersten Schritt vernetzen wir die Fahrzeuge mit ihrer Umgebung, um diese sicherer zu machen und den Fahrkomfort zu erhöhen. Darüber hinaus sehen wir aber gerade im Hinblick auf selbstfahrende Fahrzeuge weitere vielversprechende Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise die Möglichkeit, schnell und sicher einzugreifen, wenn sich ein Fahrzeug in einer riskanten Situation befindet.“

Rote Ampel

Rote Ampel

Dietmar Stanka
Letzte Artikel von Dietmar Stanka (Alle anzeigen)