Die Nase läuft, die Augen brennen und sind rot und verquollen, dazu ständige Niesattacken: Jeder fünfte Bundesbürger leidet an Heuschnupfen. Gerade beim Autofahren kann das nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich sein.

Die Frühlingstemperaturen der letzten Tage haben der Natur einen sichtbaren Schub gegeben. Überall grünt und blüht es – und die Pollen fliegen. Zeit für den Heuschnupfen.

Wer akut unter Allergien leidet, steht förmlich neben sich. Je nachdem, wie schwer die Symptome ausfallen, geht es einem Allergiker auch nicht besser, als würde er mit einer Erkältung und dickem Wattekopf herumlaufen.

Die Beschwerden beeinträchtigen nicht nur das Allgemeinbefinden, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit. Mehr noch: Ein einziger Nieser bei Tempo 100 bedeutet rund 30 Meter Blindflug. Heuschnupfen erhöht somit das Unfallrisiko im Straßenverkehr.

Die richtige Medizin

Das richtige Medikament, am besten in Absprache mit dem Hausarzt oder einem Allergologen rechtzeitig eingenommen, sorgt für eine spürbare Entlastung. Ohne Rezept in der Apotheke zu erhalten sind lokal wirkende Präparate wie Augentropfen, Nasenspray oder Inhalationslösung mit Chromoglycin-Säure.

Eine gute Wirkung erzielen auch Antiallergika oder Antihistamine, die der Heuschnupfen-Patient in der Regel einmal täglich schluckt. Die gibt es je nach Wirkstoff mit oder ohne Rezept. Ältere Mittel standen im Ruf, extrem müde zu machen, und waren deshalb für Autofahrer nicht geeignet. Achten Sie auf den Hinweis im Beipackzettel, ob der Patient nach Einnahme des Medikament zum Führen von Maschinen geeignet ist.

Hausmittel gegen Heuschnupfen: die Pollen vermeiden

Darüber hinaus sollten Pollenallergiker versuchen, wo immer es geht, die sie krankmachenden Teilchen zu meiden. Halten Sie beim Autofahren Fenster und Schiebedach strikt zu; gut, wenn das Auto eine Klimaanlage hat.

Der Pollenfilter im Fahrzeug sollte jährlich getauscht werden. Dies geschieht am besten nach der Pollensaison, weil sonst das ganze Jahr über aus dem vollen Filter Pollen in die Luft gelangen können.

Während der Pollensaison das Auto öfter gründlich saugen und glatte Flächen feucht abwischen. Wer beim Autofahren eine Sonnenbrille trägt, mildert übrigens die Augenbeschwerden.

Filtern kann man die Pollen auch noch direkt am Körper: Viele Betroffene schwören auf das Hausmittel Vaseline. Die vom Apotheker zusammengerührte Creme wird dünn in der Nase aufgetragen und verhindert dort, dass die Pollen bis zu den Schleimhäuten vordringen und den Körper zu seinen überzogenen Abwehrreaktionen provozieren.

Hyposensibilisierung: das Übel an der Wurzel packen

Egal ob Filter oder Medikamente: Bekämpft werden damit immer nur die Symptome. Anders die so genannte Hyposensibilisierung: Dabei spritzt der Arzt die allergieauslösenden Pollen in langsam ansteigender Dosis oder verabreicht sie in Tropfenform. Das geschieht in der pollenarmen Zeit im Winter und geht je nach Therapieform über mehrere Jahre.

Der Körper lernt so, angemessen auf das Allergen zu reagieren. Vielen Allergikern hilft diese Therapie, jedoch nicht allen.

Welche Pollen gerade verstärkt fliegen, darüber gibt zum Beispiel die Seite Donnerwetter Auskunft. Postleitzahl eintippen, schon erhält man Informationen über die regionale Belastung. Weitere Informationen zum Thema Allergien und Heuschnupfen bietet der Deutsche Allergie- und Asthmabund.

 

Foto: Benjamin Thorn/Pixelio

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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