Für Audi fast ein Auftakt nach Maß, für VW pure Enttäuschung in Marrakesch.

Während sich die beiden Rennteams von Audi Sport customer racing, das Comtoyou Team Audi Sport und das Leopard Racing Team Audi Sport über gute Platzierungen bei den ersten drei Läufen des WTCR – FIA-Tourenwagen-Weltcup 2019 in Marrakesch freuen konnten, sah man bei Volkswagen Motorsport lange Gesichter.

Audi in Marrakesch

Frédéric Vervisch vom Comtoyou Team Audi Sport sicherte sich mit seinem Audi RS 3 LMS erstmals eine Pole-Position. Im dritten Rennen belegte der belgische Audi Sport-Pilot Platz zwei. Sein Fahrerkollege Jean-Karl Vernay vom Leopard Racing Team Audi Sport komplettierte das gute Mannschaftsergebnis mit Platz zwei im zweiten Rennen.

„Das Leistungsniveau im Feld der sieben Hersteller ist 2019 sehr ausgeglichen“, sagt Chris Reinke, Leiter Audi Sport customer racing. „Umso höher sind die Leistungen unserer Piloten und Teams zu bewerten. Beide Mannschaften haben bereits am ersten Wochenende je einen Pokal eingefahren. Herzlichen Glückwunsch.“

Fünf der sieben Marken im Feld erreichten beim Auftakt Podestplätze. Das erste Podiumsergebnis von Audi Sport ging an Jean-Karl Vernay. Der Franzose war am Sonntag als Dritter in das zweite Rennen gestartet und blieb fehlerfrei. Als der Führende einen Unfall hatte, war dem 31 Jahre alten Rennprofi der zweite Platz sicher.

Frédéric Vervisch stand in Marokko bereits zum achten Mal in seiner FIA-WTCR-Karriere auf dem Podium. Vervisch musste sich im abschließenden Rennen nach dem Start allerdings an dritter Position einfädeln. Nach dem Ausfall eines Konkurrenten überquerte er die Ziellinie mit nur 0,68 Sekunden Abstand auf den Sieger als Zweiter.

Gordon Shedden aus dem Leopard Racing Team Audi Sport war als Zwölfter in das dritte Rennen gestartet. Im Verlauf von 23 Rennrunden verbesserte er sich bis auf den siebten Platz. Neuzugang Niels Langeveld, der im Comtoyou Team Audi Sport sein WTCR-Debüt gab, erreichte im zweiten und im dritten Rennen jeweils Platz 18, nachdem er von Platz 25 in beide Läufe gestartet war.

VW in Marrakesch

Nach einem schwachen Abschneiden im Zeittraining blieben den Volkswagen Fahrern gute Startplätze versagt. Als einzige nennenswerte Erfolge sind die jeweils schnellsten Rennrunden in den Rennen zwei und drei von Rob Huff und Mehdi Bennani zu bewerten.

Da auf dem engen Stadtkurs von Marrakesch Überholmanöver sehr schwierig waren, mussten sich Huff und Bennani mit zwei zwölften Plätzen im Starterfeld von 26 Fahrern zufriedengeben. Benny Leuchter und Johan Kristoffersson konnten ihr Tempo nach dem Qualifying zwar steigern, kamen aber nicht über die Plätze 16 und 17 hinaus.

„Der Saisonauftakt ist nicht nach unseren Erwartungen verlaufen. Im Zeittraining, das über die Startaufstellung entscheidet, fehlte es uns an Speed. In den Rennen waren wir deutlich besser unterwegs, aber Überholen ist hier leider so gut wie unmöglich“, sagte Volkswagen Motorsport Direktor Sven Smeets. „Wir werden die Pause bis zum nächsten Rennen in Ungarn nutzen und genau analysieren, woran es im Zeittraining gelegen hat.“ Der zweite Lauf der WTCR wird vom 26. bis 28. April auf dem Hungaroring bei Budapest (H) ausgetragen.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka